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- 21. November 2014 2 Min.

Billy Gilman (links) und Ty Herndon hatten es satt, immer ihre Homosexualität verstecken zu müssen.
Country gilt wie Rap als homophobe Bastion in der amerikanischen Musikszene. Doch jetzt haben sich zwei langjährige Stars fast zeitgleich als schwul geoutet. Als Reaktion fürchten sie den Karriereknick.
Der 52-jährige Country-Sänger Ty Herndon hat sich am Donnerstag in einem Interview mit dem Fernsehmagazin "Entertainment Tonight" als schwul geoutet. Nur wenige Stunden später verkündete auch der 26-jährige Billy Gilman via Youtube, dass er homosexuell ist. Gilman erklärte, das Coming-out von Herndon habe ihn zu seinem Schritt angeregt. Beide sagten, dass sie wegen der Homophobie in der Country-Industrie so lange mit ihrem Coming-out gewartet hätten.
Herndon, der bislang 17 Singles in den Country-Charts platzieren konnte und mit drei Liedern sogar an der Spitze der Hitparade stand, sagte in dem Interview: "Ich habe davon geträumt, ein Countrystar zu sein, seit ich sechs Jahre alt bin. Das ist mein Leben, das ist was ich tu und ich habe mich sehr angestrengt, um [meine Homosexualität] geheim zu halten, damit ich ein Countrystar sein kann." Er lebe seit ein paar Jahren in einer "Super-Beziehung" mit einem Mann namens Matt.
Bislang war Herndon zwei Mal verheiratet – mit "tollen jungen Frauen", wie er erklärte. Diese hätten aber natürlich von seiner sexuellen Orientierung gewusst – und die Beziehungen sei er nur eingegangen, weil es die Konventionen so verlangten.
"Es war einfach an der Zeit, ehrlich zu sein"
Wenig später outete sich der frühere Kinderstar Billy Gilman, der bereits im Alter von elf Jahren auf der Bühne gestanden hatte. Dieser Schritt sei schwierig für ihn, allerdings "nicht weil ich mich schäme, ein schwuler Künstler oder ein schwuler Mensch zu sein". Vielmehr arbeite er für eine Industrie, "die sich dafür schämt, dass ich bin, wie ich bin". Weiter erklärte er: "Es war einfach an der Zeit, ehrlich zu sein." Allerdings erwartet der Sänger aus dem Bundesstaat Rhode Island, dass seine Karriere durch das Coming-out erheblichen Schaden nehmen wird.
Bislang gibt es nur wenige Countrysänger, die offen zu ihrer Homosexualität stehen, da diese Musikrichtung in den USA insbesondere unter Konservativen sehr populär ist – und ein "traditioneller" Lebenswandel als Voraussetzung für Erfolg gilt. Eine der wenigen geouteten Countrysängerinnen ist Chely Wright, die 2011 ihre Partnerin geheiratet hatte (queer.de berichtete). Damals beschrieb auch sie die Countrymusikszene als homophobe Bastion: "Den Managern wäre es lieber, wenn man ein Drogenabhängiger ist als ein Homosexueller", so Wright. (dk)














