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Einzelkommentar zu:
Hannover: "Demo der Dumpfbacken" in Schranken verwiesen


#18 saltgay
  • 23.11.2014, 11:13h
  • Als diplomierter Naturwissenschaftler, der ebenfalls Mathematik studiert hat, kann ich nur feststellen: es gibt auch unfähige Diplom-Mathematiker! Einer davon scheint hier zu kommentieren. Unfähig nämlich darin, die Realität zu durchschauen. Daher verrät man sich als geistiger Schrebergärtner, wenn man seine Jugenderinnerungen auf einen kompletten Berufsstand überträgt.

    Wenn Lehrer die Hose voll haben, dann ist es eben nicht mehr der böse Schüler aus dem Buch: "Zur Hölle mit den Paukern." Sondern sie müssen etwas anderes befürchten. Die Eltern bestimmen nämlich, was an der Schule zu geschehen hat. Das reicht bis in die Notengebung. Danach kommt dann die Repression aus dem Schulministerium, weil der Kultusminister wieder gewählt werden will. Dazu benötigt er die Eltern. Die Schulleitung indessen macht Druck, weil negative Schlagzeilen die Anmeldezahlen für die neuen Schülergenerationen sinken lassen. Daher ist "Strahlemann mit Stromlinie" angesagt.

    Jeder Lehrer wird es sich also drei Mal überlegen, ob er etwas in seinem Unterricht erlaubt, was eventuell Beschwerden hervorrufen könnte. Neben dem Bruch der Karriere kann es zu Disziplinarmaßnahmen, bis hin zur Entfernung aus dem Beruf kommen, wenn ein Konflikt eskaliert. Die Verbeamtung bedeutet zugleich, dass der Lehrer seine Grundrechte dem Referenten in der Landesschulverwaltung schenkt.

    Wenn wir von etwa 30 Prozent der Lehrerschaft ausgehen, die diesen Beruf allein wegen der Verbeamtung und der damit einhergehenden Sicherheit auswählten, dann ist es doch wohl plausibel, warum soviel Unterordnung an den Schulen anzutreffen ist. Dieser o.a. Anteil stammt aus einer Untersuchung unter Prof. Schaarschmidt an der Universität Potsdam.

    Dass solche Erzreaktionäre wie Jürgen Liminski, der seine zehn Kinder als katholisches Gütesiegel wie eine Monstranz vor sich her trägt, auf einer solchen Veranstaltung nicht fehlen darf, ist selbstverständlich.

    Die degenerierte bürgerliche Klasse formiert sich in Deutschland zu einer Harzburger Front aus NPD, AfD und anderen Rechtsradikalen. Sie sehen ihr Heil in einer Neuauflage des national-sozialen Tugendstaates, in dem ihre Privilegien betoniert werden zu Lasten einer diskriminierten Unterschicht, die Helotendienste für sie zu absolvieren hat. Die Angst eines Tages zu dieser verhassten Schicht dazu zu gehören nimmt wahnhafte Züge an.

    Darum geht es nicht allein um Homophobie, sondern um einen langen Marsch in einen neuen Faschismus, der als anscheinend alternativlos angeboten wird. Dagegen ist sich mit allen Mitteln zu wehren. Das unsägliche Gequatsche über den postdemokratischen Staat ist der Beginn des Demokratieabbaus und des Rechtstaates.
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