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Kein Dialog mit Europa
Gambia: Homo-Verbot wichtiger als Entwicklungshilfe
- 01. Dezember 2014 2 Min.

Außenminister Bala Garba Jahumpa stellt klar, dass die Verfolgung von Schwulen und Lesben im Land absolute Priorität habe
Um gegen "satanische" Schwule und Lesben vorzugehen, würde Gambia auch auf Entwicklungshilfe aus Europa und Amerika verzichten.
Der gambische Außenminister Bala Garba Jahumpa hat klargestellt, dass das Land an der Verfolgung Homosexueller weiterhin festhallten werde. Dafür würden die Machthaber auch eine Kürzung oder die Einstellung der Entwicklungshilfe hinnehmen. "Gambias Regierung wird nicht länger einen Dialog zum Thema Homosexualität mit der Europäischen Union oder irgend einer anderen fremden Macht führen", so Jahumpa nach AP-Angaben in einer Fernsehansprache am Samstagabend.
Jahumpa fuhr fort, dass Homosexualität "satanisches Verhalten" sei, das "schlecht für die menschliche Existenz" sei. Homosexualität sei "unafrikanisch", deshalb wolle er lieber mit anderen Ländern zusammenarbeiten, die ebenfalls Schwule und Lesben bekämpften. Er warf Europäern und Nordamerikanern außerdem vor, "Rassisten" zu sein und Gambia ausbeuten zu wollen.
Gambia hatte im September die Verschärfung der Gesetze gegen gleichgeschlechtliche Liebe beschlossen. Die maximale Haftstrafe für homosexuelle Handlungen wurde von 14 Jahren auf lebenslänglich verlängert (queer.de berichtete). Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert, das Land habe seinen Verfolgungsdruck auf Schwule und Lesben erhöht und Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung gefoltert (queer.de berichtete).
EU denkt über Stopp der Entwicklungshilfe nach
Die gambische Regierung wirft der EU vor, mit dem Thema Homosexualität Kolonialismus zu betreiben. Hintergrund ist die in diesem Monat anstehende Entscheidung der Europäischen Union, Entwicklungshilfe in Höhe von 150 Millionen Euro an Gambia freizugeben. Innerhalb der EU ist das umstritten, weil sich in Gambia die Menschenrechtssituation auch in anderen Bereichen erheblich verschlechtert hat. So ließ die Regierung kritische Zeitungen verbieten und Oppositionelle willkürlich verhaften.
Die Strafverfolgung von Homosexuellen wurde unter anderem auch von den Vereinigten Staaten und von Seid al-Hussein, dem UN-Hochkommissar für Menschenrechte, kritisiert. Er rief Gambia auf, das Gesetz sofort abzuschaffen.
Gambia ist ein mehrheitlich muslimischer westafrikanischer Staat mit rund zwei Millionen Einwohnern. Es zählt mit einem Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt von zirka 500 US-Dollar zu den ärmsten Ländern der Welt. Gambias Präsident Yahya Jammeh, der sich vor gut zwei Jahrzehnten an die Macht geputscht hatte, gilt als einer der homophobsten Staatschefs Afrikas. So bezeichnete er Homosexuelle Anfang des Jahres als "Ungeziefer" (queer.de berichtete). (dk)















was gibt s da noch zu überlegen???
Sofortiger STOPP der Entwicklungshilfe von
150 Mill. Euro
ist hier angesagt!