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  • 05. Dezember 2014 21 2 Min.

Bodo Ramelow am Freitag im Thüringer Landtag

Ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall stellt die Linke erstmals einen Ministerpräsidenten in Deutschland. Am Freitag wurde der aus Westdeutschland stammende frühere Fraktionschef Bodo Ramelow im Thüringer Landtag zum Regierungschef gewählt. Als Zeichen seiner Solidarität mit Menschen mit HIV trug er – vier Tage nach dem Welt-Aids-Tag – an seinem schwarz-grauen Jackett eine Rote Schleife.

Ramelow erhielt erst im zweiten Wahlgang die notwendigen 46 Stimmen – exakt so viele Abgeordnete hat die erste rot-rot-grüne Koalition in einem deutschen Bundesland. Es ist eine Stimme mehr als CDU und die neu im Parlament vertretene AfD aufbringen, die FDP war aus dem Parlament geflogen. In seinem Amtseid verzichtete der bekennende Christ auf die Zusatzformel "So wahr mir Gott helfe".

In ihrem Koalitionsvertrag hatten sich Linke, SPD und Grüne u.a. auf einen Bildungsplan "unter Berücksichtigung der Gleichstellung von sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität" verständigt. Außerdem sollen letzte Diskriminierungen von eingetragenen Lebenspartnern in der Landesgesetzgebung abgeschafft werden (queer.de berichtete).

Auf Bundesebene will sich die neue Landesregierunglaut dem Koalitionsvertrag für die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare einsetzen und entsprechende Initiativen im Bundesrat unterstützen. Außerdem wird der "diskriminierungsfreier Zugang Homo- und Bisexueller zur Blutspende" und eine Rehabilitierung der Opfer der Anti-Schwulen-Paragrafen 175 (Bundesrepublik) und 151 (DDR) gefordert.

Ramelow ist nicht der erste Regierungschef, der bei der Abname eines Amtseids die Rote Schleife trug. Bei der Ernennung der Senatoren der rot-schwarzen Berliner Koalition am 1. Dezember 2011 hatten auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und sein Stellvertreter Frank Henkel (CDU) das Symbol der Solidarität mit HIV-Infizierten und Aids-Kranken am Revers. (cw)

-w-

#1 CDUlerAnonym
  • 05.12.2014, 16:07h
  • vor knapp zwei Monaten wurde auch in Stokholm ein Ministerpräsident an der Spitze eines Bündnisses aus den Sozialdemokraten, Exkommunisten und den Grünen gewählt - jetzt bereitet sich das Land langsam, aber sicher für die vorgezogenen Neuwahlen am 22. März vor

    hoffentlich folgt auch Thüringen dem sehr inspirierenden schwedischen Beispiel. je schneller, desto besser
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#2 Peter BierwirthAnonym
  • 05.12.2014, 16:21h
  • Félidcitations aus Frankreich an Monsieur Ramelow in Thüringen. Er ist ja in Talkshows immer "cool", während sich andere aufregen und Gesprächspartner ins Wort fallen. Ramelow - wie auch Gysi (unterhaltsam) und Wagenknecht (Intellektuell brillant) - ist ebenfalls rhetorisch begabt. Die Linke kann nun beweisen, dass sie nicht - wie Lieberherr - "liebwerte Mitarbeiter" auf hohe Landeskosten in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, sondern diese Steuergelder sinnvoller einzusetzen versteht. Eine etwas realistische Einstellung zur DDR-Vergangenheit ist natürlich wünschenswert, aber Ramelow als "Wessi" hat da wohl keine grossen Probleme. Ich wünsche dieser blutrot-roten-grünen Koalition jedenfalls: BONNE CHANE pour l'avenir!
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#3 StolpersteinAnonym
  • 05.12.2014, 16:39h
  • Antwort auf #2 von Peter Bierwirth
  • "dieser blutrot-roten-grünen Koalition"

    Blutrot ist ein gutes Stichwort: Ist Hans Modrow, einer der Parteigenossen hinter dem Tötungs-Schießbefehl an der DDR-Grenze, eigentlich noch Ehrenvorsitzender der Partei Ramelows?
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