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- 11. Dezember 2014 2 Min.

Das Entführungsopfer Matthew Fenner klagt an - und hat damit auch seine eigenen Eltern gegen sich aufgebracht
Mit Schlägen und Strangulation wollten Mitglieder einer protestantischen US-Kirche offenbar einen schwulen Glaubensbruder "heilen" – jetzt droht ihnen eine langjährige Haftstrafe.
Fünf Mitglieder der Kirche "World of Faith Fellowship" aus der Kleinstadt Spindale im US-Bundesstaat North Carolina sind am Dienstag angeklagt worden, weil sie den 21-jährigen Schwulen Matthew Fenner entführt und misshandelt haben sollen, um ihn heterosexuell zu machen. Fenner war ein Mitglied der Kirche.
Die vier Männer und eine Frau müssen sich wegen Körperverletzung und Entführung verantworten, gaben die Behörden des Bezirks bekannt. Einem der Angeklagten wird außerdem vorgeworfen, das Opfer gewürgt zu haben. Eine "Grand Jury" hatte zuvor entschieden, dass es genug Beweise für eine Anklage gebe. Fenner erklärte in seinen Aussagen, dass ihn 2013 dutzende Kirchenmitglieder bedrängt und geschlagen hätten.
"Ich dachte echt, dass ich sterben muss", erklärte Fenner gegenüber dem Lokalsender WSPA. Er sagte, dass ihn die Angeklagten als "ekelhaft" bezeichnet hätten und die Schläge ihm dabei helfen sollten, "meine Dämonen loszuwerden". Die LGBT-Gruppe "Faith in America" hat sich dem Fall angenommen und Fenner angeregt, die Täter anzuzeigen.
Die Kirche bestreitet, dass Fenner von Mitgliedern angegriffen wurde. "Wir gehen nicht auf Mitglieder los, die schwul sind", erklärte Kirchenanwalt Josh Farmer. Bei einer Anhörung am Montag sagten auch die Eltern Fenners gegen ihren eigenen Sohn aus. Sie gehören weiterhin der Glaubensgemeinschaft an.
Nicht der erste Fall
Die unabhängige "World of Faith Fellowship", die in der Kleinstadt auch eine Schule betreibt und in Afrika missionieren lässt, kam bereits mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt. So erklärte 2011 ein junger Mann, dass er monatelang von der Kirche wegen seiner Homosexualität gefangen gehalten worden war. Später zog er die Aussage zurück. Ferner wurde einem Mitglied 2003 das Sorgerecht entzogen, weil er seine Kinder misshandelt haben soll. Es gab mehrere weitere Fälle, die auch in den nationalen Medien behandelt worden sind.
Die Kirche hat alle Anschuldigungen stets zurückgewiesen. Auf ihrer Website heißt es, dass die säkulare Gesellschaft eine "Christenverfolgung" gegen Kirchemitglieder führe. "Wir wurden Opfer von Hassverbrechen", beklagen die Autoren.
Die "Fellowship" gibt sich außerdem bewusst politisch und unterstützt konservative Kandidaten für Wahlen. Auf ihrer Website wird erklärt, dass Kirchenmitglieder "Gott befragen, für welchen Kandidaten sie stimmen sollen". (dk)
Links zum Thema:
» Website der Kirche
» WSPA-Bericht















Dass er so was überlebt hat sagt viel über sein Selbstwertgefühl and Charakterstärke. Dafür bewundere ich ihn.
Wann soll der Michael43 auftauchen um das alles den Muslimen vorzuwerfen?