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  • 19. Dezember 2014 26 2 Min.

Die „kondomlosen Rucksacktouristen" müssen umziehen

Es ist keine Einschränkung der Redefreiheit, wenn die Porno-Industrie mit einer Kondompflicht reglementiert wird.

Ein US-Bundesberufungsgericht hat entschieden, dass das im Bezirk Los Angeles beschlossene Verbot der Produktion von Barebackfilmen verfassungsgemäß ist. Diese Regelung war 2012 in einem Volksentscheid von 56 Prozent der Wähler bestätigt worden. Daraufhin klagte die Porno-Industrie gegen die Verordnung mit dem Argument, dass damit die in der Verfassung garantierte Redefreiheit von Porno-Produzenten eingeschränkt werde.

Der 9th US Circuit Court of Appeals folgte dieser Argumentation nicht. Die drei Bundesrichter entschieden einstimmig, dass den Produzenten "genügend alternative Ausdrucksmittel" zur Verfügung stünden, so dass die Kondompflicht deren verfassungsmäßigen Rechte nicht einschränke. Höher wiege das Interesse des Bezirks, sexuell übertragbare Krankheiten zu bekämpfen. Dabei verwiesen die Richter darauf, dass es in den letzten Jahren unter Pornodarstellern wiederholt zu einer Übertragung von HIV gekommen sei, die mit Kondomen hätten verhindert werden können.

Auch Kalifornien plant Kondom-Pflicht

Für das USA-weit einzigartige Barebackverbot hatte die in Los Angeles ansässige Organisation "AIDS Healthcare Foundation" mehrere Jahre geworben. Die Gruppe will nun dieses Verbot auf ganz Kalifornien ausdehnen, um die Gesundheit der Darsteller zu schützen. Im Mai dieses Jahres hatte das Repräsentantenhaus mit überwältigender Mehrheit einem derartigen Entwurf zwar bereits zugestimmt (queer.de berichtete), vor den Wahlen im November hat der Senat den Entwurf allerdings nicht mehr behandelt. Die Aids-Aktivisten hoffen, dass die Kondom-Pflicht im kommenden Jahr von beiden Kammern des Parlamentes verabschiedet wird.

Die Porno-Industrie hat bereits damit begonnen, ihre Produktion in Nachbarbezirke oder nach Las Vegas oder Florida zu verlagern. Das hat erhebliche Auswirkungen auf Los Angeles, das früher das weltweite Zentrum der Porno-Produktion gewesen ist: Im letzten Jahr sind im ganzen Bezirk Los Angeles nur 40 Lizenzen für Pornos erteilt worden – 2012 waren es noch 485.

Bereits jetzt ist Bareback-Sex bei den größten schwulen Labels der USA verpönt. So werden bei den jährlich vergebenen GayVN-Awards Filme automatisch disqualifiziert, bei denen keine Kondome verwendet werden. Allerdings zeigen gerade kleine Pornofirmen gerne Bareback-Sex, da insbesondere in Europa eine große Nachfrage nach diesen Filmen besteht. (dk)

#1 GeorgGAnonym
  • 19.12.2014, 17:17h
  • In einigen Dingen sind die USA weiter als Europa.

    Die Kondompflicht ist absolut notwendig, gerade auch deswegen, weil viele Schwule, vor allem die jungen, meinen, es gäbe keine gesundheitlichen Probleme beim Sex mehr, weil es im Jahre 2014 gegen alles angeblich ein Heilmittel gebe.
    Das Kondom in Pornofilmen erinnert daran, dass promisker Sex ohne Schutz -langfristig- selbstzerstörerisch ist.
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#2 TheDad
  • 19.12.2014, 17:38hHannover
  • Gegen ein Verbot von Barebackfilmen mit der Einschränkung der "Redefreiheit" zu argumentieren, ist genauso absurd wie über deren "Legalität" in einem Volksentscheid abstimmen zu lassen !

    Volksentscheide sind gar keine..

    Es stimmen nur Wähler ab..

    Hier hätte man noch mit der künstlerischen Freiheit argumentieren können, vor allem aber damit, das Heten nicht darüber zu entscheiden haben, was Schwule Produzenten für ihre Schwulen Kunden Produzieren..

    Interessant wäre es vor allem einmal die Zahlen aufzusplitten, denn bei den erteilten Lizenzen handelt es sich doch sicher nicht nur um Schwule Produktionen..
    Ein Vergleich zu den Produktionszahlen von Heten-Porno´s ist hier ganz sicher sehr aufschlußreich..
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#3 Robby69Ehemaliges Profil
  • 19.12.2014, 17:54h
  • Völlig richtiges und wichtiges Urteil!
    Die Gesundheit der Darsteller muss an erster Stelle stehen!
    Im Übrigen gibt es ja - für Bareback-Fans - auch schon lange gute technische Möglichkeiten, um die in Pornos verwendeten Gummis "unsichtbar" zu machen und es so aussehen zu lassen, als würde wirklich "ohne" Gummi gefickt.
    Als AIDS-Aktivist bin ich allerdings ausdrücklich der Meinung, dass die Darstellung von "Safer Sex" in Pornos sehr wichtig ist und dass diese Art von Pornos besser ist (als "Barebackstreifen"), da es eine eindeutige Botschaft an die Porno-Konsumenten ist, dass "Safer Sex" was ganz normales ist und für jeden eigentlich selbstverständlich sein sollte, um sich und andere zu schützen.
    Egal, wie gut die momentanen Behandlungsmöglichkeiten von HIV/AIDS auch sind - es ist immer besser, sich erst gar nicht anzustecken, statt hinterher Medikamente zu schlucken.
    Den "HIV-Negativ"-Status kann euch niemand wieder zurückgeben, wenn ihr ihn einmal verloren hat.

    Darum: Ficken nur mit Kondom - und beim Blasen kein Sperma schlucken!
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