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Homophobie
Kid Rock: "Gay" ist ein Schimpfwort
- 05. Januar 2015 2 Min.

Kid Rock hat bereits mehr als 23 Millionen Alben verkauft
Der amerikanische Rocker will sich der "politischen Korrektheit" nicht beugen und das Wort "schwul" weiterhin als Schimpfwort benutzen.
Kid Rock hat die abfällige Nutzung des Wortes "gay" verteidigt. In einem Interview in der Londoner Zeitung "Guardian" erklärte der 43-Jährige: "Wenn Leute sagen, dass man nicht das Wort 'gay' nutzen kann, dann sollen sie sich verpissen. Aus mir kriegt man nichts politisch Korrektes heraus." Zuvor hatte der als Robert James Ritchie in Michigan geborene Sänger die Entwicklung der Musikrichtung "Rap-Rock" als "Scheißdreck und ziemlich schwul" kritisiert.
LGBT-Aktivisten in den USA appellieren seit Jahren, das Wort "gay" nicht mehr als Schimpfwort zu benutzen, ebenso wie das Wort "Faggot" (Schwuchtel). Dies würde insbesondere jungen Schwulen und Lesben erheblichen Schaden zufügen, weil diese Schimpfwörter auf Schulhöfen weit verbreitet seien und so das Coming-out erschwerten. Sie vergleichen es mit dem Wort "Nigger", das vor einigen Jahrzehnten weit häufiger als heute von Weißen als Schimpfwort gebraucht worden war.
Keine generelle Ablehnung von Schwulen und Lesben
In dem Interview erklärte Kid Rock allerdings, dass er Homosexuelle nicht generell ablehne. So sei er nicht gegen die Ehe-Öffnung für Schwule und Lesben: "Da ich ein geweihter Pastor bin, freue ich mich nicht darauf, homosexuelle Menschen zu ehelichen – aber ich habe auch nichts dagegen."
Kid Rock erklärte, er sei "definitiv" ein Republikaner, insbesondere bei der Haushalts- und Verteidigungspolitik – er möchte also die Gesamtausgaben des Staates vermindern, aber die Ausgaben für das Militär steigern. Allerdings sei er bei "sozialen Fragen" weniger konservativ. Der Sänger hatte sich bereits zuvor für die republikanische Partei engagiert, etwa im Präsidentschaftswahlkampf 2012 für den Kandidaten Mitt Romney. Während der Kampagne war sein Lied "Born Free" eine Art Hymne der Romney-Anhänger. Der Song hatte es auch in Deutschland bis auf Rang 23 der Charts gebracht.
In den letzten Jahren gab es mehrfach Promis, die "gay" oder ähnliche auf Homosexuelle bezogene Wörter als Schimpfwort benutzt haben. So verteidigte etwa Eminem vor gut einem Jahr die Nutzung des Wortes "faggot" (queer.de berichtete). 2011 entschuldigte sich Rapper Chris Brown dafür, dass er einen Fotografen als "schwul" beschimpft hatte (queer.de berichtete).
Auch in Deutschland ist diese Art von Homophobie verbreitet: So erklärte der Fernsehkoch Steffen Henssler in seiner RTL-Sendung, dass schlechtes Essen "halbschwul" sei (queer.de berichtete). Eine Entschuldigung für den Ausbruch lehnte der Koch ab. Eine Berliner Studie war 2012 zum Ergebnis gekommen, dass fast zwei Drittel der Grundschüler "schwul" als Schimpfwort verwendeten (queer.de berichtete). (dk)














