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Islam und Homosexualität

Nachhilfe für homophobe Muslime

  • 09. Januar 2015 25 3 Min.

Viele Moscheen tun sich mit dem Regenbogen noch sehr schwer - Autor Amin K. Waltter möchte dies ändern

Amin K. Waltter widerlegt in seinem neuen Buch "Islam und Homosexualität im Qur'ân und der Hadît-Literatur" die gängige These, Homosexualität sei nicht mit dem Islam vereinbar.

Laut Amin K. Waltter ist eine überwältigende Mehrheit der Muslime überzeugt, dass eine homosexuelle Lebensweise nicht mit dem Islam vereinbar ist. Das neue dreiteilige Buch "Islam und Homosexualität im Qur'ân und der Hadît-Literatur" des Autors kommt jedoch zu einem ganz anderen Ergebnis. Der bekennende Muslim hat die Quellen des Islams detailliert untersucht und eine umfangreiche Materialsammlung zum Thema vorgelegt.

Waltters Arbeit setzt sich aus drei Bänden zusammen. Teil 1, "Der Qur'ân", streift zunächst das muslimische Recht, das Menschenbild des Islams, Sexualität im Islam und sein Verhältnis zu den Naturwissenschaften. Es folgen Aussagen zu gegenwärtigen Ansichten über Homosexualität. Die Vorgeschichte der traditionellen Qur'ân-Interpretation wird im Zusammenhang mit der Bibel nachvollzogen. Nach der Wiedergabe von muslimischen Stimmen zur Homosexualität werden die relevanten Passagen des Qur'âns angeführt und der üblichen Auslegung gegenübergestellt.

Die islamischen Schriften billigen homosexuelle Partnerschaften

Teil 2, "Die Hadîth-Literatur", befasst sich mit den außer-qur'ânischen Überlieferungen (etwa 640) zu diesem Thema, mit ihren isnâden (Kette der Überlieferer-Namen) und der eigentlichen Mitteilung. Teil 3, "Hadîth-Wissenschaft, Überlieferer und Sammlungen", gibt Auskunft über diese Bereiche sowie über die Hadîth-Geschichte und liefert ausführliche Informationen über wichtige Gewährsleute der Überlieferungen aus Teil 2, ihre Einschätzung und Lebensdaten.

Es ist unbestreitbar: Viele gläubige Muslime vertreten eine homophobe Einstellung, doch Amin K. Waltters genaue Analyse der Quellen des Islams, des Qur'âns und der authentischen Haditen, zeigt, dass diese Meinung kein Fundament in den Schriften hat. Aus dem Qur'ân, dem offenbarten Wort Allahs und damit der eigentlichen Grundlage und Quelle des Islams, könne man eine Ablehnung gelebter Homosexualität nicht herleiten. Vielmehr lasse sich dem Qur'ân eher eine deutliche Billigung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften unter bestimmten Voraussetzungen entnehmen, ja sogar eine Gleichsetzung von homosexuellen und heterosexuellen Beziehungen.

Der 1942 geborene Autor, der im Alter von 17 Jahren Muslim wurde, legt mit seinem Buch "Islam und Homosexualität im Qur'ân und der Hadît-Literatur" eine spannende Analyse islamischer Schriften vor, die sich vor allem an Muslime richtet. Die drei Bände von "Islam und Homosexualität im Qur'ân und der Hadît-Literatur" sind im tredition-Verlag erschienen. (cw/pm)

Infos zu den Büchern

Amin K. Waltter: Islam und Homosexualität im Qur'ân und der Hadît-Literatur. Teil 1: Der Qur'ân Taschenbuch. 240 Seiten. ISBN: 978-3-7323-0986-3. 15,99 €. Teil 2: Hadîth-Literatur. Die Überlieferungen. 240 Seiten. ISBN 978-3-7323-0987-0.17.80 €. Teil 3: Hadîth-Wissenschaft, Überlieferer und Sammlungen. 284 Seiten. ISBN 978-3-7323-1051-7. 15.49 €. Alle tredition-Verlag. Hamburg 2014/2015

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#1 seb1983
  • 09.01.2015, 17:00h
  • Die Lobhudeleien einiger Kommentatoren hier über die Katholische Kirche und dass das ja so toll akzeptiert wird und vereinbar ist sind ja schon lächerlich.
    Orthodoxe sind da noch mal tja wohl einfach ehrlicher.
    Bei den Protestanten sind immer noch einige LKW Sand im Getriebe, bei den nordischen Staatskirchen mal weniger, bei anderen mehr.

    Nun aber so lange lange an Koran und Co. herumzudeuten bis es passt ist schon abenteuerlich, hat er das mit irgendwelchen Vertretern der großen sunnitischen oder noch besser schiitischen Gemeinschaft abgeklärt?

    Konvertiten waren mir schon immer suspekt, egal in welche Richtung.
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#2 Pelayo
  • 09.01.2015, 17:03hBerlin
  • Der Autor interpretiert den Koran und die Hadithen historisch-kritisch, so wie moderne christliche Theologen die Bibel erklären.
    Mit diesem Ansatz hat er schon verloren. Man wird in moslemischen Kreisen dieses Buch nicht lesen. Es wird nur die Funktion haben, dass gläubige Moslems, die bei sich ihre Homosexualtät entdeckt haben, darin lesen, um gegenüber sich selbst eine Argumentationshilfe zu haben, mit der sie ihre eigene Sexualtät und die moslemische Tradition/Theologie unter einen Hut bringen können. In dieser Hinsicht ist es ähnlich wie bei den christlichen Evangelikalen, unter denen es auch einzelne, meistens schwul oder lesbisch gibt, die ähnliche Bücher verschlingen.
    Es ist gut, dass ein solches Buch geschrieben wurde, aber verändert wird sich bei den gläubigen Moslems dadurch nichts.
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#3 paren57Ehemaliges Profil
  • 09.01.2015, 17:50h
  • Das ist wie mit dem 3. Mose 20, 13. Die "offizielle" Theologie hat den Trick mit Christus am Kreuz gefunden, der für unsere Sünden sterben musste und uns deshalb von der Todesstrafe "erlöst" hat. Was aber heißt, dass die Todesstrafe an sich gerechtfertigt bleibt, nur eben nicht vollstreckt werden muss. Fundamentalisten sehen das dann aber gerne auch mal anders und berufen sich genau auf diese Textstellen, die ja nach wie vor als "heilig" gelten. Auch für die offizielle Kirche, evangelisch wie katholisch. Denen, die umgebracht werden, wie etwa in Uganda auch im christlichen Namen, nützt die moderne Auslegung herzlich wenig.
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