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- 11. Januar 2015 3 Min.

Das Café Prückel am Luegerplatz wurde 1903 als Kaffeehaus Lurion eröffnet. Es ist vor allem wegen seiner Einrichtung im Stil der 1950er Jahre bekannt (Bild: Wiki Commons / KF / CC-BY-SA-3.0-DE)
Homosexuelle Begrüßungsküsse sind im Traditions-Café Prückel unerwünscht. Am Freitag soll mit einem Kiss-In dagegen protestiert werden.
Ein homophober Vorfall im Wiener Café Prückel sorgt für Empörung. Nach einer Mitteilung der Achse Kritische Schüler_innen Wien (AKS) wurde in der vergangenen Woche ein lesbisches Paar aufgrund eines Kusses aus dem Lokal am Ring verwiesen.
Als sich die beiden Frauen bei der Begrüßung küssten, sollen sie von einem Kellner des Kaffeehauses aufgefordert worden zu sein, dies zu unterlassen. Anschließend habe er sie abschätzig behandelt. Nachdem sich die beiden Frauen bei der Geschäftsführung beschwerten, wurden sie nach eigenen Angaben aus dem Lokal verwiesen. Café-Prückel-Besitzerin Christl Sedlar soll dies mit den Worten kommentiert haben, die "Zurschaustellung der Andersartigkeit" gehöre nicht in ein traditionelles Wiener Kaffeehaus, sondern in einen "Puff".
Vom Café Prückel liegt zu dem Vorfall bislang noch keine Stellungnahme vor. Bereits 2005 war ein lesbisches Paar aus dem Café geflogen, danach hatte die Szene mit einem Kiss-In demonstriert.
Protest-Kundgebung am 16. Januar

Mit einem Kiss-In vor dem Kaffeehaus wollen LGBT-Verbände am Freitag gegen den Rauswurf des lesbischen Paares demonstrieren (Bild: Filippo Diotalevi / flickr / by 2.0)
Für Freitag, den 16. Januar rufen die Achse Kritischer Schüler_innen Wien, die HOSI Wien, queeramnesty, To Russia With Love Austria und andere Organisationen unter dem Hashtag #KüssenImPrückel zu einer Protest-Kundgebung und einem Kiss-In vor dem Café Prückel am Stubenring 24 auf. Beginn ist um 17 Uhr.
"Leider handelt es sich um keinen Einzelfall", kommentierte Gerd Picher vom Netzwerk To Russia With Love Austria den Rauswurf. "Immer wieder hören wir von homophoben Vorfällen in bestimmten Wiener Kaffehäusern, in denen Diskriminierung anscheinend System hat. Es ist beschämend, dass sich die Geschäftsführung eines Lokals nicht nur hinter ihre homophoben Mitarbeiter stellt, sondern diese menschenverachtende Türpolitik sogar noch verteidigt."
Es sei "an der Zeit, dass die österreichische Gesetzgebung ihre Verantwortung im Bereich des Diskriminierungsschutzes ernst nimmt und adäquate Antidiskriminierungsgesetze schafft", forderte Queeramnesty-Sprecherin Mariam Vedadinejad. "Es kann nicht sein, dass Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen diskriminiert werden und dabei keinen rechtlichen Schutz genießen."
In Österreich besteht ein gesetzlicher Diskriminierungsschutz aufgrund der sexuellen Orientierung lediglich im Bereich Beruf und Beschäftigung. Zahlreiche LGBT-Organisationen fordern seit Jahren eine Ausweitung auf andere Lebensbereiche, die bei den Diskriminierungsmerkmalen "ethnische Zugehörigkeit" und "Geschlecht" bereits besteht.
Ein Kaffeehaus mit Tradition
Das Café Prückel am Luegerplatz ist eines der traditionsreichsten Wiener Kaffeehäuser. Eröffnet wurde es 1903 von Radrenn-Europameister Maxime Lurion als Café Lurion. In den 1950er Jahren wurde das Kaffeehaus von Designer Oswald Haerdtl umgestaltet und erhielt das für das Prückel noch heutige typische Aussehen. Der hintere Trakt des Kaffeehauses erhielt in den 1980er Jahren wieder seine originalgetreue Jugendstil-Gestaltung.
Das Café Prückel wird heute vor allem von Wienern und Studenten der gegenüber liegenden Universität für angewandte Kunst frequentiert und ist im Vergleich zu anderen Innenstadt-Kaffeehäusern nicht von Touristen überlaufen. (cw/pm)















In so einem Fall trifft Homophobie ja meistens Schwule wenn sie sich küssen.
Da ist es auch egal ob es zwei junge, hübsche Schwule sind oder zwei dicke ältere Schwule....es hat also nicht mal was mit angeblichem "Eckel der Heteros zutun, denn im Heterobereich unterscheiden sie zwischen einem jungen, hübschen Heteropaar und einem alten, dicken Heteropaar...das erste sehen sie als schön an, das zweite oft als "eklig" " das sollen die nicht in der Öffentlichkeit machen".
Die Heteros bestimmen also wer sich in der Öffentlichkeit zu küssen hat...Hetetosexualität an sich reicht auch nicht aus.
Denn es sollten sich der Meinung vieler Heteros nach nur junge Frauen öffentlich untereinander küssen oder wenn ein Mann beteiligt, dann ein junges Heteropärchen....frei nach den sexuellen Interessen der Heteros.
Das ist sehr anmaßend, denn ich sag auch nicht ich will nur Schwule Männer küssen sehen, weil das meinen sexuellen Vorlieben entspricht. Wie kann man nur so anmaßend sein anderen vorzuschreiben wen sie ( nicht) zu küssen haben, nur damit das Auge nichts sehen muss was man angeblich ekelig findet! Dann sollen die, die es stört doch weggucken.
In diesem Fall waren es auch keine Porno- Pseudolesben, sondern zwei Frauen die sich lieben und ihre Zugehörigkeit zeigen...zum Missfallen der Homophoben.
Die Homophoben meinen auch, nur das was Heteromänner als sexy sehen, darf sich öffentlich küssen.
Welch Arroganz!
Ich kann auch, obwohl sie meinen sexuellen Vorlieben nicht entsprechen, Heteros und alte Menschen die sich aus Zuneigung küssen süß finden.
Ich kenne Heteros die es auch süß finden wenn sich Schwule küssen und Zuneigung demonstrieren.
Das muss doch nicht immer was mit Sexueller Orientierung zu tun haben.
Und selbst wenn man etwas nicht mag, kann man immer noch akzeptieren das es andere mögen!
Hoffentlich wird das Kiss In ein großer Erfolg mit Menschen sämtlicher Sexueller Orientierungen, sämtlicher Altersgruppen und sämtlichem Aussehens.