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- 18. Januar 2005 3 Min.
Die Rosenberg veröffentlicht ihre erste DVD. Im Bonusteil wird das Geheimnis gelüftet, warum besonders Schwule auf Marianne abfahren.
Von Jan Gebauer
Eigentlich hätte man so ein Comeback ja gar nicht mehr für möglich gehalten. Vor zwei Jahren wäre man noch ausgelacht worden, wenn man darauf gewettet hätte, dass Marianne Rosenberg erblondet und mit den alten Disco-Schinken von einst nochmal so richtig abräumt – zumindest in den Alben-Charts wie nie zuvor. Für ihre Comeback-CD (und jetzt auch DVD) "Für immer wie heute" (queer.de-Review) hüllte sie die Perlen der Vergangenheit in ein neues Gewand. Auch live will sie nun den Anspruch gerecht werden, dass die alten Songs noch am meisten ziehen. Da kann die Nachwuchs-Schwuppe direkt neben der gealterten Vorstadt-Trulla schunkeln, während Mutti und Vati ihre Wunderkerzen auspacken, denn schließlich waren das die Songs, zu denen ihre Lieben gezeugt wurden. Wenn sie mal vorher gewusst hätten, was aus dem Nachwuchs später wird...
Die Tour steht zwar noch bevor, aber letztes Jahr gab Marianne bereits am 10. November ein Konzert im ausverkauften Berliner Tempodrom. Dort wurden alle großen Hits geschmettert und selbst Georg Uecker, einer der zahlreichen Stargäste, war hingerissen – schließlich hieß auch seine erste Single als kleiner Bub "Lieder der Nacht" (im Bonus-Teil der DVD plaudert er darüber). "Für immer wie heute" bietet nicht nur ein tolles Konzert, sondern auch eine interessante Dokumentation namens "Höchstpersönlich", fast 30 Minuten Interview mit Marianne, Familie und Kollegen, alte Auftritte und spannende Hintergrundinformationen über die Karriere der Sängerin. Dabei wird auch genauer darauf eingegangen, warum die Gute einen solchen Kult-Status bei Schwulen besitzt. Lustigerweise hat sie selber weniger eine Theorie dazu als ihr ehemaliger Songschreiber Joachim Heider. Als der das "Geheimnis" lüftet, ist selbst Marianne etwas verblüfft: Hetero Heider schrieb nämlich die Lieder zuerst ohne sich Gedanken zu machen, welches Publikum er damit anspricht. Erst als nach einem Auftritt Anfang der 70er Jahre, etliche Gays zu ihm kamen und meinten, dass Marianne die ultimative Sängerin für sie sei, schrieb er die Lieder mit besonderem Augenmerk auf die Gay-Community. Frau Rosenberg wurde quasi ohne es zu merken von den Schwulen annektiert, weil ihr Songschreiber das ganze Potenzial dieser besonders treuen Fans erkannte.
Die Termine für Mariannes Tour:
Mo | 04.04.2005 | Rostock > Stadthalle
Do | 07.04.2005 | Kiel > Ostseehalle
Fr | 08.04.2005 | Bremerhaven > Stadthalle
Sa | 09.04.2005 | Flensburg > Campushalle
So | 10.04.2005 | Hamburg > CCH Saal 1
Di | 12.04.2005 | Dresden > Kulturpalast
Mi | 13.04.2005 | Magdeburg > Stadthalle
Do | 14.04.2005 | Cottbus > Stadthalle
Sa | 16.04.2005 | Köln > E-Werk
Mo | 18.04.2005 | Essen > Colloseum
Di | 19.04.2005 | Nürnberg > Meistersingerhalle
Mi | 20.04.2005 | Erfurt > Thüringenhalle
Sa | 23.04.2005 | Frankfurt > Jahrhunderthalle
So | 24.04.2005 | München > Circus Krone
Di | 26.04.2005 | Münster > Halle Münsterland
Mi | 27.04.2005 | Berlin > Tempodrom
19. Januar 2005
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