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Spektakulärer Prozess in Kanada
"Porno-Killer" legt Berufung ein
- 20. Januar 2015 2 Min.

Luka Magnotta ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach kanadischem Recht bedeutet das, dass er mindestens 25 Jahre absitzen muss
Luka Magnotta will seine lebenslange Verurteilung wegen Mordes anfechten – sein Anwalt hält ihn wegen einer Persönlichkeitsstörung für nicht zurechnungsfähig.
Der Anwalt des kanadischen Pornodarstellers Luka Rocco Magnotta hat gegen dessen lebenslängliche Verurteilung am Montag Berufung eingelegt. Ein Geschworenenjury hatte den 32-Jährigen kurz vor Weihnachten in Montreal des Mordes schuldig gesprochen, einen chinesischen Austauschstudenten ermordet zu haben (queer.de berichtete). Er hatte zugegeben, seinen Ex-Freund mit einem Eispickel erstochen und die Leiche anschließend zerstückelt zu haben (queer.de berichtete).
Luc Leclar, Magnottas Rechtsanwalt, bezeichnete den Schuldspruch in der Berufung als "unangemessen und durch die Beweislage nicht gedeckt". Er forderte daher, den Prozess erneut aufzurollen, und argumentierte, dass sein Mandant nicht zurechnungsfähig und daher für die Tat nicht verantwortlich gewesen sei. Im Prozess hatte die Verteidigung darauf verwiesen, dass beim Angeklagten bereits früh paranoide Schizophrenie diagnostiziert worden war.
Der Rechtsanwalt erklärte auch, dass die Jury nicht korrekt durch den Richter instruiert worden sei. Außerdem sei eine Geschworene voreingenommen gewesen, da sie einen Polizisten persönlich kannte, der aber nach Ansicht des Richters nichts mit dem vorliegenden Fall zu tun hatte. Außerdem beklagte die Verteidigung, dass ein Beweismittel nicht hätte zugelassen werden dürfen.
Ein Berufungsgericht wird sich am 18. Februar mit dem Antrag beschäftigen und entscheiden, ob es Verfahrensfehler gegeben hat.
Leichenteile per Post verschickt
Der Mordfall gehörte in Kanada zu den spektakulärsten Kriminalgeschichten der letzten Jahre, da Magnotta nach dem Mord per Post Leichenteile an diverse Schulen und Parteizentralen geschickt hatte, darunter auch an das Büro von Premierminister Stephen Harper. In einem der Pakete lag die schriftliche Ankündigung, weitere Morde begehen zu wollen.
Später war auch ein selbstgedrehtes Video auf einer Internetseite aufgetaucht, das die Tat zeigte. Magnotta wurde international per Haftbefehl gesucht und schließlich in einem Internetcafé in Berlin festgenommen (queer.de berichtete). Zwei Wochen später lieferten die deutschen Behörden den Tatverdächtigen nach Kanada aus.
Luka Rocco Magnotta ist in rund zwei Dutzend schwulen Porno-Filmen unter Namen wie Eric Clinton Newman oder Vladimir Romanov aufgetreten. Außerdem soll er als Callboy gearbeitet haben. (dk)














