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  • 24. Januar 2015 9 2 Min.

In dem Online-Projekt berichten LGBT-Jugendliche anonym von ihren Erfahrungen

Die russische Medienaufsicht sah in dem Online-Projekt Werbung für Homosexualität – ein Gericht gab ihr recht.

Ein russisches Gericht hat am Freitag die Journalistin Elena Klimowa zu einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Rubel (rund 695 Euro) verurteilt, weil das von ihr betriebene Projekt "Kinder 404" gegen das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" verstoße.

Das Gericht in Nischni Tagil folgte damit in erster Instanz der Staatsanwaltschaft, die auf Drängen der russischen Medienbehörde Roskomnadsor sowie der kremltreuen Jugendorganisation Junge Garde den Prozess angestrengt hatte. Eine mündliche Verhandlung Ende Dezember hatte für Gespött gesorgt, weil eine von der Medienaufsicht bestellte Expertin der Universität Moskau sich unter anderem auf die Bibel berief und mehrfach von der Sünde der Homosexualität sprach.

Roskomnadsor hatte im letzten November bekannt gegeben, dass es "Kinder 404" nach über 150 Beschwerden aus der Bevölkerung überprüft habe und zu dem Schluss gekommen sei, dass ein Verstoß gegen das Gesetz vorliegen könnte, das die "Bewerbung von nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen unter Minderjährigen" unter Strafe stellt.

Stein des Anstoßes ist eine Gruppe in dem russischen sozialen Netzwerk VK (inzwischen gibt es auch eine Webseite und eine Facebookgruppe). Klimowa hatte sie im März 2013 gegründet, nachdem sie einen Artikel über die Situation von LGBT-Jugendlichen verfasst hatte und daraufhin viele Briefe von Jugendlichen erhielt, in denen sie Klimonwa um Hilfe baten.

In der Online-Gruppe schildern die Jugendlichen ihre positiven und negativen Erlebnisse. "Wenn diese Gruppe geschlossen wird, verlieren die Jugendlichen ihre einzige Möglichkeit, offen über sich zu sprechen und Ratschläge zu bekommen, die ihnen helfen. Das wäre eine Katastrophe!", erklärte Klimowa im letzten Jahr während eines früheren Prozesses gegen sie.

Klimowa kündigte Berufung an

Damals hatte dasselbe Gericht in Nischni Tagil noch geurteilt, dass "Kinder 404" keine Homo-"Propaganda" sei (in dem Fall war die Staatsanwaltschaft auf eine Anzeige des St. Petersburger Abgeordneten Witali Milonow hin tätig geworden).

Klimowa kündigte am Freitag an, gegen das neue Urteil in Berufung zu gehen – notfalls durch alle Instanzen bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Sie rügte auch, dass der Gerichtstermin stattgefunden habe, obwohl ihr Anwalt krankheitsbedingt fehlte.

Eine Doku über das Projekt "Kinder 404" war im Oktober beim Filmfest Hamburg als bester Film ausgezeichnet worden (queer.de berichtete). Zuvor war ein 17-Jähriger, der sich für "Kinder 404" einsetzte, für den Kinder-Friedenspreis nominiert worden (queer.de berichtete).

Der Name des Projekts ist eine Anspielung auf die Fehlermeldung von Webservern für nicht vorhandene Seiten und soll auf die Isolation der LGBT-Teenager hinweisen. (nb)

-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 TimonAnonym
  • 24.01.2015, 13:05h
  • Bei Russland wundert mich gar nichts mehr.

    Da wird dann sogar ein Hilfsprojekt für schwul-lesbische Jugendliche zur verbotenen "Homo-Propaganda".
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#3 FinnAnonym
  • 24.01.2015, 13:40h
  • Russland driftet immer mehr in den Faschismus ab...

    Eine sehr bedenkliche Entwicklung...
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