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  • 09. Februar 2015 65 2 Min.

Tunesien hat einen schwulen Schweden wegen dessen sexueller Orientierung eingesperrt

Im beliebten Reiseziel am Mittelmeer muss ein EU-Bürger wegen homosexueller Handlungen zwei Jahre hinter Gitter.

Eine Sprecherin des Außenministeriums in Stockholm hat am Samstag bestätigt, dass ein schwedischer Staatsbürger in Tunesien wegen Homosexualität festgenommen und zu zwei Jahren Haft verurteilt worden ist. Demnach soll der Mann, der zwischen 50 und 60 Jahre alt sein soll, am vergangenen Mittwoch für "homosexuelle Akte" schuldig gesprochen worden sein. Schweden habe einen diplomatischen Protest gegen die Verurteilung übermittelt und erklärt, dass sich das Land für gleiche Rechte unabhängig von der sexuellen Orientierung einer Person ausspreche.

Nach Angaben der schwedischen Zeitung "Aftonbladet" haben tunesische Behörden die Verurteilung bestätigt, wollten aber keinen weiteren Kommentar dazu abgeben. Dem Bericht zufolge hat der Mann, der zuletzt in Frankreich lebte, Einspruch gegen seine Verurteilung eingelegt.

Homofeindliche Atmosphäre

In Tunesien stehen auf gleichgeschlechtlichen Sex im privaten Umfeld bis zu drei Jahre Haft. Im von traditionellen muslimischen Ansichten geprägten Land gilt Homosexualität als Tabu-Thema. Laut einer Umfrage des Pew Research Center aus dem Jahr 2013 glauben 94 Prozent der Tunesier, dass Homosexualität in der Gesellschaft nicht akzeptiert werden dürfe. Der vergleichenden Umfrage zufolge lehnten damit in Tunesien mehr Menschen Homosexualität ab als in Palästina oder Pakistan.

Die Politik macht sich die Homophobie im Lande zunutze, auch nach dem arabischen Frühling: So hatte Samir Dilou, der in der Übergangsregierung bis vergangenes Jahr Menschenrechtsminister war, Homosexuellen generell das Recht auf Redefreiheit abgesprochen (queer.de berichtete).

Die Menschenrechtsorganisation "L'Association tunisienne de soutien des minorités" (ATSM) hat die Verurteilung des Schweden scharf kritisiert. "Dieses Gesetz ist eine Einschränkung der Freiheit", erklärte Yamina Thabet, die Chefin der Organisation. "Die ATSM fordert weiterhin, Homosexualität zu entkriminalisieren." (dk)

-w-

#1 TimonAnonym
  • 09.02.2015, 14:54h

  • Das ist natürlich ein Skandal und ein schwerer Menschenrechtsverstoß.

    Aber ich verstehe auch nicht, wie man in solche Staaten reisen kann, wo man nicht sicher ist.

    Und es geht ja auch nicht nur um die eigene Sicherheit: würde keiner mehr in solche Staaten fahren, wäre der wirtschaftliche Schaden so groß, dass sich auch was ändern würde. Aber so lange die Leute weiterhin da hin reisen, gibt es ja gar keinen Grund etwas zu ändern.
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#2 Michael43Anonym
  • 09.02.2015, 14:59h
  • Dann sollte die EU Tunesien im Tourismussektor blockieren und keine EU-Touristen mehr nach Tunesien einreisen lassen.

    Wenn dies in Brüssel umgesetzt würde, wäre schnell Schluss mit der Strafbarkeit homosexueller Handlungen in Tunesien. Gleiches gilt für Ägypten, Algerien, Marokko und Vereinigte Arabische Emirate.

    Überdies würden hier schnell auch die Regierungen von Italien, Spanien, Portugal und Griechenland zustimmen, weil sie die EU Touristen lieber in ihre eigenen Länder haben wollen.
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#3 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 09.02.2015, 14:59h
  • Bigotterie und Konservatismus sind zum Kotzen.
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