Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?23187
  • 09. Februar 2015 124 2 Min.

Der Athener CSD 2011 vor dem griechischen Parlament

Ein Gesetz zu Lebenspartnerschaften soll demnächst auch Schwule und Lesben umfassen, sagte der Justizminister.

Der neue griechische Justizminister Nikos Paraskevopoulos hat am Montag im Parlament angekündigt, dass seine Regierung schwulen und lesbischen Paaren die Eintragung einer Lebenspartnerschaft ermöglichen will.

Einen Zeitrahmen nannte der parteilose Minister nicht. Noch im Dezember hatte sein konservativer Amtsvorgänger Haralambos Athanasiou gesagt, dass seine Regierung es "nicht eilig" habe, Homo-Paaren Zugang zu dem für heterosexuelle Paare bereits existierenden Institut einer Lebenspartnerschaft zu ermöglichen.

2013 hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte geurteilt, dass dieser Ausschluss diskriminierend sei, und den vier klagenden Paaren aus Athen Schmerzensgeld zugesprochen (queer.de berichtete). Neben Griechenland betrifft dieses Urteil auch eine ähnliche Gesetzgebung in Litauen.

Kaum genutztes Institut

Die griechische Lebenspartnerschaft war 2008 eingeführt worden, sie wird vor einem Notar eingegangen und beinhaltet unter anderem rechtliche Absicherungen im Wohn- und Erbrecht sowie zum Sorgerecht bei Kindern.

Allzu populär ist das Institut nicht: 2012 gingen 25.730 griechische Paare eine Ehe ein und nur 314 eine Lebenspartnerschaft. Trotzdem hatte der frühere Justizminister das Institut "beschützen" wollen: "Wir sind ein Land, das Tradition und die menschliche Natur respektiert", sagte Athanasiou im Dezember dem TV-Sender "Mega Channel". Eine Ehe-Öffnung hatte er zudem kategorisch abgelehnt: "Ich werde das nicht weiter diskutieren."

Die neue Regierungspartei Syriza hatte bereits 2013 einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Rechte von Lebenspartnerschaften aufgewertet und diese für Homo-Paare geöffnet hätte. Ein Adoptionsrecht sah der Entwurf nicht vor.

Regierungschef Alexis Tsipras hatte sich 2012 für eine Ehe-Öffnung und ein Adoptionsrecht ausgesprochen. Im Januar sagte er hingegen, dass diese Fragen aufgrund "widersprüchlicher Aussagen in der Wissenschaft" einen umfassenden Dialog benötigten und nicht Teil des Regierungsprogramms werden würden.

Mit Spannung war erwartet wurden, ob sich die neue Regierung überhaupt für LGBT-Themen einsetzt: Der Koalitionspartner ANEL, eine rechtspopulistische Partei, die im Europaparlament u.a. mit der AfD, aber auch mit den britischen Tories eine Fraktion bildet, gilt als Gegner von Homo-Rechten. Mehrere Politiker der Partei waren in der Vergangenheit durch homophobe Äußerungen aufgefallen. (nb)

-w-

#1 KlaroAnonym
  • 09.02.2015, 18:36h
  • Eine Reihe von linken/sozialistischen Regierungen, die ihre Wirtschaft gegen die Wand gefahren haben oder gerade im Begriff sind, dies zu tun (Zapatero in Spanien, Obama in den USA, Hollande in Frankreich) will also -Überraschung, Überraschung- jetzt auch Griechenland unter Tsipras die Homo-Ehe einführen. Dies wird wie überall zu riesigen Protesten führen und eignet sich damit wunderbar, von dem wirtschaftlichen Elend abzulenken.
  • Direktlink »
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.02.2015, 18:42h
  • Da kann man froh sein, daß der Justizminister von Griechenland, Nikos Paraskevopoulos, keiner Partei angehört.

    Dennoch ist Vorsicht geboten, gerade wegen ANEL, dem Koalitionspartner des Emporkömmlings Alexis Tsipras. Das rechtspopulistische Gesindel würde in diesem Fall mit 100-%-iger Wahrscheinlichkeit die Koalition deswegen platzen lassen; andererseits könnte das Gesetz mit den Stimmen von PASOK, Kommounistiko Komma Elladas und To Potami im Parlament eine Mehrheit finden. Alles natürlich nur reine Spekulation!
  • Direktlink »
#3 lucdf
  • 09.02.2015, 18:44hköln
  • Toll! Ich weiß nicht, ob diese Regierung dazu beitragen wird, die Eurokrise zu lösen aber trotzdem haben sie gute Ansätze. Ob die Rechtsextremen mitmachen werden? Diese Allianz mit den Rechtspopulisten ist schon mehr als eigenartig. Ich bin gespannt. Die Griechisch-orthodoxe Kirche ist ganz bestimmt schon auf den Starting Blocks, um ihre homophobe Hasspropaganda zu verbreiten.
  • Direktlink »