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Gekränkte Hete
Als "schwul" bezeichnet: FPÖ-Chef Strache verklagt ORF
- 20. Februar 2015 2 Min.

Heinz-Christian Strache ist der Anführer der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei Österreichs, die bei den letzten Wahlen mehr als 20 Prozent der Stimmen erreichen konnte (Bild: Franz Johann Morgenbesser / flickr / by-sa 2.0)
Der Vorsitzende der Rechtspopulisten will gegen den Österreichischen Rundfunk vorgehen, weil er in einer Fernsehserie "schwul" genannt wurde.
Heinz-Christian Strache findet es beleidigend, als schwul bezeichnet zu werden: Der Vorsitzende der rechtspopulistischen FPÖ und Oppositionsführer im österreichischen Nationalrat kündigte am Donnerstag eine Klage gegen den ORF an, da der öffentlich-rechtliche Sender in der Untertitelung der eigenproduzierten Dramedy-Serie "Vorstadtweiber" ihn als schwul charakterisiert hatte.
Wörtlich hieß es in einem Dialog der Folge: "In Deutschland der Westerwelle oder dieser Berliner Bürgermeister. Oder bei uns der Strache. Die sind doch alle schwul und stehen dazu." Der ORF hatte zwar die Szene vor Ausstrahlung der Folge entfernt, vergaß aber, dass auch in der Untertitelung für Hörbehinderte zu tun.
Strache fordert Ende der "Zwangsgebühren" für "ORF-Regierungsfunk"
Die Sendung, die am 9. Februar gezeigt worden war und fast eine Million Österreicher vor die Fernseher lockte, persifliert die bessere Gesellschaft der Wiener Nobelbezirke. Bereits kurz nach der Ausstrahlung gab sich die FPÖ über den Satz in der Untertitelung der Sendung empört.
Generalsekretär Harald Vilimsky klagte in einer Pressemitteilung vom "völligen Verlust aller Hemmungen der ORF-Führung gegenüber der FPÖ und ihrem Obmann HC Strache". Den Chef der größten Oppositionspartei als Schwulen zu bezeichnen, verletze "die Grenzen des guten Geschmacks". Strache selbst forderte als Reaktion auf Twitter das Ende der "Zwangsgebühren" für den "ORF-Regierungsfunk".

FPÖ gibt sich als Opfer einer Kampagne
Die FPÖ gibt sich derzeit äußerst dünnhäutig bei "Attacken" gegen ihren Chef: So geht Strache nicht nur gegen den ORF vor, sondern will auch den Rapper Nazar auf 35.000 Euro Schmerzensgeld verklagen, weil er Strache bei einem Konzert vergangene Woche nach einer Rede über Integration und Nächstenliebe als "Hurensohn" bezeichnet hatte. Außerdem empörte sich die Partei in Pressemitteilungen über die Schauspielerin Kristina Sprenger (früher "Soko Kitzbühel"), die ihn bei einer Faschingsveranstaltung in Villach Strache als "primitiv beschimpft" habe. Die FPÖ sieht in den Angriffen eine "Kampagne".
Die FPÖ gilt als äußerst homofeindliche Partei und bekämpfte beispielsweise die Einführung von Eingetragenen Lebenspartnerschaften. Strache selbst bezeichnete in einem früheren Wahlkampf Homosexualität als "Krankheit" (queer.de berichtete). (dk)













