Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=23258
Home > Kommentare

Einzelkommentar zu:
Als "schwul" bezeichnet: FPÖ-Chef Strache verklagt ORF


#24 LorenProfil
  • 21.02.2015, 02:22hGreifswald
  • Antwort auf #2 von Michael43
  • Deine "Linke und Sozialdemokraten " angreifende Kritik läuft bezüglich des Artikelinhalts ins Leere:

    In Österreich wird beklagt, dass der politische Einfluss auf den Aufsichtsrat (= Stiftungsrat) des Senders ORF zu groß ist und dieser durch die Bundesregierung dominiert wird. Nun wurde nach den Nationalratswahlen 2013 eine Regierungskoalition aus den beinahe gleich starken Parteien SPÖ (sozialdemokratisch) und ÖVP (konservativ) in paritätischer Besetzung gebildet, die ihren Einfluss entsprechend paritätisch zum Ausdruck bringen kann.

    Wenn man folglich deinen verschwörungstheoretischen Ausführungen folgen wollte, müsste man nicht von einer "Kampagne" von Sozialdemokraten und Linken, sondern von Sozialdemokraten und Konservativen sprechen.

    Wie dies aber mit der offenkundigen Zensur des Senders, der politische Erwägungen offenbar der Freiheit der Kunst überordnet, in Einklang zu bringen sein soll, wird wohl nur denen einsichtig sein, die gern faktenfern ihre Ressentiments pflegen, mal ganz abgesehen davon, dass Herr Strache nicht in der Lage zu sein scheint, die vollständige zensierte Szene, die er für ehrverletzend hält, im Zusammenhang zu interpretieren.

    Wenn ich mich an anderer Stelle an den Theaterskandal wegen Thomas Bernhards "Heldenplatz" in Österreich erinnert fühle, so kommen mir im Zusammenhang mit deinem Schmähkommentar einige Worte des "Professor Robert" aus diesem Stück in den Sinn:

    "Dem Stumpfsinn sind immer alle nachgelaufen
    der Geist ist immer mit Füßen gtreten worden
    (...)
    Wie mich vor allem ekelt
    der Staat eine Kloake stinkend und tödlich
    die Kirche eine weltweite Niedertracht
    die Menschen um einen herum
    abgrundtief hässlich und stumpfsinnig
    der Bundespräsident ein verschlagener verlogener Banause
    und alles in allem deprimierender Charakter
    der Kanzler ein pfiffiger Staatsverschacherer
    der Papst gibt in seinen Gemächern
    ein sogenanntes warmes Essen für Obdachlose
    und lässt diese Tatsache weltweit verbreiten
    eine zynische Welt
    die ganze Welt ist ein einziger Zynismus
    (...)
    Eine Welt in der nurmehr noch gegafft wird
    die das Denken verlernt hat
    der Verdummungsprozess ist nicht mehr aufzuhalten"

    (aus: "Heldenplatz", geschrieben 1987/88)

    Mehr als 25 Jahre nach der Uraufführung immer noch als Gedankenfutter genießbar.
    Wie bereits gesagt: Thomas Bernhard fehlt.
    Der Levitenleser, der allen (mich eingeschlossen) von Zeit zu Zeit heimleuchtet, auf dass es Licht wird im Dunkel des eigenen Oberstübchens.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #2 springen »

» zurück zum Artikel