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  • 21. Februar 2015 67 2 Min.

Bischof Heiner Koch: "Ich kenne homo­sexuelle Paare, die Werte wie Verlässlichkeit und Verbindlichkeit in vorbildlicher Weise leben." (Bild: Pressestelle Bistum Dresden-Meißen)

Einst untersagte er einem schwulen Schützenkönig, mit seinem Freund aufzutreten – jetzt fordert der Bischof von Dresden-Meißen ein "gutes Miteinander".

Diesen katholischen Bischof sollten wir beim Wort nehmen. Es sei "verletzend", Homosexualität als Sünde darzustellen, erklärte Heiner Koch, der Bischof von Dresden-Meißen in einem am Samstag veröffentlichen Interview mit der Oldenburger "Nordwest-Zeitung": "Die Kirche braucht eine andere Sprache, wenn es um Homosexuelle geht", forderte der 60-Jährige, der vor zwei Jahren von Papst Benedikt XVI. ernannt worden war.

"Wichtig ist vor allem ein gutes Miteinander, vor Ort in den Pfarreien", erklärte Koch. "Vieles lässt sich nicht über Thesen in Zeitungen lösen, sondern im Gespräch und Austausch." Der Bischof, der auch Vorsitzender der Kommission Ehe und Familie der Bischofskonferenz ist, meinte weiter: "Ich kenne homosexuelle Paare, die Werte wie Verlässlichkeit und Verbindlichkeit in vorbildlicher Weise leben."

2011 war für Koch offen gelebte Homosexualität noch "Missbrauch"

Vor vier Jahren gab es von Heiner Koch, damals Weihbischof in Köln, noch ganz andere Töne zu hören. So hatte er als Bundespräses des Dachverbands Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften einem schwulen Schützenkönig verboten, gemeinsam mit seinem Partner aufzutreten (queer.de berichtete). Ein schwules Königspaar sei ein "Missbrauch zu Demonstrationszwecken", erklärte er im Interview mit Domradio, da der Eindruck entstehen könne, dass deren Beziehung gleichwertig mit einer heterosexuellen Ehe sei: "Wir möchten verhindern, dass das öffentliche Auftreten als 'Schützenkönig und -königin' als Demonstration missbraucht wird, dass jede partnerschaftliche Beziehung gleichwertig und gleichartig ist" (queer.de berichtete).

Viel mehr als den Ton gegenüber Homosexuellen scheint Koch allerdings nicht ändern zu wollen. So schwärmte er im vergangenen Jahr im Interview mit dem Portal katholisch.de weiterhin von einer Überlegenheit heterosexueller Beziehungen: "Die Kirche versteht unter der Ehe die Verbindung von Mann und Frau, von zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts. Geschlechtlichkeit ist nicht nur eine Frage der Sexualität. Psyche, Körperlichkeit, kulturelle Prägung beider Geschlechter ergänzen sich. Deshalb betonen wir den besonders weiten Wert der Ehe als zweigeschlechtliche Gemeinschaft, die auch zur Zeugung neuen Lebens führt."

Heiner Koch wurde 1954 in Düsseldorf geboren und studierte Theologie, Philosophie und Erziehungswissenschaften. Bereits an seinem 26. Geburtstag wurde er zum Priester geweiht. Im Jahr 2006 wurde er vom Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner zum Weihbischof ernannt. Am 18. Januar 2013 berief ihn Benedikt XVI. schließlich zum Bischof von Dresden-Meißen. (cw)

-w-

#1 Julian SAnonym
  • 21.02.2015, 10:20h
  • Er hat halt vom kreidefressenden Papst gelernt:
    wahrscheinlich will er für uns Mitleid haben und für unser "Seelenheil" beten. Mit solchen Formulierungen kann man uns als minderwertig hinstellen, ohne dass viele Leute das kapieren. Und so kann er sich dann auch noch als ach so barmherzig und gutmütig hinstellen.

    Aber in Interviews mit katholisch.de kann er dann wieder den Hardliner raushängen lassen und von der Überlegenheit der Heterosexualität phantasieren.

    Das Gedankengut, dass manche Menschen anderen "überlegen" seien, hatten wir schon mal in der deutschen Geschichte. Wie das ausgegangen ist, wissen wir alle.
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#2 HonestAbe
  • 21.02.2015, 10:24hBonn
  • "Die Kirche braucht eine andere Sprache, wenn es um Homosexuelle geht"

    Herzlichen Glückwunsch für das Einschwenken auf die Franziskus-Linie, Heiner!
    Eine "andere Sprache" meint ja eben nur das: Die Sprache so verändern, dass sie aus Marketing-Gesichtspunkten verträglich wird. Hinterrücks wird dann natürlich absolut nichts an der kirchlichen Lehre geändert und schön weiter diskriminiert. Dennoch steht die RKK in der Öffentlichkeit plötzlich in einem viel besseren Licht da, da der Bischof ja was "nettes" über Schwule gesagt hat ...

    Was für ein ekelhaftes, verlogenes Pack!
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#3 HeinerAnonym
  • 21.02.2015, 10:29h
  • "So schwärmte er im Interview mit dem Portal katholisch.de, ebenfalls erst im vergangenen Jahr, von einer Überlegenheit heterosexueller Beziehungen"

    Und wieso werden Priestern, Mönchen, Nonnen, etc. dann heterosexuelle Beziehungen verwehrt, wenn die so toll sind?

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    "Wir möchten verhindern, [...] dass jede partnerschaftliche Beziehung gleichwertig und gleichartig ist"

    Klar, wo käme man dann hin...

    Mitleid haben ist okay. Aber Schwule und Lesben auch noch als gleichwertige Menschen ansehen, geht nun echt zu weit. Das wäre ja schon fast das demokratische Gleichheitsprinzip. Nein, das geht nun wirklich nicht.
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