https://queer.de/?23279
Berliner Schwusos
Nominierungen für Magnus-Hirschfeld-Preis gesucht
- 23. Februar 2015 1 Min.

Zum ersten Mal seit 2012 gibt es wieder eine Magnus-Hirschfeld-Preis
Die Arbeitsgemeinschaft der schwulen und lesbischen Sozialdemokraten in Berlin (Schwusos) und die Hauptstadt-SPD werden Mitte Mai zum fünften Mal den Magnus-Hirschfeld-Preis verleihen – und nehmen noch Vorschläge für Nominierungen entgegen.
Der mit 500 Euro dotierte Preis wird im Gedenken an den Mitbegründer der ersten Homosexuellen-Bewegung der Welt für besondere Leistungen in der Queer-Politik in zwei Kategorien vergeben – ein Preis geht an eine Einzelperson, einer an eine Institution oder ein Projekt. Die Gewinner erhalten auch eine Plakette mit dem Porträt von Magnus Hirschfeld.
Die Geehrten des letzten Magnus-Hirschfeld-Preis im Jahr 2012 waren die Autorin Dagmar Schultz und der Sportverein Tennis Borussia Berlin (queer.de berichtete).
Vorschläge für die Nominierung können noch bis zum 12. April eingereicht werden. Es soll ein kurzer Lebenslauf bzw. eine Projektbeschreibung für die Nominierten enthalten sein.
Über die Vergabe des Preises entscheiden dieses Jahr fünf Juroren. Mit von der Partie sind die Pfarrerin Ulrike Rogatzki, Sylvia-Fee Wadehn von der Seniorenarbeit im Rollbergkiez, CSD-Aktivistin Sissy Kraus, Schwester Daphne vom Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz und Marcel de Groot von der Schwulenberatung Berlin. (pm/cw)
SPD Berlin, c/o QueerSozis (Schwusos) Berlin, Müllerstr. 163, 13353 Berlin oder per E-Mail an Magnus_Hirschfeld_Preis_2015@spd.de.
Mehr zum Thema:
» Schwusos Berlin















Dies schrieb nicht Hitler oder Goebbels, sondern der deutschnational Rassenhygieniker und Sozialdarwinist Magnus Hirschfeld.
Neben der bis heute üblichen Genitalverstümmelung von Hermaphroditen betrieb der Ernst-Haeckel-Verehrer Kastrationsversuche zwecks Umpolung von Homosexuellen. Seinen Opfern ließ er die Hoden entfernen und (ohne Wissen über die medizinischen Probleme der Transplantationsmedizin) Hoden von Heterosexuellen, die aufgrund sexuell motivierter Straftaten ihrerseits kastriert worden waren, implantieren.
Dies sind nur einige der negativen und bestürzenden Aspekte in Hirschfelds Biographie. Eine kritische Auseinandersetzung mit Hirschfeld wäre schon lange angebracht und nicht Preise in seinem Namen zu verleihen. Leider sind Politiker des rechten Spektrums, wie die Initiatoren dieser Auszeichnung, nicht diskussionsfähig, wenn es sich um die verfälschten Lebensläufe ihrer quasi-religiösen, sakrosankten Idole handelt. Schlichte Dampfplauderer wie Praunheim, zementieren mit ihren frei erfundenen Quatsch, den sie ungeschickt als historisch korrekt verhökern, noch zusätzlich den bedauernswerten Stand der Dinge.