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Amicus Curiae
USA: Führende Banken unterstützen Ehe-Öffnung

Auch die in den USA äußerst aktive Deutsche Bank schließt sich der Forderung nach der Gleichstellung von Homosexuellen an (Bild: Elliott Brown / flickr / by 2.0)
- 05. März 2015 3 Min.
Wall Street ruft den Obersten Gerichtshof dazu auf, endlich die Ehe zu öffnen. Zu den Unterstützern der Gleichstellung von Schwulen und Lesben gehört auch die Deutsche Bank.
Die amerikanische Finanzindustrie setzt sich für die Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Paaren im Ehe-Recht ein. In einem sogenannten "Amicus Curiae"-Dokument, bei dem nicht an einem Verfahren beteiligte Parteien ihre Einschätzung einem Gericht darlegen können, argumentieren Konzerne wie die Deutsche Bank, CreditSuisse, die Bank of America, UBS Goldman Sachs, JPMorgan und WellsFargo gegenüber dem Supreme Court in Washington, dass der rechtliche Flickenteppich in Bezug auf die gleichgeschlechtliche Ehe sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer schädlich sei. Das Schriftstück soll laut CNN im Laufe des Donnerstags dem Obersten Gerichtshof zugestellt werden.
Der Supreme Court hat im Januar ein Grundsatzurteil zur Frage der Ehe-Öffnung angekündigt (queer.de berichtete). Dieses könnte bereits Ende Juni verkündet werden. Der Fall trägt den Namen "Obergefell v. Hodges". Jim Obergefell ist ein schwuler Mann aus Ohio, der seinen todkranken Partner in Maryland geheiratet hat – sein Heimatstaat verweigert aber die Anerkennung der Ehe. Sein Gegner vor Gericht ist Richard Hodges vom Gesundheitsministerium Ohios.
Erneute Bitte der Wirtschaft
Bereits vor der letzten großen Supreme-Court-Entscheidung zu Homo-Rechten hatten 200 Firmen ein "Amicus Curiae"-Dokument unterzeichnet. Im Fall "United States v. Windsor" entschieden die Supreme-Court-Richter im Juni 2013, dass es gegen die US-Verfassung verstößt, wenn die Bundesregierung Homo-Paare wegen ihrer sexuellen Orientierung nicht rechtlich anerkennt (queer.de berichtete).
Zum aktuellen Fall gebe es aber insgesamt "viel mehr" Unterzeichner als vor zwei Jahren, erklärte Todd Stears vom LGBT-Managerverband "Out Leadership". Er betonte, dass dieser Standpunkt nicht nur moralisch richtig sei sondern auch wirtschaftlich sinnvoll: "Die Märkte sind rational und Diskriminierung wie in diesem Fall ist irrational. Es war nie besonders schwierig, die Wall-Street-Firmen zu überzeugen, das Schriftstück zu unterschreiben."
Auch David Koch unterstützt Ehe-Öffnung

Multimilliardär David Koch
Das Magazin "Free Beacon" berichtete, dass der umstrittene Unternehmer und Lobbyist David Koch das Schriftstück ebenfalls unterzeichnen wird. Dabei gilt der 74-Jährige durch millionenschwere Parteispenden für erzkonservative Republikaner und Mitglieder der homophoben Tea Party unter Linksliberalen als einer der größten Feindbilder. In der Frage von Homo-Rechten hat sich der Marktliberale aber bereits 2012 auf die Seite der Gleichstellungsbefürworter geschlagen (queer.de berichtete). Koch hat derzeit ein Privatvermögen von 43 Milliarden US-Dollar und ist damit der sechstreichste Mann der Welt.
Derzeit erlauben 36 der 50 US-Bundesstaaten die gleichgeschlechtliche Eheschließung. Zusätzlich ordnete ein Gericht am Montag die Ehe-Öffnung in Nebraska an (queer.de berichtete). In Alabama hat ein Regionalgericht die Ehe-Öffnung am Dienstag wieder verboten, obwohl es damit gegen die Anordnung des Supreme Courts in Washington verstößt (queer.de berichtete). (dk)















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