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Einzelkommentar zu:
Birgit Kelle und Homo-"Heiler" bei evangelikaler Familienfreizeit


#27 saltgay
  • 08.03.2015, 21:22h
  • Dass der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland ein Grußwort an die Veranstalter und Teilnehmer richtet, ist normal. Die EKD will es nicht zu einer Spaltung kommen lassen, denn schließlich braucht man jedes Mitglied bei dem sinkenden Steueraufkommen. So einfach ist das. Außerdem hat die EKD nach dem Kriege auch die Verstrickungen der "Deutschen Christen" unter den dicken Altarteppich gekehrt, was fast geglückt wäre. Aber ein ehemaliger Mitarbeiter des Landeskirchenamtes Braunschweig verfasste ein Buch über die unselige Epoche und das passte nicht mehr unter den Teppich. Die EKD liebt es die bundesdeutsche Dachorganisation einer Wohlfühlkirche zu sein.

    Nun sind aber 3000 Teilnehmer nicht sehr prall. Jedes Pfadfinderlager kann mit solchen Zahlen aufwarten. Es sind einige Berufsrandalierer, die diese Aktion aufblasen um ihr dünnes politisches Süppchen zu kochen. Diese deutsche Ausgabe der Flenders aus Springfield gibt es seit Jahrhunderten in der evangelischen Kirche. Sie fallen meist nicht auf, solange sie in der Minderheit sind. Das sind sie im allgemeinen bis auf wenige Ausnahmen, z.B. in Bremen, überall.

    Die "Pfingstler" jedoch haben kirchengeschichtlich rein gar nichts mit der evangelischen Kirche zu tun. Seit der Reformation gab es immer wieder solche "Eiferer", wie man früher bestimmte psychisch Kranke bezeichnete, welche bereits Martin Luther bekämpfte, weil deren Theologie ihm zu unwissenschaftlich war. Diese Schwärmer gründeten ihre eigenen Relionsgemeinschaften, viele nennen sich heute Freikirchen. Bei den Freikirchen ist sorgfältig zu unterscheiden, ob sie Mitglied im Weltkirchenrat sind, oder nicht. Das unterscheidet eine Religion von einer Sekte, grob gesagt.

    Zu meiner Konfirmandenzeit haben wir uns damals über das "Maschinengewehr Gottes - Billy Graham" lustig gemacht, die Jungs von der "moralischen Aufrüstung" mitleidig belächelt. Diese Frömmler waren sich ihres "Andersseins" durchaus bewusst und unterließen zu offenkundige Missionierungsversuche. Wer will sich schon täglich von anderen Jugendlichen gern vorhalten lassen, dass man "einen an der Waffel hat".

    Erst mit dem beständigen Durchmarsch nach rechts, seitens der Parteien von CDU/CSU, SPD, AfD und Grünen-Splittern, wittern diese ewigen Reaktionäre wieder Morgenluft. Ähnlich wie die "Zeugen Jehovas" möchten sie jeden Menschen bekehren, was in Wirklichkeit bedeutet, dass sie einen autoritären Gottesstaat wie im Iran unter dem Kreuz aufbauen wollen. Dafür sollten wir sie heftig in die Schranken verweisen.

    Ansonsten trifft man sie am besten, wenn man sie ohne falsche Hemmungen lächerlich macht, wie Matt Groening in seinen Episoden.
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