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Kommentare zu:
Ein Roman zeigt, was Homophobie anrichtet


#1 oder soAnonym
  • 08.03.2015, 17:40h
  • Da es "die" gesellschaftliche Realität nicht gibt, ist die intelligentere Fragestellung: Wo gibt es diese gesellschaftliche Realität und warum.
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#2 MERCIAnonym
  • 08.03.2015, 17:57h
  • Ein wichtiges und lesenswertes Buch!

    Soziologische Studien wie z. B. die von Grossmannn (2000) zur "prä-homosexuellen Kindheit" belegen zugleich, dass sich ein großer Teil der Schwulen im Alter von 10 Jahren noch nicht als schwul wahrnimmt. Gerade die sich eher "geschlechtsrollenkonformen" verhaltenden Jungs und Männer brauchen unter den herrschenden heteronormativen Verhältnissen und in Ermangelung eines entsprechend breiten Spektrums an Idenfitikationsfiguren meistens noch länger, bis sie ihr Schwulsein entdecken und zulassen können.

    Gegen diese Verhältnisse muss in Zeiten wieder erstarkender, allgegenwärtiger (Hetero-) Sexismen im Rahmen der gängigen Geschäftsmodelle und in Krisenzeiten wieder massiv verbreiteten Ideologien der Ungleichwertigkeit auf allen Ebenen Widerstand geleistet werden.

    Überhaupt ist die Pubertät für ALLE jungen Menschen die Phase des sexuellen Entdecken und muss das auch sein dürfen. Empirische Daten wie zuletzt wieder die Studie "Partner IV" zur Jugendsexualität belegen klar, dass Homosexualität nicht nur Sache einer "kleinen Minderheit", sondern, wie in der gesamten Evolutions- und Menschheitsgeschichte, weit verbreitet ist (obwohl hier auf Grund der ideologischen Durchdringung und Einseitigkeit bürgerlicher "Forschung" und "Wissenschaft" vielfach erst an der Oberfläche gekratzt wurde, wenn überhaupt).

    Die Anerkennung dieser sexualwissenschaftlichen Tatsache - spätestens seit Kinsey (wieder) bekannt - muss endlich eingefordert werden. Das geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmungsrecht aller Menschen muss - von kleinauf - vor sexistischen, heteronormativen bürgerlichen Ideologen, die direkt reaktionären, gegen soziale und demokratische Rechte der breiten Masse lohnabhängiger Menschen gerichteten Interessen dienen, vor deren Aggression und Gewalt geschützt werden!
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#3 der AussendungAnonym
#4 GeorgGAnonym
  • 08.03.2015, 20:12h
  • So weltstädtisch und liberal Paris ist, so konservativ und hinterwäldlerisch kann die französische Provinz sein. Ich kenne einige Franzosen, die aus dortigen Klein- und Mittelstädten regelrecht nach Deutschland geflohen sind. Die Proteste gegen die Eheöffnung, die Millionen von Franzosen auf die Straßen getrieben hatte, wurden vor allem von der Landbevölkerung getragen.
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#5 KokolemleProfil
  • 08.03.2015, 21:01hHerschweiler
  • Antwort auf #2 von MERCI
  • Super geschrieben. Genau das ist was ich immer sage. Wenn konservative Politiker zu stark werden ist das für die Gesellschaft eine Katastrophe. Deshalb müssen linke Parteien und Politiker mit allen Kräften unterstüzt werden. Wer das hier nicht einsieht, gräbt sein eigenes Grab.
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#6 minuskelnAnonym
#7 TheDadProfil
  • 08.03.2015, 23:39hHannover
  • Antwort auf #4 von GeorgG
  • ""So weltstädtisch und liberal Paris ist,""..

    ""Die Proteste gegen die Eheöffnung, die Millionen von Franzosen auf die Straßen getrieben hatte, wurden vor allem von der Landbevölkerung getragen.""..

    Tatsächlich ? Millionen ?

    Woher stammen die Zahlen, und woher die Informationen zu einer dann doch offensichtlichen "Reise-Demonstranten-Szene" in Paris und anderen Großstädten ?

    Direkt aus dem organisierenden Reise-Büro´s, oder durch Befragungen vor Ort ?
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#8 Carsten ACAnonym
  • 09.03.2015, 10:59h
  • Dieser Roman steht stellvertretend für tausende Einzelschicksale.

    Umso wichtiger ist es, dass man aktiv gegen Homophobie angeht. Und das geht nur über Aufklärung. Mehr Aufklärung an Schulen und Jugendeinrichtungen, aber auch mehr Präsenz in den Medien.
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#9 goddamn liberalAnonym
  • 09.03.2015, 12:04h
  • Scheint ein interessantes Buch zu sein.

    Ein weiteres Symptom für sie merkwürdige soziokulturelle Krise Frankreichs, die sehr viel mit Fragmentisieruung zu tun hat.

    Dem Niedergang der Arbeiterbewegung, die selbst im San Francisco Harvey Milks Koalitionen zwischen Gewerkschaftern und LGTB-Aktivisten erlaubte.

    In Frankreich schwärmt dagegen heute der frauenfeindliche, antisemitische und homophobe Querfrontler und geborene Baron Alain Soral vom starken Proleten, von dem er keine Ahnung hat (auch wenn er hilflos einen imitiert).

    Verbunden damit ist eine tiefe Identitätskrise.

    Denn im Land Prousts, Cocteaus, Yves Saint-Laurents, Christian Diors und der offen schwulen Volkskünstler Charles Trenet ("Douce France"!) und Jean Marais (Fantomas) ist Homophobie nicht nur schlimm, sondern grotesk unpatriotisch.
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#10 WillieAnonym
  • 09.03.2015, 16:43h
  • Ich habe ein paar Interviews mit dem Autoren gelesen und er sagt eigentlich überall, dass die Homophobie genau so passiert ist. Das Buch ist vom Ablauf her zwar nicht komplett autobiographisch, aber die Umstände sind wie beschrieben.
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#11 Patroklos
#12 Homonklin44Profil
  • 09.03.2015, 17:02hTauroa Point
  • Das ist ein Buch, das ich brennend gerne lesen würde, das mir aber auch Angst davor macht, es zu lesen, weil ich voraussehen kann, dass es ähnlich einer Reise zurück in meine eigene Kindheit sein mag. Nicht in Frankreich, sondern im tiefsten Schwabenland.
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#13 wiking77
  • 10.03.2015, 12:54h
  • es ist aber schon so. Gerade noch vor Jahrzehnten, wenn ausgemacht war, dass jemand "schwul" war oder nur angeblich war, war der Umgang sehr hart, verletzend und lieblos. Heute streichen sich solche Leute einen sogenannten Anstandslack an und unter der Oberfläche wird weitere schlecht gedacht, gelästert, danach getrachtet, wo man diesem Menschen schaden kann.

    Ich denke mir manchmal, wo auch viele Schwule meinen, mit Toleranz sei alles schon in trockenen Tüchern, ob es mitunter als Erwachsener nicht besser wäre, zu wissen wo in der eigenen Umgebung die Homophoben sind. Statt arglos von jedem Vertrauen und Toleranz zu erwarten um nachher feststellen zu müssen, dass Toleranz und Respekt nur geheuchelt auf dem "Anstandslack" sind.
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#14 LarsAnonym
  • 13.03.2015, 18:08h
  • Das Erschütternde an solchen Erzählungen aus schwulen Biographien ist für mich nicht allein die Homophobie einzelner, sondern das Fehlen eines Gegententwurfs, wie eine schwule Kindheit und Jugend in einer, ich sage mal, rustikalen Umgebung denn aussehen könnte.

    So sehr ich dem Autor seinen "Befreiungssschlag" und seinen"Aufbruch in ein neues Leben" gönne - es bleibt der Berfreiungsschlag eines Erwachsenen und er ist nur möglich durch die "Emigration" in eine andere, tolerantere Umgebung.

    Dass die Grunderfahrung der Entwurzelung vor und in der Pubertät auch 2015 noch die Regel in schwulen Biographien darstellt, zeigt, wie viel sich in der Gesellschaft verändern muss, bis aus der gesetzlich geschützten Toleranz eine echte und flächendeckende gesellschaftliche Akzepanz werden kann.
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