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An britischen Schulen - und nicht nur dort - ist homophobes Mobbing ein großes Problem (Bild: Adrian Sampson / flickr / by 2.0)

  • 09. März 2015 13 2 Min.

Erschreckende Ergebnisse: Schwule oder bisexuelle Teenager werden an britischen Schulen nicht nur von Mitschülern, sondern auch von Lehrern gemobbt.

Laut einer am Sonntag veröffentlichten Studie des National Aids Trust (NAT) ist Mobbing von homo- oder bisexuellen Jungen an Schulen in Großbritannien weit verbreitet. Demnach mussten mehr als die Hälfte der Schüler Mobbing wegen ihrer sexueller Orientierung an Schulen ertragen – ein Fünftel wurde sogar von Lehrern oder anderen Erwachsenen gemobbt.

Für die Studie mit dem Titel "Boys Who Like Boys" (PDF) wurden mehr als 1.000 schwule oder bisexuelle Jungs zwischen 14 und 19 Jahren befragt. Sie ist damit eine der größten Untersuchungen ihrer Art im Vereinigten Königreich.

Insgesamt gaben 55 Prozent der Befragten an, in der Schule schon gemobbt oder diskriminiert worden zu sein, weil sie schwul oder bisexuell sind. Von dieser Gruppe erklärten 99 Prozent, eine Mitschülerin oder ein Mitschüler sei der Täter gewesen, 39 Prozent nannten einen Lehrer oder anderen Erwachsenen an der Schule.

"Das ist eine unglaublich große Zahl", erklärte NAT-Chefin Deborah Gold. "Der Gedanke, dass Lehrer für Mobbing verantwortlich sind, ist nicht akzeptabel." Es müssten daher mehr Studien durchgeführt werden, um zu ergründen, welche Auswirkungen dieses Mobbing auf die Jugendlichen habe.

Schulaufklärung mangelhaft

Die Studie kam auch zu dem Ergebnis, dass drei Viertel der Befragten im Unterricht nie etwas von gleichgeschlechtlichen Beziehungen gehört habe; ein Viertel erklärte, Safer Sex sei im Unterricht nie erwähnt worden. Die NAT vermutet, dass deswegen die Zahl der Jugendlichen, die sich mit dem HI-Virus angesteckt haben, in den letzten Jahren stark angestiegen sei.

Die Jugendlichen würden sich statt in der Schule im Internet über Sexualität informieren – und konsumierten daher oft Pornografie als Informationsquelle, "weil gleichgeschlechtliche Beziehungen in der Mainstream-Kultur oft nicht vorkommen", heißt es im Bericht.

Auch in Deutschland sind homo- und bisexueller Schüler einer äußerst feindlichen Atmosphäre ausgesesetzt: So fand eine Berliner Studie im Jahr 2012 heraus, dass rund zwei Drittel der Grundschüler die Worte "schwul" oder "Schwuchtel" als Schimpfworte verwenden (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 NicoAnonym
  • 09.03.2015, 14:53h

  • Das gibt es leider auch in Deutschland.

    Viele Lehrer brauchen wohl auch Nachhilfe.

    Das ist wirklich skandalös, da Jugendliche besonders sensibel und gefährdet sind. Und gerade Schule sollte eigentlich ein geschützter Ort sein, wo niemand Angst haben muss.
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#2 Just meAnonym
  • 09.03.2015, 15:08h
  • Zitat: "Der Gedanke, dass Lehrer für Mobbing verantwortlich sind, ist nicht akzeptabel."

    Es ist genauso wenig akzeptabel, dass Mitschüler_innen für Mobbing verantwortlich sind. Aber wieso sollte Heterosexismus und Schwulenhass auch vor Erwachsenen Halt machen? An den 'besorgten Eltern' kann man gut sehen, dass beides nicht zwangsläufig eine Frage des Alters ist. Gabriel Stängle, der Initiator der Petition gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg, ist z.B. Realschullehrer...

    Zitat: "Es müssten daher mehr Studien durchgeführt werden, um zu ergründen, welche Auswirkungen dieses Mobbing auf die Jugendlichen habe."

    Es gibt meines Erachtens bereits Studien über die Auswirkungen von Mobbing. Außerdem kann sich jeder klar denkende bzw. fühlende Mensch vorstellen, was das für Auswirkungen sind. Braucht man dazu wirklich noch Studien? Wichtiger finde ich, die Aufklärung zum Thema Homosexualität stärker in den Fokus zu rücken und entschiedener gegen Mobbing (egal gegen welche Gruppe es sich richtet) vorzugehen. Genauso wie beim Mobbing durch Schüler_innen, sollte auch das Mobbing durch Lehrer_innen nicht ohne Folgen bleiben. Der Ruf nach mehr Studien klingt für mich hingegen stark danach, die eigene Existenz/Arbeit zu legitimieren, ohne dass es den betroffenen Schüler_innen wirklich hilft.
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#3 TheDad
  • 09.03.2015, 15:33hHannover
  • Antwort auf #1 von Nico
  • ""Und gerade Schule sollte eigentlich ein geschützter Ort sein, wo niemand Angst haben muss.""..

    Stimmt..

    Aber stellte man die gleiche Untersuchung unter Schwulen und Bisexuellen Lehrkräften an, man käme zu ähnlichen Ergebnissen :

    99 % sammeln "Diskriminierungs-Erfahrungen" mit Schülern..
    39 % mit Kollegen..

    Aufklärung die sich im Grunde genommen an Schüler wendet, wirkt sich aber auch auf die Lehrkräfte aus..

    Um so wichtiger sich nicht von Bildungsplan-Gegner einschüchtern zu lassen..
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