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Gayfriendly Reiseziel

Der Geheimtipp im Mittelmeer: Malta


Ein Insel mit Geschichte: Skyline der Hauptstadt Valletta (Bild: Wiki Commons / Boguslaw Garbacz / CC-BY-SA-3.0)

  • 14. März 2015 23 5 Min.

Obwohl Malta winzig ist, gibt es für queere Besucher viel zu entdecken – egal ob man eher auf Kultur, Natur oder das Partyleben steht.

Von Dennis Klein

Das kleinste EU-Land mitten im Mittelmeer gilt als tiefkatholische Heimat des Malteserordens. Wer schon mal seinen Urlaub auf der Insel verbracht hat, weiß aber, dass sie neben beeindruckenden Sakralbauten auch Party, Bildung und Strand bietet. Mit Temperaturen, die selbst im Winter nie in die Nähe des Gefrierpunktes kommen, ist Malta für durchgefrorene Deutsche ein Traumziel.

Auch bei der Akzeptanz von Homosexuellen ist der Inselstaat schon viel weiter als beispielsweise das rund 300 Kilometer entfernte Italien. Im vergangenen Jahr führte Malta Eingetragene Lebenspartnerschaften ein, die exakt dieselben Rechte beinhalten wie heterosexuelle Ehen (queer.de berichtete). Damit sind die maltesischen Schwulen und Lesben bereits bessergestellt als die deutschen, denen noch immer das Adoptionsrecht vorenthalten wird. Maltas Tourismusindustrie wirbt inzwischen auch gezielt um LGBT-Reisende aus aller Welt.

Die Hauptinsel ist nicht größer als Frankfurt am Main

Malta besteht zum größten Teil aus zwei Inseln: der Hauptinsel Malta, die ungefähr so groß ist wie die Stadt Frankfurt am Main, – und Gozo, das etwas kleiner als Buxtehude ist (dazu kommt die Miniinsel Comino mit vier Einwohnern). Auch wenn man mit dem Auto oder Bus kilometerweit durch romantische, mediterrane Landschaften tuckern kann, gehört das Land mit rund 1.400 Einwohnern pro Quadratkilometer zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt.

Auf der Hauptinsel befindet sich die Hauptstadt Valletta und die Touristenstadt San Giljan, die auch das beliebte Vergnügungsviertel Paceville enthält. Gerade in der Hauptreisezeit wird hier in den hunderten Discotheken gefeiert. Vielleicht mit Ausnahme der so genannten Gentleman Clubs fühlen sich auch Lesben und Schwule dort wohl. Zudem sind Drinks günstiger als bei uns.

Im Gay-Club AXM treffen sich Einheimische und Touristen



Mitten im Partygetümmel liegt die schwule Lounge und Discothek AXM. Der Club öffnet von Mittwoch bis Sonntag jeweils gegen 22 Uhr. Bis Mitternacht gibt es eine günstige Happyhour zum Vorglühen, allerdings ist zu dieser Zeit gerade unter der Woche wenig los. In den frühen Morgenstunden füllt sich die Bar aber mit einer netten Mischung aus Einheimischen, Briten und anderen Touristen. Mittwochs ist übrigens Cruising-Nacht. Vorsicht bei Cocktails: Die feschen Bartender sparen nicht mit Alkohol!

Um Paceville finden sich unzählige Hotels für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Beeindruckend ist etwa das Hilton Malta, das einen wunderbaren Blick aufs Mittelmeer bietet – und mehrere ausgezeichnete Restaurants beherbergt.

Unesco-Weltkulturerbe in der Hauptstadt Valletta



Ein Kontrastprogramm zum quirligen Partyleben in San Giljan ist die Hauptstadt Valletta. Die Unesco hat die ganze Innenstadt als Weltkulturerbe anerkannt. Hier kann man etwa in den Barrakka Gardens wandeln oder die ganze Pracht der Ko-Kathedrale St. Johns bewundern. Eine gute und fantasievolle Einführung in die Geschichte Maltas bietet das 5D-Kino – und das sogar auch auf Deutsch.

In Valletta gibt es auch gute Restaurants mit traditioneller maltesischer Küche, die Elemente aus Italien, England und Nordafrika kombiniert. Empfehlenswert ist etwa Michael's, das ein hervorragend zubereitetes Kaninchen – eine der maltesischen Spezialitäten – sowie ganz frischen Fisch anbietet.

Noch mehr Geschichte lässt sich in der ersten maltesischen Hauptstadt Mdina einatmen: Diese nur noch 200 Einwohner zählende Stadt geht auf die Bronzezeit zurück und wurde von Römern und später von den Arabern erbittert verteidigt. Die Mischung aus mittelalterlicher und barocker Architektur, die gut erhaltene Stadtmauer und die Lage auf einem rund 200 Meter hohen Hügel lassen Besucher schnell vergessen, in welchem Jahrhundert sie sich befinden.

5.000 Jahre alte Tempelanlagen von Hagar Qim



Aber es geht noch älter: Die Tempelanlagen von Hagar Qim und Mnajdra im Süden des Landes sind rund 5.000 Jahre alt und liegen ideal auf einem Hochplateau. Die von Zeltkuppeln überdachten Anlagen der mysteriösen Vorfahren moderner Malteser laden zum Träumen ein – und keiner außer Erich von Däniken weiß, was mit diesen Tempelbauern passiert ist.

Wem selbst das noch nicht alt genug ist, sollte mit der Fähre nach Gozo hinüberschippern. Hier bietet Gozo Channel für ein paar Euro die einzige Überfahrtmöglichkeit auf die Nachbarinsel an. Haupattraktion auf Gozo sind die 6.000 (!) Jahre alten Ggantija-Tempelanlagen. Das Unesco-Kulturerbe gehört damit zu den ältesten freistehenden Gebäuden der Welt.

Das Felsentor auf Gozo: Azure Widow



Gozo bietet auch sonst viel: Die Inselbewohner haben ihren eigenen Kopf und fühlen sich – vergleichbar mit den Bayern in Deutschland – als eigenes Völkchen. Das wirkt sich auch auf die Küche aus, die hier noch traditioneller daherkommt. Mit dem Azure Window, einem 100 Meter langen und 20 Meter hohen natürlichen Felsentor direkt an der Küste, gibt es hier auch eine der schönsten Natur-Bauwerke zu sehen. Wenn es windig ist, sollte man aber ein paar Meter Abstand halten, sonst wird es schnell ganz nass.

Besucher der maltesischen Inseln kommen übrigens mit Englisch gut durchs Land, das neben Maltesisch Amtsprache ist. Maltesisch ist übrigens ein arabischer Dialekt – und die einzige semitische Sprache der Welt mit lateinischen Buchstaben.

Britische Kolonie bis 1964



Die meisten Besucher kommen bislang aus Großbritannien, das Malta bis 1964 als Kolonialmacht verwaltete. Auf Platz zwei – noch vor den Deutschen – liegen die Italiener, die oft von Sizilien aus mit der Fähre hinüberfahren. Am einfachsten für abenteuerlustige Touristen ist es, sich vor Ort ein Auto zu mieten, allerdings gibt es auch Busverbindungen.

In den letzten Jahren ist es viel leichter geworden, auch von Deutschland nach Malta zu kommen: Es gibt nur einen Flughafen, der von der nationalen Fluglinie Air Malta im Codeshare mit Lufthansa angeflogen wird. Aus dem deutschsprachigen Raum gibt es Flüge aus Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München, Wien und Zürich.

Bilder: Chen Weizhong, AXM, 57881779@N04, bs0u10e0 (alle cc by-sa 2.0)

#1 Markus44Anonym
#2 KlaroAnonym
  • 14.03.2015, 11:35h
  • Malta ist tasächlich eine gelungene Mischung aus maltesischer, italienischer und britischer Kultur. Man spricht unter sich maltesisch, mit Nichtmaltesern englisch oder italienisch.
    Malta ist, wenn ein alter Fischer, der aussieht wie ein Sizilianer, barfuss auf seinem Boot sitzt und die Daily Mail liest oder wenn man mit dem Gruß "grazie, good-bye" verabschiedet wird.
    Man sollte sich Malta aber nicht als verkleinerte Ausgabe von Gran Canaria vorstellen. Die Strände sind äußerst klein und werden überwiegend von Familien mit Kindern belegt. Die Partystadt Paceville ist tatsächlich sehr lebendig, aber es sind überwiegend britische, heterosexuelle Teenies, die dort herum toben.
    Am besten eignet sich die Insel für etwas ältere, kulturinteressierte Schwule. Der beste Standort für Schwule ist die größte Stadt, Sliema, in der auch die Malteser untereinander Englisch sprechen und Valletta. Die Hauptstadt Valletta hat zwar in den letzten Jahren einige neue Restaurants am Anlegerbereich der Kreuzfahrtschiffe hinzu bekommen, aber dennoch werden dort weiterhin abends die Bürgersteige hoch geklappt. Die kleinen Orte im Landesinnern sind katholisch-konservativ und dort sind Schwule nach wie vor nicht willkommen.
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#3 Markus44Anonym
  • 14.03.2015, 12:04h
  • Übrigens nebenbei lobe ich einmal die Queer und das Queerforum, weil man hier immer schreiben kann und seine Meinung auch veröffentlicht bekommt.

    Ganz anders schaut dies bei der nur scheinbar frei zugänglichen Wikipedia aus.

    Dort wird mit Sperrfiltern gearbeitet und Administratoren, die sich Nicknames wie Itti, Seewolf, usw. geben, sperren dort insbesondere schwule Autoren weg, indem Sie dort über deren IP-Adressen Sperrfilter mit LGBT-Sperrwörtern setzen.

    So werden dort nach und nach schwule Autoren weggesperrt und ich weiß, wovon ich da schreibe. Wer sich dort einmal den Sperrfilter 66 beispielsweise anschaut, wird feststellen, das dort Zensur durch Filterwörter betrieben wird, die LGBT-Themenfelder betreffen. So erreicht man, das nur ein kleiner Insiderzirkel die LGBT-Artikel in der Wikipedia bearbeitet.

    Also ein Lob an die Queer für offenes Autorenschreiben, auch wenn es hier teilweise im Forum "ganz schön rund und zur Sache" geht. Aber das ist mir lieber, als diese Sperrfilter bei der Wikipedia. Wikipedia ist in Wahrheit in keinster Weise für alle Internetnutzer offen zugänglich.
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