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Reaktion auf Aussagen der Modefürsten
Kreativchef von D&G-Magazin tritt zurück

Die Titelseite des Online-Magazins von Dolce & Gabbana
- 18. März 2015 2 Min.
Wegen der negativen Aussagen von Domenico Dolce und Stefano Gabbana über Regenbogenfamilien muss das D&G-Onlinemagazin einen neuen Kreativchef suchen.
Giuliano Federico ist am Dienstag als Kreativchef des englischsprachigen Online-Magazin swide.com zurückgetreten, das vom Modelabel Dolce & Gabbana von Mailand aus betrieben wird. Federico erklärte in einer kurzen Stellungnahme auf seiner Facebook-Seite, dass der Grund für seinen Rückzug die Aussagen von Domenico Dolce und Stefano Gabbana über Familien seien. Die schwulen Modedesigner hatten in einem Interview vergangene Woche gesagt, dass sie nur die traditionelle Familie akzeptierten und keine anderen Formen wie die Regenbogenfamilie (queer.de berichtete).
Federico erklärte, diese Kommentare stünden "im krassen Widerspruch" zu seiner persönlichen Überzeugung und seinem Engagement für Bürgerrechte in seinem Heimatland. "Ich bin stolz darauf, Italiener zu sein. Ich bin stolz auf unsere Vergangenheit und unsere Tradition. Aber ich glaube auch, dass Italien auf eine modernere und gleichberechtigtere Zukunft für unsere Kinder zugeht. Für alle Kinder."
Er lobte, dass Dolce & Gabbana die italienische Kultur und Traditionen mit ihren Kreationen nach außen getragen hätten. Zugleich kritisierte er seine früheren Chefs: "Ich denke, dass Modedesigner sich mit ihren Kleidern ausdrücken sollten".
Rückzug nach sieben Jahren

Giuliano Federico arbeitete sieben Jahre lang für das D&G-Magazin
Laut Swide war Federico seit dem Start des Online-Magazins 2008 in führender Position dabei. Er war zunächst Chefredakteur, erhielt dann im Mai 2013 "die inspierendere Rolle des Kreativchefs". Demnach hat sich Federico seit seiner Kindheit für Mode interessiert. Seinem Vater hatte eine Boutique gehört, deshalb sei er "umgeben von Kleidern und Accessories aufgewachsen".
Die Aussagen der Modemacher zu Regenbogenfamilien haben bereits in den vergangenen Tagen für erhebliche Aufmerksamkeit gesorgt. So wird ein Boykott des Modelabels von Prominenten wie Elton John unterstützt. Das führte dazu, dass Gabbana den britischen Sänger als "Faschisten" bezeichnete – ebenso wie mehrere rechtskonservative Politiker in Italien (queer.de berichtete). (dk)














Der Mann hat Rückgrat und stellt keine Profit-Interessen über seine Überzeugung...
Solche Leute bräuchte man mehr.