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Der Dresdner CSD-Verein geht aufs Ganze: Lieber keinen CSD als einen am Stadtrand (Bild: CSD Dresden e.V.)

  • 21. März 2015 59 2 Min.

Weil der Geräuschpegel zu groß sei, will die Stadtverwaltung das schwul-lesbische Straßenfest auf eine Zirkuswiese am Stadtrand verlegen. Der CSD Dresden e.V. ist empört.

In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden könnte der CSD in diesem Jahr ausfallen. Der Verein CSD Dresden e.V. hat am Freitag seine Anmeldung zurückgezogen und setzt damit die Stadtverwaltung unter Zugzwang. Hintergrund ist ein heftiger Streit um den Ort für das am 5. Juni geplante Straßenfest.

Mit der Begründung, dass die Veranstaltung zu laut wäre, will die Stadtverwaltung in diesem Jahr nach Angaben des Vereins überraschend keinen CSD auf dem Altmarkt genehmigen, wo er in den Jahren zuvor stattfand. Die Versammlungsbehörde befürchte, dass die zeitgleich stattfindenen Dresdner Musikfestspiele durch das schwul-lesbische Event gestört werden könnten. Als Alternative schlugen die Behörden dem CSD-Verein die Cockerwiese am Stadtrand vor, auf der sonst Zirkusse gastieren.

"Ein Stadtfest gehört in die Innenstadt"

Für den CSD Dresden e.V. ist dies keine Alternative: "Das wäre ungefähr so, als solle der ColognePride am Flughafen Köln-Bonn stattfinden", meinte Vereinsvorstand Ronald Zenker. "Ein Stadtfest gehört in die Innenstadt." Hinzu kämen organisatorische Probleme: "Wir müssten dann die komplette Demo-Route ändern, weil wir ja dann von der Cockerwiese abfahren müssten, aber die LKWs dürfen nicht auf die Wiese fahren."

Zenker setzte der Stadtverwaltung nun ein Ultimatum: Wenn bis Montagabend keine Reaktion auf die Abmeldung komme, werde der Christopher Street Day in diesem Jahr "definitiv nicht stattfinden".

Unterstützung bekommt der CSD-Verein in den Sozialen Netzwerken. Dort verbreitet sich rasant ein Foto mit einem Zitat der ehemaligen Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz. Diese hatte im vergangenen Jahr beim schwul-lesbischen Straßenfest auf dem Altmarkt versprochen: "Der CSD gehört auf diesen Platz und wird auch in den nächsten Jahren hier stattfinden."

Festnageln kann man die CDU-Politikerin jedoch nicht: Aus gesundheitlichen Gründen war Orosz Ende Februar von ihrem Amt zurückgetreten. Derzeit führt der FDP-Politiker Dirk Hilbert die Geschäfte kommissarisch. (cw)

-w-

#1 HeinerAnonym
  • 21.03.2015, 15:08h
  • Das passiert, wenn jemand von der FDP Bürgermeister ist.
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#2 David77Anonym
  • 21.03.2015, 15:15h
  • Anscheinend legt die Stadt nach Pegida und co. Wert darauf, den international schlechten Ruf beizubehalten...
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#3 NicoAnonym
  • 21.03.2015, 15:17h
  • Ein typisches Beispiel für versteckten Homohass:
    am liebsten würde die Dresdener Stadtverwaltung den CSD nach russischem Vorbild ganz verbieten.

    Da sie sich das nicht zutrauen, erfinden sie dann irgendwelche hanebüchenen Ausreden, um den CSD an den Stadtrand zu verlegen, damit der deutsche Biedermann vor dem Anblick verschont wird.

    Mit exakt derselben Taktik hat es auch in Russland angefangen. Da wurde sowas zunächst auch in abgesperrte Areale ins Niemandsland verlegt, wo es keiner mitbekam. Und als das ohne Widerspruch funktionierte, kamen dann die kompletten Verbote.

    Die russische Taktik... Da wissen wir jetzt, wie es in Sachsen die nächsten Jahre weitergeht...
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