https://queer.de/?23472
Ergebnisse von Befragung
Katholiken im Bistum Münster wollen auf Homosexuelle zugehen

Der Münsteraner Bischof Felix Genn verteidigte wiederholt die harte Haltung seiner Kirche gegenüber Homosexuellen (Bild: Wiki Commons / Ruecki / CC-BY-SA-3.0)
- 25. März 2015 2 Min.
Der katholische Bischof von Münster hatte unlängst der evangelischen Kirche gedroht, weil sie zu sehr auf Schwule und Lesben zugegangen sei. Nun befürworten seine Schäfchen eine Segnung von Homo-Paaren.
Gläubigen im Bistum Münster missfällt die generell ablehnende Haltung ihrer Kirche gegenüber Wiederverheirateten und Homosexuellen. Das Bistum veröffentlichte am Dienstag Antworten auf eine Befragung der Kirchenmitglieder zur katholischen Familienpolitik. Demnach wünschten sich die Gläubigen "eine Kirche, die barmherzig und liebevoll auf alle Menschen zugeht, unabhängig davon, in welchen Familiensituationen oder Beziehungs-Formen sie leben". Dies gelte insbesondere auch für Menschen, die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften lebten.
So heißt es in den Antworten etwa, dass sich "eine Abwertung von lesbischer oder schwuler Sexualität" verbiete, da LGBT "ebenso Kinder Gottes wie die Mehrheit" seien. Schwule und Lesben müssten "weder bedauert noch bekümmert" werden. Es wurde auch angeregt, Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Liebespaare durchzuführen, damit sie "Gottes Gegenwart auch in ihrem Leben" erfahren würden.
Ähnliche Ergebnisse hatte zuvor bereits das Bistum Essen veröffentlicht (queer.de berichtete). Das Erzbistum Köln hatte bereits 2013 erklärt, dass die Gläubigen die Haltung ihrer Kirche gegenüber Schwulen und Lesben als "welt- und beziehungsfremd" ansehen würden (queer.de berichtete).
Bischof Genn begründet Diskriminierung mit "Naturordnung"
Die Ergebnisse im zwei Millionen Katholiken zählenden Bistum Münster zeigen, dass die Gläubigen Homosexuelle nicht wie die Kirchenführung weiter ausschließen wollen. Damit stellen sie sich auch gegen Bischof Felix Genn, der in der Vergangenheit argumentiert hat, dass die "Naturordnung" für Unterschiede zwischen gleich- und verschiedengschlechtlichen Beziehungen verantwortlich sei und die Kirche deshalb Homo- und Heterosexuelle nicht gleichbehandeln dürfe.
2013 hatte er sogar der evangelischen Kirche mit Konsequenzen in der ökumenischen Zusammenarbeit gedroht, weil die EKD in einer Orientierungshilfe homosexuelle Paare als "gleichwertig" bezeichnet hatte (queer.de berichtete). Wenige Monate gestand Genn in einem Interview mit der "Münsterlandzeitung" aber ein, dass die Kirche im Umgang mit Homosexuellen "sicherlich Fehler gemacht" habe.
Bereits Anfang März hatte das Bistum Münster Zahlen veröffentlicht, wonach ein großer Teil der Gläubigen mit der Kirche unzufrieden ist (PDF). Die neue Befragung, an der sich in Münster rund 100 Gläubige beteiligten, dient zur Vorbereitung einer Synode zum Thema Familie im Herbst im Vatikan. (dk)















Die glauben nicht wirklich, dass wir darauf scharf sind, oder? Das letzte was ich - egal ob in einer Beziehung oder nicht - brauche, ist ihr imaginärer Freund, der sich gerne in Wüstengestrüpp verwandelt, Sintfluten schickt und zur Feier des Tages auch mal Blitze aus seinem Arsch fahren lässt.