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Der Münsteraner Bischof Felix Genn verteidigte wiederholt die harte Haltung seiner Kirche gegenüber Homo­sexuellen (Bild: Wiki Commons / Ruecki / CC-BY-SA-3.0)

  • 25. März 2015 93 2 Min.

Der katholische Bischof von Münster hatte unlängst der evangelischen Kirche gedroht, weil sie zu sehr auf Schwule und Lesben zugegangen sei. Nun befürworten seine Schäfchen eine Segnung von Homo-Paaren.

Gläubigen im Bistum Münster missfällt die generell ablehnende Haltung ihrer Kirche gegenüber Wiederverheirateten und Homosexuellen. Das Bistum veröffentlichte am Dienstag Antworten auf eine Befragung der Kirchenmitglieder zur katholischen Familienpolitik. Demnach wünschten sich die Gläubigen "eine Kirche, die barmherzig und liebevoll auf alle Menschen zugeht, unabhängig davon, in welchen Familiensituationen oder Beziehungs-Formen sie leben". Dies gelte insbesondere auch für Menschen, die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften lebten.

So heißt es in den Antworten etwa, dass sich "eine Abwertung von lesbischer oder schwuler Sexualität" verbiete, da LGBT "ebenso Kinder Gottes wie die Mehrheit" seien. Schwule und Lesben müssten "weder bedauert noch bekümmert" werden. Es wurde auch angeregt, Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Liebespaare durchzuführen, damit sie "Gottes Gegenwart auch in ihrem Leben" erfahren würden.

Ähnliche Ergebnisse hatte zuvor bereits das Bistum Essen veröffentlicht (queer.de berichtete). Das Erzbistum Köln hatte bereits 2013 erklärt, dass die Gläubigen die Haltung ihrer Kirche gegenüber Schwulen und Lesben als "welt- und beziehungsfremd" ansehen würden (queer.de berichtete).

Bischof Genn begründet Diskriminierung mit "Naturordnung"

Die Ergebnisse im zwei Millionen Katholiken zählenden Bistum Münster zeigen, dass die Gläubigen Homosexuelle nicht wie die Kirchenführung weiter ausschließen wollen. Damit stellen sie sich auch gegen Bischof Felix Genn, der in der Vergangenheit argumentiert hat, dass die "Naturordnung" für Unterschiede zwischen gleich- und verschiedengschlechtlichen Beziehungen verantwortlich sei und die Kirche deshalb Homo- und Heterosexuelle nicht gleichbehandeln dürfe.

2013 hatte er sogar der evangelischen Kirche mit Konsequenzen in der ökumenischen Zusammenarbeit gedroht, weil die EKD in einer Orientierungshilfe homosexuelle Paare als "gleichwertig" bezeichnet hatte (queer.de berichtete). Wenige Monate gestand Genn in einem Interview mit der "Münsterlandzeitung" aber ein, dass die Kirche im Umgang mit Homosexuellen "sicherlich Fehler gemacht" habe.

Bereits Anfang März hatte das Bistum Münster Zahlen veröffentlicht, wonach ein großer Teil der Gläubigen mit der Kirche unzufrieden ist (PDF). Die neue Befragung, an der sich in Münster rund 100 Gläubige beteiligten, dient zur Vorbereitung einer Synode zum Thema Familie im Herbst im Vatikan. (dk)

-w-

#1 Just meAnonym
  • 25.03.2015, 14:12h
  • "Es wurde auch angeregt, Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Liebespaare durchzuführen, damit sie 'Gottes Gegenwart auch in ihrem Leben' erfahren würden."

    Die glauben nicht wirklich, dass wir darauf scharf sind, oder? Das letzte was ich - egal ob in einer Beziehung oder nicht - brauche, ist ihr imaginärer Freund, der sich gerne in Wüstengestrüpp verwandelt, Sintfluten schickt und zur Feier des Tages auch mal Blitze aus seinem Arsch fahren lässt.
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#2 Markus44Anonym
  • 25.03.2015, 14:25h
  • Antwort auf #1 von Just me
  • "Es wurde auch angeregt, Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Liebespaare durchzuführen, damit sie 'Gottes Gegenwart auch in ihrem Leben' erfahren würden."

    Die glauben nicht wirklich, dass wir darauf scharf sind, oder?

    --> Doch das würde ich sehr gut finden.

    Ich war bereits Gast bei drei schwulen Paaren in den letzten acht Jahren, die in einer landeskirchlichen Kirche der EKD vor dem Altar mit Freunden und Verwandten nach ihrem Gang zum Standesamt gefeiert haben. Das waren sehr schöne Feiern und sehr gelungene Hochzeiten.

    Wenn nunmehr auch die katholischen Bistümer Essen, Münster oder auch das Erzbistum Köln dies fordern ist dies eine erfreuliche Entwicklung und es zeigt, dass die grosse Mehrheit der deutschen Katholiken hier ganz ganz anders denkt, als dies beispielsweise beim erzkonservativen Hardliner Müller der Fall ist, den leider Ratzinger noch an die Spitze der Glaubenskongregation in Rom "katapultiert" hat.

    Das wird im Herbst in Rom ein ganz "heißes Rennen" dort werden und dort werden dann richtig die Kardinäle in Rom regelrecht aufeinander "losgehen".

    Ich befürchte aber, das dort Reformkardinäle wie Bode aus Osnabrück, Ackermann aus Trier, Kaspar in Rom, Marx in München oder auch Feige in Magdeburg den Reformgegnern wie Müller, Brandmüller in Rom, Burke aus den USA und weiteren insbesondere afrikanischen Kardinälen unterliegen werden.

    Ein guter Artikel der Queer, denn es ist wichtig, das diese Forderungen aktuell aus den katholischen Bistümern nunmehr in die Medien gelangen, weil es halt auch eine "Medienschlacht" ist, die dort bei den Katholiken in diesem Jahr abläuft.

    So und jetzt können unsere typischen Atheistenpropagandaschreiber im Forum meinetwegen ihren "üblichen Senf" abgeben.
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#3 RonnAnonym