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Der Walliser Bischof Jean Marie-Lovey sieht LGBT-Aktivisten als Feinde der Kirche an (Bild: Diocèse de Sitten)
- 27. März 2015 2 Min.
Für einen Bischof aus der Westschweiz ist die Emanzipationsbewegung von Homosexuellen spalterisch und wird vom Beelzebub initiiert.
Jean Marie-Lovey, der katholische Bischof von Sitten in der französischsprachigen Schweiz, hat LGBT-Aktivisten in einem Radiointerview beschuldigt, dass sie sich "teuflisch" verhielten, wenn sie für ihre Rechte auf CSDs demonstrierten.
Der 2014 von Papst Franziskus ernannte Bischof schloss sich damit einer Aussage von seinem Amtsvorgänger Norbert Brunner aus dem Jahr 2001 an, der den Gay Pride in Sitten als ein "teuflisches Spiel" bezeichnet hatte: "Das Wort 'diable' bedeutet spalten", erklärte der 64-Jährige nach Angaben des "Tages-Anzeigers". "Der spalterische Effekt von solchen Manifestationen ist etwas Teuflisches."
Bischof: CSD verspottet Leiden von Homosexuellen
Lovey wirft demnach LGBT-Aktivisten vor, dass der karnevaleske Charakter ihrer Demonstrationen eine Verspottung des Leidens von Homosexuellen sei. Damit würden nicht nur die Gesamtbevölkerung, sondern viele Homosexuelle provoziert. Weiter erklärte der Bischof, dass die gleichgeschlechtliche Liebe kein Projekt Gottes sei, weil dieser Mann und Frau erschaffen habe. Zwar müsse auch Schwulen und Lesben Respekt gezollt werden, man müsse aber auch deren "Delikte" verurteilen.
Nach Medienberichten hatte sich Lovey im Januar mit einer 20-jährigen katholischen Lesbe getroffen, die eine Selbsthilfegruppe starten wollte. Das Bistum unterstützte dieses Vorhaben. Allerdings wurde darauf hingewiesen, dass Schwulen und Lesben aktive Sexualität verboten sei. Homosexuelle Paare dürften auch nicht gesegnet werden.
In der Schweiz wird derzeit über eine weiterführende Gleichstellung von Homo-Paaren debattiert. Die Regierung erwägt auch die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben (queer.de berichtete).
In der katholischen Kirche des Landes gibt es zugleich heftige Abwehrreaktionen gegen die Anerkennung von Schwulen und Lesben: So bezeichnete der Churer Bischof Vitus Huonder in diesem Monat die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren als "Gräuel" (queer.de berichtete). (dk)














