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Täter droht Auspeitschung
Singapur: 34-Jähriger erpresste schwulen Lehrer

Trotz der modernen Fassade hält Singapur am Homo-Verbot fest (Bild: Leong Him Woh / flickr / by-sa 2.0)
- 09. April 2015 2 Min.
Ein Fall aus Singapur zeigt, welche kriminellen Auswirkungen das staatliche Verbot von Homosexualität hat.
Ein Mann aus Singapur ist am Mittwoch wegen Erpressung in acht Fällen angeklagt worden, weil er einen schwulen Lehrer mit dem Outing gedroht und einen sechstelligen Betrag erpresst haben soll. Wie die Zeitung "Strait Times" berichtete, hatte der Angeklagte zuvor mit seinem Opfer eine sexuelle Beziehung gehabt.
Insgesamt soll der 34-jährige Vincent N. zwischen September 2013 und März 2014 umgerechnet 140.000 Euro in bar und Wertgegenstände im Wert von rund 45.000 Euro von dem 45-jährigen Lehrer erpresst haben. Er hatte bei Nichtzahlung per SMS gedroht, die Homosexualität des Lehrers seiner Schule und dem Bildungsministerium mitteilen. Zu den erpressten Wertgegenständen sollen dem Bericht zufolge eine Rolex-Uhr, eine Goldkette und mehrere Chanel-Taschen gehört haben.
Täter droht Haftstrafe und Auspeitschung
N. hat angedeutet, auf schuldig plädieren zu wollen. Er ist inzwischen gegen eine Kaution in Höhe von rund 14.000 Euro wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Sein Verfahren soll am 20. April beginnen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu sieben Jahre Haft sowie die Auspeitschung.
Die Identität des Erpressten wurde nicht genannt. Es ist unklar, ob es wegen der Kriminalisierung von Homosexualität negative Konsequenzen für den Lehrer gegeben hat.
Im 4,5 Millionen Einwohner zählenden Boom-Land Singapur beschreibt Paragraf 377a den Geschlechtsverkehr unter Männern als "grob unsittliches Verhalten", auf das eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren steht. Das Gesetz geht auf die britischen Kolonialherren zurück, die den Stadtstaat bis 1963 regierten.
Zuletzt hat der Oberste Gerichtshof des Landes 2013 entschieden, dass das Homo-Verbot nicht gegen das in der Verfassung verankerte Diskriminierungsverbot verstößt (queer.de berichtete). (dk)














Was hat denn das staatliche Verbot von Homosexualität damit zu tun ?
Einer ungeouteten Person, die auch ungeoutet bleiben möchte, kann ich doch überall auf der Welt damit drohen, sie bei z.B. Arbeitgeber, Familie zu outen und mir so die Taschen voll machen.
"Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu sieben Jahre Haft sowie die Auspeitschung" wegen Erpressung !
"Es ist unklar, ob es wegen der Kriminalisierung von Homosexualität negative Konsequenzen ... gegeben hat" !
Bei der Geschichte geht es um das staatliche Verbot von Erpressung, nicht um "das staatliche Verbot von Homosexualität".