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Fürst sieht in seinem Segnungsverbot "keine Herabwürdigung" von Schwulen und Lesben (Bild: Wiki Commons / Harald Gehrig / CC BY 3.0)

  • 10. April 2015 48 2 Min.

Nach der Kritik an seiner Ablehnung einer Segnung der Beziehung des Politikers Stefan Kaufmann hat sich Gebhard Fürst vermeintlich versöhnlich gezeigt.

"Zum gegenwärtigen Zeitpunkt" werde es keine Segnungsfeier für schwule oder lesbische Paare innerhalb der katholischen Kirche geben. Mit dieser Aussage reagierte Gebhard Fürst, der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, auf die anhaltende Kritik an seiner Person. "Für die Zukunft schließt er dies demnach nicht aus", schreiben dazu die "Stuttgarter Nachrichten".

Anfang der Woche war publik geworden, dass der 66-Jährige eine Segnungsfeier für den CDU-Bundestagsabgeordneten und Stuttgarter Kreisvorsitzenden Stefan Kaufmann und dessen eingetragenen Lebenspartner abgelehnt hatte (queer.de berichtete).

Fürst beteuerte in der Zeitung, dass das Verbot "keine Herabwürdigung dieser Lebensform" darstelle. Demnach verdiene jede Lebensgemeinschaft, die auf christlichen Werten beruhe, Respekt und Anerkennung. Der Bischof stellte jedoch klar, dass er Homo-Paare weiter als Gefahr für Hetero-Paare ansieht: Eine Gleichbehandlung von Homo- und Heterosexuelle könne dazu führen, dass das Eheverständnis "um wesentliche Dimensionen" verkürzt werde. Das Sakrament der (heterosexuellen) Ehe müsse in seiner "unverwechselbaren Form" gewahrt bleiben. Die Aussage zum "gegenwärtigen Zeitpunkt" scheint sich allein auf die anstehende Bischofssynode in Rom zu beziehen, in der es erneut um das Verhältnis der Kirche zu Homo-Paaren gehen wird.

Unterdessen gibt sich Kaufmann wortkarg. Gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" erklärte das Büro des Christdemokraten lediglich: "Wir respektieren, dass die katholische Kirche auch den von uns gewünschten und mit Pfarrer Seeberger konzipierten Dankgottesdienst anlässlich unserer Verpartnerung derzeit nicht durchführen will."

Lob in der CDU für Segungsverbot

In Kaufmanns Partei gibt es allerdings auch Unterstützung für die harte Linie der Kirche gegenüber Nicht-Heterosexuellen. So lobte CDU-Funktionär Karl-Christian Hausmann aus Kaufmanns Stuttgarter Kreisverband den Bischof für seinen "Mut", Homosexuellen den Segen zu verweigern. Es sei gut, dass die Kirche nicht mit dem Zeitgeist gehe, der es darauf anlege, alles gleichzumachen. Hausmann gilt als erbitterter Gegner von Homo-Rechten und nahm bereits wiederholt an der homophoben "Demo für alle" teil.

Für CDU-Politiker in Baden-Württemberg kann eine zu kritische Haltung gegenüber der katholischen Kirche das Karriereende bedeuten, wie 2006 der damalige Landessozialminister Andreas Renner erfahren musste. Er wurde nach einem Streit mit Bischof Gebhard Fürst über seine Unterstützung des Stuttgarter CSD zum Rücktritt gedrängt (queer.de berichtete). Heute ist er nur noch kommunalpolitisch tätig. (dk)

-w-

#1 ursusEhemaliges Profil
  • 10.04.2015, 11:10h
  • untertitel: wenn ihr lieb seid und keine übertriebenen forderungen stellt (z.b. wie richtige menschen behandelt zu werden), dann denken wir uns vielleicht, später, irgendwann, eventuell, möglicherweise mal irgendeinen minderwertigen firlefanz für euch aus. vielleicht aber auch nicht. das wird aber nicht dazu dienen, euch ein gutes gefühl zu geben, sondern uns davor schützen, dass jemand unsere allzu offensichtliche menschenverachtung kritisiert. vor allem werden wir, solange die menschheit besteht, auf mehr oder weniger subtile weise weiterhin klarstellen, dass eure bloße existenz eine gefahr für heterosexuelle, die schöpfungsordnung und die menschheit als solche darstellt. und zwar ganz gleichgültig, wie sehr ihr euch jetzt hier bei mir anwanzt, ihr naiven deppen.
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#2 CDU SüdwestAnonym
#3 FelixAnonym
  • 10.04.2015, 12:21h

  • Wenn Menschen sich lieben und füreinander Verantwortung übernehmen wollen, wie kann das dann irgendwas "entwerten"?

    Das ist doch ein Wertegewinn...

    Diese völlig haltlose, einfach so in den Raum gestellte Behauptung wird auch nicht wahrer, wenn man sie immer und immer wieder wiederholt.

    Aber um Wahrheit und Fakten geht es denen ja gar nicht. Die unterdrücken und schüren Hass, um ihr Geschäftsmodell zu retten.
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