Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=23575
Home > Kommentare

Einzelkommentar zu:
Schwusos: Mehrheit für Namensänderung


#6 stromboliProfil
  • 13.04.2015, 10:23hberlin
  • gießen wir mal öl ins feuer...
    wie wärs, statt alles unter einen hut bringen zu wollen , die unterschiedlichen interessenslagen in unterschiedlichen gruppen zu verwirklichen.

    Meine wirklichkeit als schwuler mann ist nicht die wirklichkeit der lesbischen frau, wie die der transfrau/transmann nicht mit der des homosexuellen kleinbürgers übereinstimmen mag.

    Die solidarische schnittstelle in der sich alle dann wiederfinden, ist die uns aufgezwungene heteronormität, die es ja eigentlich zu bekämpfen gilt.
    Aber selbst diese "gemeinsamkeit" wird unterschiedlich bewertet..

    Nehmen wir als beispiel: Die angestrebte lebenswirklichkeit einer transsexuellen person ist die der heteroform nachempfunden. Es wird das unliebsame geschlecht gewechselt, nicht die idee dessen, was die geschlechterrolle im gesamtgesellschaftlichen darstellt/darstellen soll. Und nur im reaktionären "normalitätsaspekt biologistischen denkens erfährt es seine gesellschaftliche ausgrenzung.
    Nach vollendung und angleichung des inneren wandels an eine äussere wirklichkeit, wird das heterosexuelle ideals gelebt...
    Frau darf nun endlich frau sein, mann endlich mann.

    Die transsexuelle these sucht die aufhebung des biologistischen "normalbegriffes" indem durchaus richtig festgestellt wird: geschlecht ist, was das individuum daraus macht.
    Das ist fortschrittlich!

    Wird aber die fähigkeit, dass geschlecht selbst zu bestimmen nicht ebenfalls dazu führen, die geschlechternormierung insgesamt aufzuheben, wird das genormte - heterosexistische normenkonzept- distanzlos übernommen.

    Beispiel 2:
    gleichgeschlechtliche partnerschaften, die sich an heterosexistischen vorbildern orientieren, deren werte und rollen übernehmen...

    Dabei sicher auf den wandel der generationen bauend, dass festgefügte ideal "ehe" durch ergänzende rollenspiele ausgeweitet werden soll...
    Das ist als gesellschaftliches stabilisierungsprogram gegenüber einer übermächtigen heteronomativität sicher nicht nutzlos; besonders dann, wenn man dem heranwachsenden statt eigener erfindungsgabe und mutmachung die ihm gesetzten grenzen zu überschreiten, nur das analoge anpassen an gewährtes anbietet.
    Das ist derzeit offizielles "lgbt.. und sonstwas" program.
    Wir werden einer heteronormierten zwischenstufe herangeführt, in der der gleichgeschlechtliche seinen ihm zugewiesenen platz einnimmt.

    Hier flankierend begleitet von den unterschiedlich agierenden politströmungen..
    konservative, die die konservativen kernpositionen zu halten suchen, sozialedemokratische bemühungen , die die konservativen kernsätzte zu reformieren suchen ohne ihren wesentlichen konservativen kern zu berühren.

    Deshalb mal provokativ gefragt: kann "eheöffnug" den schwulen status ändern, oder ändert er das schwule ich?
    Also wer ist huhn, wer ei...
    Ist das schwule also wirklich nur eine als sexuelle abweichung geltende definition, während das persönlichkeitsbild in dem des hetero entwickelt wird.
    Oder ist dort doch der kern einer oppositionellen ich-entwicklung zu entdecken, die aber erst auch um ihre erweiterung kämpfen muss, sich aus der umklammerung heteronormativen denkens befreien muss.

    In der ideensammlung die hinter den kürzeln "schwusos/lisl/lsu und ähnlichem mehr zu vermuten wäre, ist keine sichtliche gesellschaftliche erweiterung zu erkennen.
    Es schreibt die vorgegebenen themen fest, erweitert nur die zugangsmöglichkeiten bislang noch unentdeckt gebliebener ausgegrenzter minderheiten in der "minderheitenthese", und schafft abhilfe bei als verbraucht und ausgeleiert empfundenen begrifflichkeiten..
    schwul ist out, queer ist in!

    Wenn aber "schwul" synonym für erwachendes homosexuelles selbstbewusstsein war, und nun in der gesellschaftlichen transformation wohl auch deshalb diesen positiven status verliert, weil inhaltlich nicht mehr um die positive unterscheidung weg von der heteronnormalität gerungen wird.., dann ist der namenswechsel auch programatische ansage.
    Ob dass genügend stoff für die zukunft sein wird, hängt natürlich zuallererst auch von uns selbst ab.. wieviel raum überlassen wir denen , uns zu bestimmen...

    Seien wir doch mal ehrlich: wollen wir weiter das spiel der kaufmanns ( cdu-segungsfreak), kahrs, kauchs, spahns und sonst konsorten mitspielen..
    Dumm in die kamera linsen, wenn wieder "unserer aller hoffung auf anerkennung", in eine heteronormative leere vorstößt.
    Ich kann mir besseres und wichtigeres vorstellen als deren spiel um des "kaisers neue kleider"!
  • Antworten » | Direktlink »

» zurück zum Artikel