Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?23610
  • 18. April 2015 49 2 Min.

Plakat bei einem CSD in Melbourne (Bild: Takver / flickr / by-sa 2.0)

Die Schwulen­beratung bittet Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU), 200 Plätze für Menschen zu schaffen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Identität aus ihrer Heimat geflohen sind.

Die Schwulen­beratung Berlin hat sich in einem Offenen Brief an Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) dafür stark gemacht, dass die Stadt im Rahmen von geplanten Neubauten für Flüchtlinge gezielt mindestens 200 Unterkünfte für queere Menschen schafft.

"Viele LSBTI* Flüchtlinge (schwule, lesbische, bisexuelle und trans* und inter Menschen) kommen aus Ländern, in denen Homosexualität unter Strafe steht und gesellschaftlich und familiär sehr geächtet wird", heißt es in dem von Geschäftsführer Marcel de Groot verfassten Schreiben.

Falls sich diese Flüchtlinge zu einem Coming-out vor den Behörden trauten, müssten sie "in den herkömmlichen Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge weitere Diskriminierungen befürchten. Ein Outing in einem Heim kann schwerwiegende Folgen haben", so de Groot.

Die Schwulen­beratung bekomme vermehrt Anfragen von Flüchtlingen, die sich "nicht gut aufgehoben" fühlten und von Diskriminierungen, Beleidigungen, Bespuckungen und Gewalt berichteten. Diese Vorkomnisse würden von Rechtsanwälten und anderen Organisationen bestätigt.

Schwulenberatung will selbst aktiv werden

Die Schwulenberatung will sich selbst in die Arbeit einbringen und schlägt dem Senat vor, in Zusammenarbeit mit weiteren Einrichtungen wie der Lesbenberatung Berlin queeren Flüchtlingen "geeignete Wohnformen und die benötigte Betreuung anzubieten".

"Wir wollen Wohnraum für insgesamt ca. 30 bis 50 Flüchtlinge mieten oder kaufen", heißt es in dem Schreiben. "Sie sollen durch unsere Einrichtung betreut und begleitet werden. Somit soll auch eine Anbindung an die queere Community in Berlin stattfinden."

Die Betreuung könne durch fachlich qualifiziertes Personal, teilweise unter Rückgriff auf die bestehenden Angebote der Beratungsstelle, sowie unter Zuhilfenahme von Ehrenamtlern erfolgen. Das Angebot könnte eine "wunderbare Ergänzung zu den vorhandenen Angeboten sein und ein weiteres sichtbares Zeichen für Berlin als offene Regenbogen-Stadt darstellen".

Schwere Lage der Refugees

Organisationen wie Quarteera, die sich um LGBT-Flüchtlinge kümmern, hatten immer wieder von schlechten Bedingungen in den Unterkünften in ganz Deutschland berichtet. Dort träfen die Asyl-Suchenden oft auf andere Flüchtlinge ohne Verständnis für ihre Situation sowie auf Anfeindungen und Gewalt, zudem auf teilweise unsensibles und ungeschultes Personal und eine oft schwer zu erfüllende Bürokratie (s. Bericht von einer Tagung in Düsseldorf).

Auch würden queere Flüchtlinge häufig fernab von Städten untergebracht, in denen sie auf Gleichgesinnte treffen und von der Szene unterstützt werden könnten. Organisationen fordern, die Schutz suchenden Menschen gezielter in Städten wie Berlin unterzubringen. (nb/pm)

-w-

#1 wuermchenEhemaliges Profil
  • 18.04.2015, 18:26h
  • Ja das ist ein Unding, dass Menschen hier hin kommen um Gewalt zu entkommen nur um dann hier von ebensolchen Flüchtlingen angegriffen zu werden. Ich frage mich warum hier verübte Gewalttaten nicht sofort auf den Asylstatus einfluss nehmen. Die Separierung ist eigentlich keine Lösung des grundlegenden Problems der Gewalt.
  • Direktlink »
#2 FinnAnonym
  • 18.04.2015, 18:39h
  • Diese Forderung kann ich nur unterstützen.

    Denn diese Menschen erfahren oft in anderen Unterkünften wieder neue Diskriminierung...
  • Direktlink »
#3 VeganBearEhemaliges Profil
  • 18.04.2015, 18:43h
  • Antwort auf #1 von wuermchen
  • "zudem auf teilweise unsensibles und ungeschultes Personal und eine oft schwer zu erfüllende Bürokratie [...].
    Auch würden queere Flüchtlinge häufig fernab von Städten untergebracht, in denen sie auf Gleichgesinnte treffen und von der Szene unterstützt werden könnten."

    DAMIT haben allerdings ANDERE Flüchtlinge NICHTS zu tun. Daß Du in Deinem Kommentar nur auf die "ausländische Hälfte" des Problems eingehst, gefällt mir nicht.
    Ich erinnere da beispielsweise an folgenden -nicht unbedingt LGBTIQ-spezifischen, aber dennoch bezeichnenden- Vorfall aus dem letzten Jahr:

    www.spiegel.de/panorama/misshandlung-in-fluechtlingsheim-bur
    bach-fakten-ueber-sicherheitsfirmen-a-994378.html
  • Direktlink »