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- 22. April 2015 2 Min.

Auch Folkrocker Hozier setzt sich in einem Internetvideo für die Gleichstellung ein
In genau einem Monat werden die Iren darüber entscheiden, ob Schwule und Lesben im Eherecht gleichgestellt werden – der Wahlkampf ist bereits im Gange, auch im Netz.
Einen Tag vor dem Finale des Eurovision Song Contest stimmen die Bürger der Republik Irland im weltweit ersten nationalen Referendum über die Öffnung der Ehe ab. Vor dem Wahlgang am 22. Mai buhlen bereits viele Netz-Videos zum Thema um die Aufmerksamkeit: 300.000 Menschen haben sich etwa einen gut zwei Minuten langen Werbespot für die Gleichstellung im Eherecht auf Youtube angeschaut, in dem die Iren geradezu klischeehaft glücklich zur Wahlurne rennen und mit Ja stimmen.
Dann gibt es den Spot, in dem Kinder erzählen, wie schön unterschiedliche Familienformen sind:
Wunderbar ist auch Comedy-Spot, in dem eine Sprecherin vor den Gefahren der Homo-Ehe warnt und den nackten Putin als tolles Beispiel für heterosexuelle Normalität anpreist:
Und wenn Iren lieber in ihrer Landessprache überzeugt werden sollen als im kolonialen Englisch, gibt es Michael und Gary:
Auch der Lieblingshetero aller irischen Schwulen, der Folkrocker Andrew Hozier-Byrne alias Hozier, hat in einem Video seine Landsleute aufgefordert, für die Gleichstellung zu stimmen. Der 25-Jährige erklärte, das Referendum sei keine Frage von Homo-Rechten, sondern schlicht eine Frage von Menschenrechten.
Nur zur Erinnerung: Hozier ist durch das Lied "Take Me To Church" weltweit bekannt geworden, in der er die Homophobie in der katholischen Kirche kritisiert. Das Video, das ein schwules Paar zeigt, ist bereits 47 Millionen Mal auf Youtube aufgerufen worden:
Natürlich gibt es auch Homo-Gegner: Die größte Gruppe trägt den bescheuerten Namen "Mothers and Fathers Matter" (Mütter und Väter sind wichtig). Das Logo der Gruppe erinnert dabei an die Logos der homophoben Organisationen "Manif pour tous" oder "Demo für alle". Sie kritisieret, dass die Gleichstellung eine "weitreichende Attacke auf die Rechte der Kinder" sei. Und auch die katholische Kirche macht Wahlkampf gegen Homo-Rechte – zuletzt verglich etwa ein Bischof Homosexualität mit dem Down-Syndrom (queer.de berichtete).
Umfragen zufolge spricht sich eine deutliche Mehrheit von mehr als zwei Dritteln für die Gleichstellung aus. Allerdings ist das Rennen noch nicht gewonnen: Die Iren nutzen die Volksentscheide gerne, um den etablierten Parteien, die größtenteils die Ehe-Öffnung unterstützen, eins auszuwischen – und dabei ist es oft egal, um welches Thema es eigentlich geht. (dk)















"Iren nutzen die Volksentscheide gerne, um den etablierten Parteien, die größtenteils die Ehe-Öffnung unterstützen, eins auszuwischen und dabei ist es oft egal, um welches Thema es eigentlich geht."
Genau das ist das Problem. Wir sollten uns nicht zu sicher sein, gewonnen ist das noch lange nicht.