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Kommentare zu:
Europarat: Historische Resolution für Rechte von Trans-Personen


#21 ursus
#22 Katrin
  • 23.04.2015, 17:09h
  • Antwort auf #21 von ursus
  • Das Gesetz verlangt für die Feststellung der Transsexualität eine gerichtliche Entscheidung wenn es um hoheitliche Entscheidungen geht und weist dem Gericht ein Gutachten als Basis des Gerichtsbeschlusses zu. Eigentlich sollte man erwarten, dass ein Gutachter maximal ein Gespräch von einer Stunde benötigt um die Transsexualität zusammen mit einer Prognose zu begutachten. Zusammen mit einem Bericht sollte dies vielleicht 100 oder 150 Euro kosten. Aber anders als bei vielen anderen Gutachteranfragen wird hier kein Kostenrahmen vorgegeben, sondern alles im Ermessensspielraum des Gutachters belassen. Und so kommt es das Gutachten mitunter mehrere 1000 Euro kosten. Ich lasse bewusst Stories weg, wo Gutachter auch noch anzüglich werden und behandele hier auch nicht die vom BVG bereits weggeschossenen Auswüchse.

    Das Kernproblem ist, dass der Gutachter alle Informationen vom zu Begutachtenden bekommt und da stellt sich die Frage, welchen Zusatznutzen ein Gutachten bringt. Da kann sich die Transsexuelle Person doch gleich dem Gericht ohne Gutachter offenbaren. Und es stellt sich die Frage, welchen Zusatznutzen der Gerichtsbeschluss bringt, insbesondere da das Gericht, bis auf die Ausfertigung des Beschlusses keine weiteren Aktionen durchführt? Eigentlich auch keinen!

    Man könnte sich daher getrost, wie auch in anderen Ländern üblich, mit einer Erklärung der transsexuellen Person einem Urkundsbeamten gegenüber zufrieden geben. Das würde der transsexuellen Person einen mühevollen und zuweilen leidvollen und teuren und zeitaufwendigen Weg ersparen.
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#23 TheDadProfil
  • 23.04.2015, 17:45hHannover
  • Antwort auf #17 von ursus
  • ""wie oft wäre denn okay? ""..

    Keine Ahnung..
    Auf jeden Fall nicht jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr..
    Eine therapeutische Begleitung kann hier helfen..

    Sarkasmus..
    Und gleich noch einmal hinterher :
    ""aber es kann ja wohl nicht angehen, dass ein gesundheitssystem hilfeleistungen von vorheriger stigmatisierung abhängig macht.""..

    Ist das nicht immer so ?
    Wenn es en vogue wäre Epileptische Anfälle zu haben, würden diese Menschen auch keine Therapie erhalten..

    Anders herum ist Ritalin ein Epilepsie-Medikament, und man verteilt es munter Kilo-Weise an ADHS-Kinder und Jugendliche, weil man deren munteres Wesen für ein Anfalls-Leiden hält..

    ""ein therapiezwang ist demütigend""

    Es besteht ein Unterschied zwischen Psychotherapeutischer Begleitung und eine "Zwangstherapie"..
    Er liegt zumeist im formuliertem Therapie-Ziel, das bei einer "normalen" Psychotherapie auch nur scheinbar von beiden Beteiligten ausformuliert wird..
    Es wird letztlich durch den Therapeuten bestimmt..
    Oft sogar von gar nicht an der Therapie beteiligten Personen beeinflusst..
    Und ich weiß aus persönlicher Erfahrung wovon ich da rede..

    Ich halte es hier für angemessen das Therapie-Ziel vom Betroffenen vorgeben zu lassen, was zugegebenermaßen sehr hohe Anforderungen an den Therapeuten stellt, der dann eher so eine Art Mischung aus Sozial-Arbeiter und Therapeut einnimmt..
    Eigentlich eher so eine Art Buddy..

    Übrigens ist hier in Bezug auf den Therapeuten die Stigmatisierung eine gesellschaftliche Frage, denn in den USA gilt es schon fast als Stigma keinen Therapeuten zu haben..

    Eine Antwort auf Deinen letzten Absatz hat sich damit fast erübrigt..
    Ich will auch keine Zwangs-Therapien für niemanden, aber ungehinderten Zugang für jeden..
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#24 ursus
  • 23.04.2015, 20:05h
  • Antwort auf #22 von Katrin
  • danke für die antwort, katrin.

    seltsam finde ich, dass da offenbar ziemlich viel raum für willkür der gutachter_innen gelassen wurde. aber bloß kein millimeter freiheit für die betroffenen.

    >"da stellt sich die Frage, welchen Zusatznutzen ein Gutachten bringt."

    ich spekuliere mal: ein signal setzen, dass hier niemand einfach mal selbst über ihre*seine identität entscheiden darf. wenn schon jemand das zugeordnete kästchen verlassen darf, dann muss das gefälligst unter expert_innenaufsicht passieren! wo kämen wir hin, wenn wir den leuten die entscheidung über ihre identität einfach selber überließen?

    der zusatznutzen ist also rein symbolischer natur: ein zeichen der macht, die unterwerfung fordert. dass das mit einem modernen staats- und gesellschaftsverständnis nichts zu tun hat, darüber müssen wir ja vermutlich nicht streiten.

    das ist auch ein grund, weshalb ich finde, dass diese gesetze nicht nur transsexuelle und transgender etwas angehen: an diesem gesetz werden defizite unserer gesellschaft deutlich, die uns alle betreffen. es geht um grundsatzfragen zum verhältnis staat <-> bürger*innen.

    außerdem gibt's ja schöne honorare für die gutachter_innen, und ich könnte mir vorstellen, dass einige von denen, die da profitieren, selber an den regelungen mitgeschraubt haben.

    a propos: wer bezahlt die eigentlich?
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#25 TheDadProfil
  • 23.04.2015, 20:06hHannover
  • Antwort auf #12 von Markus44
  • ""Ich hatte auf die GUTEN URTEILE des BVerfG hingewiesen und auf den sehr guten Einsatz der Rechtsanwältin Sabine Augstein !!! Auf diese Urteile kann sich jeder berufen.

    Zum Thema "Transsexuellengesetz" hatte ich mich hingegen nicht geäußert !!!""..

    Ach so..
    Die Urteile haben mit dem Gesetz also gar nichts zu tun ?

    Ja, dann ist das natürlich klar..

    ""Wie immer leidest Du unter Leseschwäche, TheDad.""..

    Tatsächlich ?

    Was stimmt denn dann daran nicht :

    ""Wie absurd..
    Die Urteile sind erstritten, stimmt..

    Aber die Umsetzung ist nicht erfolgt..""..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #12 springen »
#26 TheDadProfil
  • 23.04.2015, 20:08hHannover
  • Antwort auf #20 von Katrin
  • Kannst Du das mal konkretisieren ?
    Was stimmt an der Forderung nicht :

    ""Es müssen dringend vernünftige Regeln gefunden werden die eine Entscheidung des Individuum´s Rechnung tragen, und nicht auf der Basis von Mehrheiten letztlich irgendwelchen Druck auf diese ausüben..""..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #20 springen »
#27 ursus
  • 23.04.2015, 21:29h
  • Antwort auf #23 von TheDad
  • kannst du dich entscheiden, ob du "keinen druck ausüben" oder "verpflichtende therapien" beibehalten willst? beides schließt einander nämlich offenkundig aus.

    >"Ich halte es hier für angemessen das Therapie-Ziel vom Betroffenen vorgeben zu lassen, was zugegebenermaßen sehr hohe Anforderungen an den Therapeuten stellt"

    du liebe güte, das sollte doch wohl der normale standard jeder therapie sein.
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#28 Katrin
#29 Katrin
  • 23.04.2015, 20:23h
  • Antwort auf #26 von TheDad
  • Mal davon abgesehen, dass die bestehenden Regeln der Diskriminierung dienen und somit abgeschafft und nicht ersetzt werden müssen, folgt nach Deinem Selbstzitat im nächsten Satz die Forderung nach einer verpflichtenden psychologischen Begleitung und später folgt die Qualifizierung, dass der Patient das Ziel der Therapie selber bestimmen darf.

    Vielleicht hilft ein Beispiel: Alle dürfen Kinder machen und aufziehen, ob Deutsche oder Ausländer, Dumme oder Schlaue, Homosexuelle oder Katholiken, aber wenn so weltbewegende Wünsche aufkommen, wie es die Namensänderung einer transsexuellen Person ist, oder deren Selbstfindung, dann ist verpflichtende Psychiatrie angesagt. Nee, ist es nicht!!!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #26 springen »
#30 TheDadProfil
  • 24.04.2015, 00:16hHannover
  • Antwort auf #27 von ursus
  • ""kannst du dich entscheiden, ob du "keinen druck ausüben" oder "verpflichtende therapien" beibehalten willst?""..

    Kannst Du Bitte zur Kenntnis nehmen das die BEGLEITUNG durch einen Psychotherapeuten KEINE Therapie in der klassischen Form ist ?

    ""du liebe güte, das sollte doch wohl der normale standard jeder therapie sein.""..

    Eigene Erfahrungen dazu gemacht ?
    Ist Dir bekannt das die Mehrzahl aller Patienten den Therapeuten im Schnitt 3 mal wechselt bevor die Therapie überhaupt so richtig in "Gang kommt" ?

    Mein erster Therapeut hat negiert das man Jungs missbrauchen kann..
    Der Zweite kam nicht damit klar das eine Frau die Täterin war, und unterstellte eine Form von Ödipalem Beziehungs-Wunsch zu einer fremden älteren Frau..
    Der Dritte war ein Arsch der mit Schwulen Männern nicht klar kam..

    Allgemein werden Therapie-Ziele in die Richtung formuliert die dazu dienen innerhalb der "normalen Gesellschaft" zu funktionieren, und nicht weiter aufzufallen..
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