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Einzelkommentar zu:
"Der Bürger im Staat" gegen Homophobie und Sexismus


#22 LinguistAnonym
  • 29.04.2015, 09:36h
  • Antwort auf #21 von VeganBear
  • Wie bereits zwei mal (!) geschrieben, ist mir klar, dass man das Thema nicht in wenigen Absätzen behandeln kann. Ich wollte nur ein paar Denkanregungen geben.

    Zu exakter Wissenschaft:
    da musst Du erst mal definieren, was Du mit exakter Wissenschaft meinst. Ja, die Linguistik ist eine Realwissenschaft (wie auch Physik, Chemie, etc.). Deswegen kann es keine wirklich beweisbare Wahrheit wie in Formalwissenschaften (z.B. Mathematik) geben. Auch in der Physik werden ja bisherige Modelle immer wieder durch neuere ersetzt. Aber das heißt natürlich nicht, dass es in Realwissenschaften keine Fakten gäbe.

    Zu "persönlich lästig empfinden":
    dann hast Du aber wenig Ahnung von Wissenschaft. Es geht hier nicht um meine Privatmeinung, sondern um kognitive Experimente, wo die Auswirkungen verschiedener Formulierungen getestet wurden.

    Zu angeblichen Gegenargumenten:
    wo waren denn hier Gegenargumente. Bei jedem Beispiel von mir, dass das grammatische Geschlecht nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun hat, kam immer wieder nur "Du ziehst das ins Lächerliche", o.ä. (Wenn das lächerlich wirkt, sagt das mehr über die Ausgangsfrage als über meine Beispiele.) Aber ich habe hier noch kein einziges Gegenargument gesehen. Und zur Auswirkungen der Sprache auf die Realität habe ich ja auch schon was geschrieben: Ja, die gibt es. Aber sie ist weniger stark als viele denken (siehe Schnee-Mythos der Inuit oder auch die widerlegte Sapir-Whorf-Hypothese).

    Wie gesagt: solche Sachen wie Binnnen-Majuskeln, Nennung weiblicher/männlicher Formen erfolgen habitualisiert und können deshalb nichts am Denken ändern. Wenn Du morgens in der Bäckerei "Guten Tag" sagst, denkst Du ja auch nicht mehr darüber nach, ob Du da wirklich einen "guten Tag" wünschen willst, sondern Du sagst es reflexhaft, weil es halt so üblich ist.

    Mit solchen Albernheiten wie Binnen-Majuskeln will man letztendlich Aktionismus vortäuschen um echte Diskriminierung (die es auch sprachlich gibt) zu verschleiern. Und offenbar fallen ja genug Laien darauf rein...
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