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Nach zwei Absagen
LGBT-Aktivisten besuchen heimlich Berliner Moschee
- 29. April 2015 2 Min.

Die Şehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln bietet 1.500 Gläubigen Platz (Bild: 30845644@N04 / flickr / by-sa 2.0)
In der Şehitlik-Moschee hat ein bereits zwei Mal abgesagtes Treffen zwischen LGBT-Vertretern und Muslimen stattgefunden. Im Vorfeld war die Veranstaltung geheim gehalten worden.
Am Dienstagabend hat eine Gruppe von 13 Vertretern von LGBT-Organisationen die Şehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln besucht, um mit den Gläubigen in einen Dialog zum Thema Homo- und Transsexualität zu treten. Das Treffen wurde von Daniel Worat organisiert, Vorstand beim Bundesverband schwuler Führungskräfte (Völklinger Kreis) sowie im Verein Leadership Berlin.
Der Besuch der Moschee war im Vorfeld nicht öffentlich angekündigt worden. Grund sind Auseinandersetzungen aus dem Vorjahr: Damals war zwei Mal in Folge eine Veranstaltung mit LGBT-Aktivisten im muslimischen Gotteshaus von der Moscheeleitung abgesagt worden. Das führte auch zu erheblichen Verstimmungen, Moscheechef Ender Çetin und der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg bezichtigten sich gegenseitig der Lüge (queer.de berichtete).
Organisator Worat erklärte am Donnerstag gegenüber queer.de, dass der LSVD über das aktuelle Treffen nicht informiert worden sei. Grund: Der Verband habe keinen Alleinvertretungsanspruch für die Community und sei ohnehin eher für "laute Töne" gut, hier gehe es aber eher um einen leisen Dialog.
Homosexualität als "große Sünde" angesehen
Worat lobte die freundliche Atmosphäre und die offenen Gespräche in dem dreistündigen Treffen. Allerdings seien manche Aussagen über Homo- und Transsexuelle schwer zu ertragen gewesen. So sei auch betont worden, dass laut der konservativen Auslegung des Korans in dieser Moschee Homosexualität als "große Sünde" angesehen werde.
Nun soll im Rahmen von Leadership Berlin eine Dialogreihe mit mehreren Moscheen in und um Berlin durchgeführt werden. "Wir hoffen, dass Moscheen jetzt auch auf uns zukommen", so Worat.
Kritik am Dialog insbesondere aus der Türkei
Im Vorfeld der letzten beiden Absagen hatte es vor allem Kritik aus der Türkei an dem geplanten Dialog gegeben. In Zeitungen wurde etwa kritisiert, dass "anormale Homosexuelle" in ein Gotteshaus eingeladen werden würden. Da die Şehitlik-Moschee Teil der DITIB ist – einem de facto staatlichen türkischen Moscheeverein in Deutschland – ist die Stimmung in der Türkei ein wichtiger Faktor. Die DITIB, der mehr als ein Drittel aller deutschen Moscheen unterstehen, lehnt bislang einen Dialog mit Homosexuellen ab. (dk)















Interessant, dass in der Türkei über die Haltung zur Homosexualität in Deutschland entschieden wird.