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Vom Propst zum Vizepräsidenten: Aus seiner Homosexualität hat Horst Gorski nie ein Geheimnis gemacht (Bild: EKD)

  • 02. Mai 2015 10 2 Min.

Der Hamburger Propst Horst Gorski wird neuer Leiter des Amtes der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands und Vizepräsident im EKD-Kirchenamt.

Vor sieben Jahren wollte er Deutschlands erster offen schwuler Bischof werden, unterlag jedoch knapp seinem Mitbewerber Gerhard Ulrich – jetzt darf der Hamburger Propst Horst Gorski auf der Karriereleiter doch noch eine Stufe höher steigen.

Der 58-Jährige wird neuer Vizepräsident im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover. Zudem wird er ab 1. September die Leitung des Kirchenamtes der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) übernehmen. Dies gaben EKD und VELKD am vergangenen Donnerstag am Rande ihrer Synodaltagungen in Würzburg bekannt.

Gorski tritt die Nachfolge von Friedrich Hauschildt an, der im Sommer in den Ruhestand tritt.

EKD-Chef nennt Gorski einen "ausgesprochenen Glücksfall"

Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete Horst Gorskis Berufung als "ausgesprochenen Glücksfall für die EKD und VELKD": "Die Erfahrungen, die Horst Gorski aus seiner bisherigen beruflichen Vergangenheit mitbringt, kommen uns bei den anstehenden Aufgaben in bester Weise zugute. In Gorski treffen wir auf eine ganz besondere Verbindung aus menschlicher Zugewandtheit, Vertrautheit mit vielen Feldern der Kirche und sachlicher Kompetenz."

Der gebürtige Hamburger war in den vergangenen 16 Jahren Propst in Hamburg und Schleswig-Holstein, zunächst im Kirchenkreis Altona und seit 2009 im fusionierten Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein. Seit 2004 war er zudem Vorsitzender des Theologischen Beirats der Nordelbischen Kirche und später der Theologischen Kammer der Nordkirche.

Aus seiner Homosexualität hat Horst Gorski nie ein Geheimnis gemacht. Zwar sei sein Dasein in der Kirche als schwuler Pastor "nie so selbstverständlich" gewesen wie bei Anderen, sagte er einmal in einem Interview, doch habe er fast ausschließlich Unterstützung und Anerkennung erlebt.

Im Jahr 2008 hatte er mit seiner Bischofskandidatur auch außerhalb Deutschlands für Schlagzeilen gesorgt (queer.de berichtete). Gorski unterlag jedoch bei der Nordelbischen Landessynode mit 56 zu 77 seinem heterosexuellen Gegenkandidaten. Vor der Wahl hatten konservative Kräfte gegen Gorski wegen dessen Sexualität und liberaler Ansichten Stimmung gemacht (queer.de berichtete). (cw)

-w-

#1 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 02.05.2015, 14:20h
  • Na, da wird sich unser Markus... freuen.

    Dennoch, sollange die EKD sich von evangelisch erzkonservativen fundamentalistischen Kreisen sich nicht distanziert, kann man nicht nicht von einer diskrimierungsfreien religion sprechen
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#2 GeorgGAnonym
  • 02.05.2015, 17:11h
  • Horst Gorski hat das neue Amt verdient. Über ihn hat man bisher nur Gutes gehört. Die Zeit ist reif für einen offen schwulen (Vize-)Präsidenten der EKD. Nach der deutlichen Orientierungshilfe der EKD zum Thema Sexualität/Familien ist dies ein konsequenter Schritt.
    Es ist schade, dass überhaupt noch darüber diskutiert werden muss.
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#3 sandormilesEhemaliges Profil
  • 02.05.2015, 17:12h
  • Antwort auf #1 von hugo1970
  • Bevor jetzt aber wieder ausnahmslos negative Kommentare folgen, möchte ich das mal loben. Das zeigt, dass eben auch in der EKD nicht alles schlecht ist. Auch wenn noch vieles zu tun bleibt, hier für mal ein Applaus und die geäußerte Hoffnung, dass damit ein Schritt für eine Reform von innen heraus getan ist.
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