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In Berlin werden immer wieder Übergriffe aus Homo- oder Trans­sexuellenfeindlichkeit gemeldet (Bild: flickr / Kecko / by 2.0)

  • 07. Mai 2015 27 2 Min.

Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo beklagt in seinem Jahresbericht, dass Gewalt gegen LGBT in der Bundeshauptstadt weiterhin ein großes Problem sei.

Das schwule Überfalltelefon von Berlin, Maneo, hat am Donnerstag seinen Jahresbericht für 2014 vorgestellt (PDF). Demnach nahm das Anti-Gewalt-Projekt insgesamt 474 neue Fälle und Hinweise auf LGBT-feindliche Übergriffe in Berlin und im Umland auf.

Nach der Auswertung gab es 225 Fälle in der Bundeshauptstadt, die laut Maneo mit Sicherheit einen homo- oder transphoben Hintergrund hatten. Das ist zwar etwas weniger als 2013, als 259 Fälle ausgewertet wurden, aber mehr als 2012, als es 202 Fälle gab. In diesem Jahr richteten sich rund 80 Prozent der Fälle gegen schwule oder bisexuelle Männer.

"Die Fallzahlen liegen weiter auf gleichbleibend hohem Niveau, auch wenn wir im Jahresvergleich durchaus Schwankungen haben. Wir können keinen Rückgang der Hinweise erkennen, weder eine Zunahme noch eine Abnahme homophober oder transphober Übergriffe in Berlin", erklärte Maneo-Chef Bastian Finke. "Allein die Anzahl der Hinweise, die wir neben den ausgewerteten Fällen erhalten haben, zeigt, dass weit mehr passiert ist. Wir werden uns mit unseren knappen Ressourcen weiter darum bemühen, Übergriffe zu dokumentieren und aus dem Dunkelfeld herauszuholen".

Maneo schätzt die Dunkelziffer nicht gemeldeter Straftaten auf 80 bis 90 Prozent. Allerdings trage nur das Öffentlichmachen homophober und transphober Fälle von Diskriminierung, Beleidigungen und Übergriffe dazu bei, "dass Homophobie und Transphobie als gesamtgesellschaftliche Herausforderung ernstgenommen und angenommen wird", so Finke.

Meiste Fälle in Schöneberg

Die meisten Übergriffe wurden aus dem Bezirk Schöneberg gemeldet. Diese machen 44 Prozent aller Fälle aus. Mit weitem Abstand folgen Tiergarten und Mitte (je acht Prozent) vor Kreuzberg und Neukölln (je sieben Prozent).

Die meisten Fälle ereigneten sich in der Öffentlichkeit, rund jeder zehnte unmittelbar vor LGBT-Lokalen. Neun Prozent der Übergriffe fand in öffentlichen Verkehrsmitteln statt. Bereits im letzten Jahr hatte die Polizei nach Gesprächen mit Maneo ihre Präsenz in Schöneberg erhöht, um LGBT besser zu schützen.

Maneo fordert als Konsequenz der gleichbleibend hohen Zahlen einen weiteren Ausbau der Opferhilfearbeit, da Angst, Isolation und Diskriminierung unter LGBT nach wie vor weit verbreitet sei.en "Alte Wunden, die wenig Versorgung erfahren haben, drohen erneut aufzubrechen", heißt es in dem Bericht. Auch müsse die Strafverfolgung optimiert werden. Zwar hat Berlin seit 2012 eine Spezialabteilung für homophobe Straftaten, allerdings müssten die Mitarbeiter der Strafverfolgung weiter im Umgang mit dem Thema vorurteilsmotivierter Gewalt sensibilisiert werden. (dk)

-w-

#1 splattergayAnonym
  • 07.05.2015, 16:07h
  • Wären alle Schwule und Lesben öffentlich sichtbar, wie das für andere Minderheiten normal ist (Migranten, Behinderte), wären die Zahlen zunächst bestimmt noch viel höher. Mit der Zeit würde aber ein Gewöhnungseffekt eintreten und die Zahlen würden langfristig sinken.
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#2 AlexAnonym
  • 07.05.2015, 17:14h

  • Solange manche Parteien das gesellschaftliche Klima fördern, das solche Taten ermöglicht, wird sich daran auch leider nichts ändern.

    Was wir jetzt brauchen:

    - Volle rechtliche Gleichstellung. Inkl. Eheöffnung, Volladoption, Art. 3 GG.

    - Schutz vor Diskriminierung. Ohne Ausnahmen für Religionen.

    - Mehr Bildung und Aufklärung an Schulen, in Jugendeinrichtungen, in Sportvereinen, etc.

    - Mehr Sichtbarkeit in den Medien.
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#3 Pelayo
  • 07.05.2015, 18:12hBerlin
  • Antwort auf #2 von Alex
  • Mit der vollen rechtlichen Gleichstellung wird sich die Zahl der Übergriffe auf Schwule nicht oder nur unwesentlich verringern. Die "Jugendlichen", die Schwule zusammenschlagen, kommen in den meisten Fällen aus einem Milieu, wo schon der Großvater und der Vater homophob waren.
    Diese Leute kann man mit Argumenten nicht erreichen.
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