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Kommentare zu:
Berlin: LGBT-feindliche Übergriffe "auf gleichbleibend hohem Niveau"


#1 splattergayAnonym
  • 07.05.2015, 16:07h
  • Wären alle Schwule und Lesben öffentlich sichtbar, wie das für andere Minderheiten normal ist (Migranten, Behinderte), wären die Zahlen zunächst bestimmt noch viel höher. Mit der Zeit würde aber ein Gewöhnungseffekt eintreten und die Zahlen würden langfristig sinken.
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#2 AlexAnonym
  • 07.05.2015, 17:14h

  • Solange manche Parteien das gesellschaftliche Klima fördern, das solche Taten ermöglicht, wird sich daran auch leider nichts ändern.

    Was wir jetzt brauchen:

    - Volle rechtliche Gleichstellung. Inkl. Eheöffnung, Volladoption, Art. 3 GG.

    - Schutz vor Diskriminierung. Ohne Ausnahmen für Religionen.

    - Mehr Bildung und Aufklärung an Schulen, in Jugendeinrichtungen, in Sportvereinen, etc.

    - Mehr Sichtbarkeit in den Medien.
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#3 PelayoProfil
  • 07.05.2015, 18:12hBerlin
  • Antwort auf #2 von Alex
  • Mit der vollen rechtlichen Gleichstellung wird sich die Zahl der Übergriffe auf Schwule nicht oder nur unwesentlich verringern. Die "Jugendlichen", die Schwule zusammenschlagen, kommen in den meisten Fällen aus einem Milieu, wo schon der Großvater und der Vater homophob waren.
    Diese Leute kann man mit Argumenten nicht erreichen.
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#4 malteHBAnonym
#5 XDASAnonym
  • 07.05.2015, 22:34h
  • Antwort auf #3 von Pelayo
  • Aber Gleichstellung schafft ein gesellschaftliches Klima, das solche Taten ächtet. Und das färbt dann früher oder später auch auf solche Prolls ab.

    Außerdem muss das natürlich auch von mehr Aufklärung und Bildung sowie mehr Medienpräsenz flankiert werden...
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#6 seb1983
  • 07.05.2015, 22:42h
  • Antwort auf #2 von Alex
  • Es gibt wie überall Probleme dich sich nie ganz ausmerzen lassen werden.
    70 Jahre nach Kriegsende gibt es noch immer Antisemitismus, obwohl dabei von allen massiv vorgegangen wird.

    Aufklärung an Schulen usw. ist für mich der wichtigste Baustein.
    Der Rest wie Eheöffnung, Adoption, Grundgesetz sind wichtige Themen, spielen auf der Straße im Alltag aber keine wirkliche Rolle weil sie nicht bekannt sind.
    Auch Parteien und Kirche dürften bei der Tätergruppe nur eine äußerst geringe Reichweite haben und nur sehr diffus in einen "gesamtgesellschaftlichen" Pott eingehen.
    99% deren homophoben Gesülzes lese ich nur auf queer.de

    Viel reichweitenstärker sind da schon die Medien. Die öffentlich rechtlichen bemühen sich da mal zwischen Tatort und Musikantenstadl, es kommt aber nicht viel. Da leisten RTL und Co. einen größeren aber tuntigen Beitrag mit ihren Shows, was die Serien angeht kommt aber auch wieder 0, bei der miesen Qualität aber kaum verwunderlich, da blickt man sehnsüchtig über den großen Teich, neuerdings aber dank Streaming

    Wichtiger finde ich dass der Dreck von Bushido, Sido und Co. abgestellt wird, denn der landet direkt in den Köpfen von jungen Männern und wird umgesetzt.
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#7 NicoAnonym
  • 08.05.2015, 09:31h
  • Antwort auf #3 von Pelayo
  • Ja, es wird wohl immer homophobe Idioten geben. Genauso wie es immer noch Antisemiten gibt.

    Aber daraus zu schließen, dass Politik machtlos sei, ist eine Mär, die manche Parteien in die Welt gesetzt haben, um ihre Untätigkeit zu rechtfertigen.

    Man wird nie alles verhindern können, aber jeder eimzelne Fall von Mobbing, Gewalt, etc. der verhindert werden kann, ist ja schonmal ein Fortschritt.

    Und es ist sozialwissenschaftlich erwiesen, dass ein tolerantes Klima in der Politik sich auch auf das gesellschaftliche Klima überträgt.

    Wie gesagt: das wird nicht alles an Mobbing und Gewalt verhindern können, aber zumindest einen Teil.

    Und vor allem:
    für diejenigen, die dann doch noch Opfer werden, ist es ein gewaltige Unterschied, ob diese Tat gesellschaftlich geächtet ist oder ob man das Gefühl hat, dass es allen anderen egal ist.
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#8 NicoAnonym
  • 08.05.2015, 12:15h

  • Jede dieser Taten beweist, dass wir endlich mehr Bildung und Aufklärung brauchen.

    Dass gerade in Berlin, wo die homophobe Gewalt stark zunimmt, die Bildungssenatorin (SPD) das ablehnt und erst nach Protesten nochmal "prüfen" will (queer.de berichtete) ist ein Skandal.
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#9 TheDadProfil
  • 08.05.2015, 13:00hHannover
  • Antwort auf #3 von Pelayo
  • Durch die weitere Verhinderung der Gleichstellung und die Forderung nach Unsichtbarkeit der LGBTTIQ´s "schafft man diese Leute nicht ab", die angeblich aus einem "Milieu" stammen ""wo schon der Großvater und der Vater homophob waren."" !

    Ganz im Gegenteil, denn gerade die rechtliche Ungleichbehandlung vermittelt genau diesen Leuten ein "Gefühl" des im Recht Seins, das es zu beseitigen gilt, indem die Gleichstellung durchgesetzt wird !

    Nur so ist es diesen Leuten zu vermitteln auf der falschen Seite des Gesetzes UND des Grundgesetzes zu stehen, und zu agieren !
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#10 seb1983
  • 08.05.2015, 13:35h
  • Antwort auf #9 von TheDad
  • Dann frag mal jemanden auf der Straße was Artikel 3 GG beinhaltet, was eine ELP ist, wo steuerrechtliche und adoptionsrechtliche Unterschiede sind.
    Oder wie viel Abstand beim Parken von einem Bahnübergang gehalten werden muss. Das Ergebnis dürfte ähnlich sein.

    Allerdings werden sich homophobe Täter in einem mit vielen hier einig sein: Die sogenannte BRD ist ein pöser pöser Unrechtsstaat, nur zäumen die das Pferd von hinten auf.

    Das heißt nicht dass rechtliche Gleichstellung unwichtig wäre, aber die ganz großen Brocken sind erreicht und der Rest hat eher symbolischen statt praktischen Wert.

    Um grade das Leben junger Schwuler zu verbessern braucht es wie gesagt ganz andere Maßnahmen.
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#11 BuritoAnonym
#12 TheDadProfil
  • 08.05.2015, 14:47hHannover
  • Antwort auf #10 von seb1983
  • ""Dann frag mal jemanden auf der Straße""..

    ""aber die ganz großen Brocken sind erreicht""..

    Bevor nicht jeder auf der Straße weiß, was in Artikel 3 steht, und welche rechtlichen Ungleichbehandlungen real bestehen, sind ganz sicher nicht die "großen Brocken" erreicht..

    Jeder von uns ist dafür verantwortlich in seiner persönlichen Umgebung für Aufklärung zu sorgen..

    Dieses Märchen von den "großen Brocken" ist eine Kampagne der Gleichstellungs-Gegner, der Reaktionäre, die es tatsächlich auch innerhalb der Community gibt, die eine völlige Gleichstellung mit dem Verweis, es sei ja quasi alles wichtige erledigt, verhindern wollen..

    Diesem Irrglaube den die Gegner in die Bevölkerung einpflanzen wollen, muß man entschieden entgegen treten..

    Vor allem vor dem Hintergrund der "Diskussionen" über Bildungspläne in den Bundesländern, und vor allem im Angesicht der Gewalt-Kriminalität gegenüber LGBTTIQ´s kann man diese "Meinung", es sei ja das meiste erledigt, überhaupt nicht so stehen lassen..

    Gleichstellung ist kein Thema das sich allein auf die Community beschränkt, oder mit der Ehe-Öffnung für LGBTTIQ´s beendet wäre..

    Diese irrige Annahme herrschte schon zu Zeiten, als der Paragraph noch galt, und man "meinte" wenn der denn endlich abgeschafft sei, sei ja alles gut..
    Blödsinn..

    Gleichstellung ist eine Gesamtgesellschaftliche Aufgabe..

    Es ist wahrscheinlich das wir die Ehe-Öffnung erreichen können, noch bevor sich gleiche Löhne für Frauen durchsetzen können, innerhalb derer Lesben übrigens oft weniger verdienen, als andere Frauen, und das, obwohl ihre Erwerbsbiographien nicht einmal durch die Familienplanung gebrochen sind..

    Wie also kann man da die absurde Behauptung vertreten, das Meiste sei erledigt ?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #10 springen »
#13 seb1983
  • 08.05.2015, 16:05h
  • Antwort auf #12 von TheDad
  • Man kann behaupten das meiste sei erledigt wenn man sagen wir mal 1990 mit heute vergleicht und sich auf "schwulenspezifische" Themen beschränkt.
    Damals gab es nämlich nichts, auf dem Papier sogar noch den 175er.

    Was seit damals passiert ist muss ich nun nicht aufzählen oder, auch heilige Kuh Eheöffnung wird über kurz oder lang geschlachtet werden.
    Wer die großen Brocken ELP, AGG, Stiefkindadoption usw. nicht sieht muss blind sein, alles hat noch vor 50 Jahren unvorstellbare Verbesserungen gebracht. Das bedeutet nicht satt und zufrieden zu sein, aber man sollte es zur Kenntnis nehmen und hinterfragen womit denn restliche Unterschiede begründet werden.

    Und sorry:
    Was in Artikel 3 steht interessiert keinen Schwanz, wenn er nicht zu einem Juristen gehört. Verfassungsrecht halt.
    Mal zur Probe: Was steht in Artikel 2 und 4...?
    GG und BGB sind dick und geduldig.

    Beim Rest gehst du weit über "schwule" Themen hinaus, was ich ja gut finde.
    Maßnahmen gegen Gewalt und hier besonders an Schulen, Chancengleichheit für alle, gegen Rassismus, Diskriminierung usw. usw. ist ein Thema das alle etwas angeht, und so natürlich auch Schwule als Teil der Gesellschaft.

    Da würde aber konkret und ganz praktisch helfen:
    - Sofortiges Auftrittsverbot für Bushido und andere Hasssänger
    - Eine fundamentale Umkrempelung von Lehrplänen weg von reiner Wissensvermittlung hin auch zu sozialer Kompetenz in sämtlichen Belangen, Medienkompetenz usw. um auch Defizite von daheim aufzufangen
    - Massive Ausweitung von Jugendarbeit
    usw....
    Das bleibt aber ein Wunschtraum.

    Eher bekommst du deine Papiertiger Art.3 und noch ein Gesetz gegen Hassverbrechen, das kostet nichts und bringt nichts und lässt sich trotzdem stolz verkünden dass man "was getan hat"
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#14 TheDadProfil
  • 08.05.2015, 16:24hHannover
  • Antwort auf #13 von seb1983
  • ""Man kann behaupten das meiste sei erledigt wenn man sagen wir mal 1990 mit heute vergleicht und sich auf "schwulenspezifische" Themen beschränkt.""..

    Kann man das ?
    Kann man sich in der Frage der Gleichstellung auf "schwulenspezifische" Fragen beschränken ?

    Ich kann das nicht, denn die eine Frage der Gleichstellung greift in die andere Frage der Gleichstellung über..

    Zumal die Geschichte der Gleichstellung nicht erst in den Neunzigern begann, sondern zumindest in diesem Land, mit der Veränderung des § 175 im Jahr 1969..

    Und so lange auch nur eine Kleinigkeit in der Gleichstellung nicht erledigt ist, ist die Gleichstellung insgesamt nicht erledigt..

    ""Da würde aber konkret und ganz praktisch helfen:""..

    Unterschreib ich alles..

    ""Das bleibt aber ein Wunschtraum.""..

    Wer oder was hindert Dich daran Wunschträumen zur Wirklichkeit zu verhelfen ?
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#15 LorenProfil
#16 Robby69Ehemaliges Profil
  • 08.05.2015, 18:34h
  • Antwort auf #13 von seb1983
  • "Damals gab es nämlich nichts, auf dem Papier sogar noch den 175er"
    Nicht nur auf dem "Papier", sondern auch im alltäglichen Leben, Schätzen!
    Der 175er wurde erst 1994(!) abgeschafft! Und bis zum Tag der Abschaffung 1994 wurden auch immer noch Schwule nach dem § 175 verurteilt!

    "Was seit damals passiert ist muss ich nun nicht aufzählen oder, auch heilige Kuh Eheöffnung wird über kurz oder lang geschlachtet werden"
    Woher willst Du das wissen? Bist Du Hellseher? Genauso gut kann es schließlich sein, dass diese - oder eine folgende - Regierung durch das Bundesverfassungsgericht gezwungen werden, die Ehe auch für Schwule und Lesben komplett zu öffnen.

    "Das bedeutet nicht satt und zufrieden zu sein, aber man sollte es zur Kenntnis nehmen und hinterfragen womit denn restliche Unterschiede begründet werden. "
    In Bezug auf den 175er jedenfalls nicht damit, dass irgendwelche ach so schwulenfreundlichen Politiker ihn abschaffen "wollten" - sondern damit, dass sie gezwungen waren, ihn im Zuge der "Wiedervereinigung" abschaffen zu MÜSSEN, denn sonst hätten sie in der bisherigen DDR diesen Nazi-Paragrafen wieder einführen müssen.

    Bezüglich Deiner Argumentation mit Bushido & Co. gebe ich Dir allerdings vollkommen recht. Ich würde aber diese "Sparte" noch um die ganzen Nazi-Bands erweitern, denn auch die rufen ganz offen zu Gewalt und Morden an uns Schwulen in ihren "Liedern" auf. Und bei diesen "tollen" Nazi-Bands ist es scheißegal, ob sie und ihre Hass-Pamphlete und verboten werden oder nicht - die finden ihre eigenen "Vetriebskanäle". Da müsste meiner Meinung nach dringend mal was passieren. Bei Nazi-Bands - und bei Bushido & Co.
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#17 seb1983
  • 08.05.2015, 20:14h
  • Antwort auf #16 von Robby69
  • Die Verurteilungen nach §175 sind schon in den 1980ern auf homöopathisches Niveau gesunken, da war ein Lottogewinn oder der Besuch vom GEZ Mann wahrscheinlicher.
    Daher eher ein Papiertiger, zudem das Strafmaß in Richtung 3 Mark 50 ging. Macht das Unrecht nicht besser aber maßstabsgerechter.

    Eine gesamtdeutsche Einführung des 175 wäre kein Problem gewesen, so wie auch der weit überwiegende Rest bundesdeutscher Gesetze übernommen wurde.
    Man hat hier einfach der DDR das Zugeständnis gemacht deren Rechtspraxis zu übernehmen um "wichtigere" eigene Gesetze durchzubringen, es nannte sich ja "Rechtsangleichung".

    Was die Ehe angeht sind europäische und deutsche Rechtsprechung, Meinung in der Bevölkerung als auch die Parteienlandschaft von der Tendenz her eindeutig.
    Wie so oft ist nur der deutsche Gesetzgeber zu spät dran.

    Und Nazibands können gleich mit verboten werden klar. Allerdings haben die bei weitem nicht diese enorme Reichweite und Akzeptanz wie Bushido und Co der mir aus jedem zweiten Auto entgegenschallt.
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#18 TheDadProfil
  • 08.05.2015, 21:12hHannover
  • Antwort auf #17 von seb1983
  • ""Die Verurteilungen nach §175 sind schon in den 1980ern auf homöopathisches Niveau gesunken""..

    Die Verurteilung nach dem § 175 mit einem Lottogewinn zu vergleichen, ist nicht nur im Angesicht der wirklichen Zahlen völlig absurd, denn so viele Lotto-Gewinner gab es gar nicht, selbst 1994 gab es in den 108 Ausspielungen des Deutschen Lottoblockes mit den Samstags- und Mittwochs-Ziehungen, Mittwochs sogar doppelt, keine 44 mal Sechs-Richtige..
    Einfach mal ein bisschen nachlesen, da im Kästchen mit den Zahlen der Jährlich Verurteilten :

    de.wikipedia.org/wiki/%C2%A7_175#Entwicklung_in_der_alten_Bu
    ndesrepublik


    Zusätzlich frage ich mich, ob Du den Betreibern dieser Homepage das auch ins Gesicht sagen würdest..
    Man darf das wohl bezweifeln :

    www.175er-opfer.de/

    ""Man hat hier einfach der DDR das Zugeständnis gemacht deren Rechtspraxis zu übernehmen um "wichtigere" eigene Gesetze durchzubringen, es nannte sich ja "Rechtsangleichung".""..

    Davon bleiben erinnerlich nur Zwei Dinge übrig :
    Die Abschaffung des § 175, nachdem der EuGH protestiert hatte, und die Einführung des "Grünen Rechtsabbieger-Pfeils" in der STVO..
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#19 seb1983
  • 09.05.2015, 11:56h
  • Antwort auf #18 von TheDad
  • Naja, 2013 hatten wir inzwischen sogar 90 Lottomillionäre^^ Aber auch das ist ja mehr geworden.

    Die Zahlen habe ich mir schon oft angesehen, und wenn man bedenkt wie viele Schwule es gibt war eine Verurteilung schon in den 1980ern sehr sehr unwahrscheinlich und auch dann das Strafmaß überschaubar... Es bleibt Unrecht.

    Die Opferseite langt aber gleich zu Beginn man ins Pädo Töpfchen und zettelt einen Privatkrieg mit Volker Beck an, unangenehm...

    Ja viel ist nicht geblieben, dafür gabs neue Straßen, die Kitas haben sich halbwegs erhalten.
    Den Grünpfeil hat der Wessi auch 20 Jahre später nicht verstanden
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#20 Robby69Ehemaliges Profil
  • 09.05.2015, 18:16h
  • Antwort auf #17 von seb1983
  • " Eine gesamtdeutsche Einführung des 175 wäre kein Problem gewesen, so wie auch der weit überwiegende Rest bundesdeutscher Gesetze übernommen wurde"
    Das ist ja echt das Letzte! Schäm Dich, so dreist zu lügen!

    Hier mal die "komplette" Aufstellung aller nach dem § 175 verurteilten Schwulen seit Kriegsende:

    1946: ca. 1152
    1947: ca. 1344
    1948: 1536
    1949: 1728
    1950: 2158
    1951: 2359
    1952: 2656
    1953: 2592
    1954: 2801
    1955: 2904
    1956: 2993
    1957: 3403
    1958: 3486
    1959: 3804
    1960: 3406
    1961: 3196
    1962: 3098
    1963: 2803
    1964: 2907
    1965: 2538
    1966: 2261
    1967: 1783
    1968: 1727
    1969: ca. 894
    1970: ca. 340
    1971: 372
    1972: 362
    1973: 373
    1974: 235
    1975: 160
    1976: 200
    1977: 191
    1978: 177
    1979: 148
    1980: 164
    1981: 147
    1982: 163
    1983: 178
    1984: 153
    1985: 123
    1986: ca. 118
    1987: ca. 117
    1988: ca. 95
    1989: ca. 95
    1990: ca. 96
    1991: ca. 86
    1992: ca. 77
    1993: ca. 76
    1994: ca. 44

    All diese Zahlen kannst Du auch noch mal in der von mir hochgeladenen "Event-Galerie" zum 175er-Protest letztes Jahr in München nachlesen. Die "ca."-Zahlen ergeben sich aus der Tatsache, dass die Behörden nicht alle Unterlagen zu den betreffenden Jahren herausgeben haben (aus angeblichen Datenschutzgründen) bzw. dass etliche Unterlagen aus den betreffenden Jahren schon vernichtet wurden (aus welchen Gründen auch immer). Wenn Du näheres dazu wissen willst, wende Dich einfach an die Münchner "Grüne Jugend", die damals den Protest organisiert hat.

    Und zu Deiner unerträglichen Bemerkung oben:
    Ich hätte auch gerne auf meine eigenen Verurteilungen nach dem 175er (1992, 1993, 1994) verzichten können, wenn ich angeblich - laut Deinem geistigen Dünnpfiff - eher einen Lottogewinn oder einen Besuch vom GEZ-Mann hätte haben können. Mann, DENKEN, statt absoluten Schwachsinn posten, Schätzchen!

    "Daher eher ein Papiertiger, zudem das Strafmaß in Richtung 3 Mark 50 ging. Macht das Unrecht nicht besser aber maßstabsgerechter."
    Ebenfalls totaler Schwachsinn, der beweist, dass Du absolut NULL Ahnung hast, wovon Du eigentlich hier fantasierst. Hier nochmal ein kleiner Crash-Kurs in Bezug auf die "Strafen" bzgl. des 175ers, Schätzchen:
    Wenn sie Dich (nach 1969 wohlgemerkt) nach dem 175er verurteilt haben, dann hatte das eine Bewährungsstrafe von 2 bis 3 Monaten zur Folge. 2 Monate Bewährung dafür, wenn sie Dich bei einem Blowjob erwischt hatten, 3 Monate, wenn sie Dich beim Ficken bzw. Ficken lassen erwischt hatten. - Erst seit Abschaffung des § 175 (im Jahr 1994) wurde das Strafmaß für das "Delikt" schwuler Sex in der Öffentlichkeit dem des öffentlichen Heten-Sex angeglichen. Das heißt, seither ist es "nur mehr" eine "Erregung öffentlichen Ärgernisses" - und wird mit einer Geldstrafe geahndet. Die Geldstrafe richtet sich einerseits nach dem Einkommen des betreffenden "Angeklagten", andererseits auch, wie oft sie Dich schon beim "öffentlichen Sex" erwischt haben. - Ich weiß verdammt genau, wovon ich rede, Schätzchen, denn (wie Du vielleicht noch aus den früheren Diskussionen bzgl. des 175ers weißt) wurde ich ebenfalls schon mehrfach wegen dem § 175 verurteilt - und dadurch, dass ich nach wie vor leidenschaftlich gern Cruisen gehe, erwischt's mich immer noch ab und zu mal und ich muss eine Geldstrafe berappen.

    "Eine gesamtdeutsche Einführung des 175 wäre kein Problem gewesen, so wie auch der weit überwiegende Rest bundesdeutscher Gesetze übernommen wurde."
    Auch diese Bemerkung - und Deine folgenden - belegen, dass Du absolut keinen Dunst von der Materie hast, geschweige denn, damals "live" mitzubekommen, was Sache ist. (Kopfschüttel...)

    "Was die Ehe angeht sind europäische und deutsche Rechtsprechung, Meinung in der Bevölkerung als auch die Parteienlandschaft von der Tendenz her eindeutig. Wie so oft ist nur der deutsche Gesetzgeber zu spät dran. "
    In diesem Punkt gebe ich Dir Recht. Ich denke, wir können davon ausgehen, dass es mit einer wirklichen Ehe für schwule und lesbische Paare erst was wird, wenn diese homophobe CDU/CSU endlich abgewählt wird.

    "Allerdings haben die bei weitem nicht diese enorme Reichweite und Akzeptanz wie Bushido und Co der mir aus jedem zweiten Auto entgegenschallt."
    Doch, habe sie. Auch Nazi-Bands und ihre "Musik" sind äußerst weit verbreitet. - In Bayern hörst Du diesen verdammten Volkverhetzungs-Mist durchaus öfter mal aus Autos, offenen Fenstern oder auch in Parks oder Bussen, wenn Du sozusagen "zwangsbeschallt" wirst. Und auch in anderen Bundesländern ist dieser Mist weiter verbreitet, als Du denkst. Das wird einem erst so richtig klar, wenn man bzgl. Rechtsextremismus etc. genauer recherchiert.
    Und diese verdammte Scheiße der bei den Nazis so geliebten Bands wie "Landser" oder auch "Lunikoff Verschwörung" etc. bekommen die durch ihre eigenen Versandhäuser und Vertriebskanäle, wie ich ja schon erwähnt habe. Da nützt leider auch kein Verbot von Nazi-Bands was.
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#21 seb1983
  • 09.05.2015, 20:43h
  • Antwort auf #20 von Robby69
  • Ebenso wie ein Lottogewinn möglich aber unwahrscheinlich ist gabs auch noch Verurteilungen nach §175.
    Wenn man dann immer wider an den immer gleichen Stellen steht und mehrfach verurteilt wird steigert sich die Wahrscheinlichkeit logischerweise.

    aber gut:
    Erklär mir mal warum wäre eine Einführung des 175 auf gesamtdeutschem Gebiet nicht möglich gewesen wo 99% des restlichen Mülls übernommen wurden??
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#22 TheDadProfil
  • 09.05.2015, 21:06hHannover
  • Antwort auf #19 von seb1983
  • ""Den Grünpfeil hat der Wessi auch 20 Jahre später nicht verstanden ""..

    Der "Ossi" auch nicht..
    In Magdeburg gibt es an einer Elbbrücke eine Rechtsabbiegespur um auf die Hauptstraße zu gelangen, an der eine Ampel steht, die ständig Rot zeigt, und daneben prangt ein "Grüner Pfeil"..

    Ein einfaches "Vorfahrt achten"-Schild würde hier jede Menge Strom sparen..

    ""Die Opferseite langt aber gleich zu Beginn man ins Pädo Töpfchen und zettelt einen Privatkrieg mit Volker Beck an, unangenehm...""..

    Eine Diskussion über die Rehabilitierung von §-175-Opfern ohne den Verweis auf die Pädo-Debatte zu führen, halte ich für schlicht unmöglich, denn der Paragraph bestrafte bis 1994, was danach durch die Veränderung der "Schutzaltersgrenzen" erlaubt war :
    Sex von Menschen über 18 mit Menschen zwischen 14 und 18..

    Die Verurteilten in der Zeit zwischen 1972 und 1994 galten zumindest in den Knästen sehr oft als "Kinderficker", denn sie hatten ja Sex mit ""Kindern""..
    Jedenfalls nach der Lesart der Konservativen..
    Viele wurden zu "Therapien" gezwungen, ungezählte von Mithäftlingen drangsaliert und körperlich misshandelt..

    Hier muß endlich einmal deutlich gemacht werden, das auch VOR 1994 Männliche Jugendliche KEINE KINDER waren, die keinem "besonderem Schutz des Staates" bedurften, der einzig Schwulen Jugendlichen angedieh, während Mädchen Sex haben durften, mit wem sie wollten..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #19 springen »
#23 TheDadProfil
  • 09.05.2015, 22:12hHannover
  • Antwort auf #19 von seb1983
  • Du hast nur in das Kästchen geschaut, nicht aber den links stehenden Text gelesen..

    ""Auf dieser Grundlage kam es zwischen 1950 und 1969 zu mehr als 100.000 Ermittlungsverfahren und etwa 50.000 rechtskräftigen Verurteilungen.""..

    50.000 Verurteilungen allein zwischen 1950 und 1969..

    Sicher waren dort einige Menschen mehrfach betroffen..

    Da es aber um die gesamte Zeit von Mai 1945 bis Juni 1994 geht, haben wir es mit mindestens 70.000 Urteilen zu tun, die es aufzuheben gilt..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #19 springen »
#25 TheDadProfil
  • 10.05.2015, 12:55hHannover
  • Antwort auf #21 von seb1983
  • Weil es der Einigungsvertrag zur Wiedervereinigung schlichtweg verboten hat..

    Die Verhandlungsführung der DDR unter der Führung des späteren Verkehrsminister Günther Krause hatte darauf bestanden in den Einigungsvertrag die Bedingung aufzunehmen, dass die BRD auf dem Gebiet der DDR kein Strafrecht einführt, dass die Volkskammer abgeschafft hatte..

    Dabei stand u.a. sogar die Straffreiheit der Abtreibung zur Debatte..
    Der § 175 wurde damit also quasi zugunsten der Beibehaltung des § 218 "geopfert"..

    ""Die deutsche Wiedervereinigung änderte zunächst nichts an der unterschiedlichen Behandlung der Homosexualität in Ost und West. Der Einigungsvertrag setzte zwar das Bundes-StGB im Beitrittsgebiet in Kraft, jedoch mit der Maßgabe, dass u. a. §§ 175, 182 und 236 (Entführung mit Willen der Entführten) nicht anzuwenden seien (Anlage I Kap. III Sachgebiet C Abschnitt III Nr. 1)[34] und u. a. §§ 149, 153-155 StGB-DDR in Kraft blieben (Anlage II Kap. III Sachgebiet C Abschnitt I Nr. 1).
    Im Jahr 1994 beschloss der Bundestag mit dem 29. Strafrechtsänderungsgesetz vom 31. Mai 1994 die ersatzlose Aufhebung des § 175 StGB. Das absolute Schutzalter für sexuelle Handlungen wurde einheitlich auf 14 Jahre festgelegt ""..

    de.wikipedia.org/wiki/Einigungsvertrag
  • Antworten » | Direktlink » | zu #21 springen »
#26 Robby69Ehemaliges Profil
  • 10.05.2015, 15:09h
  • Antwort auf #21 von seb1983
  • "Erklär mir mal warum wäre eine Einführung des 175 auf gesamtdeutschem Gebiet nicht möglich gewesen wo 99% des restlichen Mülls übernommen wurden??"
    Da Dir dies "The Dad" schon äußerst ausführlich dargelegt hat, erübrigt sich eine nochmalige Wiederholung des Ganzen meinerseits. -
    Und was den 175er betrifft, bin ich nach wie vor der Meinung, dass Du - aufgrund Deines jüngeren Alters (nicht negativ gemeint) - nicht wirklich mitreden kannst. Einfach, weil Du diese Zeit nicht mehr selbst "aktiv" mitbekommen hast. Bzgl. der Verurteilungen wegen "öffentlichem Sex" ist die Sachlage ähnlich, da Du ja "an sich" nicht Cruisen gehst, sondern (nach Deinen Aussagen) "nur" mit Hetero-Freunden weggehst. - Von daher dürfte es relativ ausgeschlossen sein, dass Du jemals bei "öffentlichem Sex" (in einer Klappe etc.) erwischt wirst. Grins...
    In diesem Sinne...
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