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Dan Savages Leben als Komödie
"It Gets Better"-Aktivist erhält eigene Sitcom

Das Coming-out von LGBT-Aktivist Dan Savage wird in einer Sitcom nachgespielt
- 12. Mai 2015 3 Min.
Mit Dan Savage erhält einer der bekanntesten Gesichter der amerikanischen LGBT-Bewegung eine eigene Sitcom – ausgerechnet im Network des Disney-Konzerns. Homo-Gegner sind empört.
Der US-Sender ABC hat eine Staffel einer Sitcom bestellt, die lose auf dem Leben des LGBT-Aktivisten Dan Savage basieren soll. "The Real O'Neals" soll ab Herbst in der Hauptsendezeit ausgestrahlt werden.
Savage setzt sich seit den Neunzigern für LGBT-Rechte ein und ist insbesondere durch sein 2010 gestartetes Projekt "It Gets Better" bekannt geworden, für das er sogar Präsident Barack Obama gewinnen konnte (queer.de berichtete).
Die Sitcom spielt in einer katholischen Familie in Chicago, in einer solchen ist auch Savage aufgewachsen. In der Serie soll seine Figur den Namen Kenny O'Neal tragen und 16 Jahre alt sein. Laut ABC-Pressetext ist er "Mamas Liebling" – zumindest solange, bis er sich bei einer Kirchenveranstaltung als schwul outet und das Familienleben durcheinanderwirbelt.

Martha Plimpton, Jay R. Ferguson und Noah Galvin
Bereits Anfang des Jahres hatte ABC einen Piloten bestellt, der nun offenbar als vielversprechend genug für eine Serie angesehen wurde. Die Hauptrolle hat Nachwuchsschauspieler Noah Galvin erhalten, außerdem sind Martha Plimpton ("Raising Hope") und Jay R. Ferguson ("Mad Men") in weiteren Rollen vorgesehen.
ABC hat insgesamt neun neue Serien für das im Herbst startende Fernsehjahr bestellt, darunter drei Sitcoms. Es wird von den Einschaltquoten abhängen, ob es mehr Folgen geben wird. Die meisten neuen Serien überleben ihr erstes Jahr nicht.
Homo-Gegner beschimpfen Savage als obszön und gewalttätig
Gegen "The Real O'Neals" wurden bereits die ersten heftigen Proteste von Homo-Gegnern laut, die mit einem Senderboykott oder einem Boykott aller Firmen drohten, die während der Ausstrahlung werben wollen. So erklärte Tony Perkins vom "Family Research Council": "Will ABC wirklich eine Sendung produzieren, die auf einem niederträchtigen Rabauken wie Dan Savage basiert? Repräsentieren Dan Savages Obszönitäten, seine Einschüchterung von Teenagern und seine gewalttätige Rhetorik die Werte von Disney?". Der Disney-Konzern hatte das Network 1996 erworben. Laut Perkins rufe Savage zur "Gewalt gegen Konservative" auf.

Savage gilt als Hauptfeind von konservativen Homo-Gegnern, weil er sich in Kolumnen und Talkshowauftritten immer wieder sehr deutlich zu Wort meldet. So forderte er vergangenen Monat den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ben Carson auf, seine Behauptung zu beweisen, dass Homosexualität nicht angeboren ist. Carson hatte behauptet, dass viele Hetero-Männer ins Gefängnis gehen und schwul wieder herauskommen. Daraufhin sagte Savage: "Zeig Amerika, wie das geht. Ben, zeig uns, wie man schwul wird: Lutsch meinen Schwanz!".
ABC ist einer von sechs Networks in den USA, die mit Serien wie "Modern Family", "Grey's Anatomy" und "Castle" Erfolge feiert. In den Einschaltquoten kämpft der Sender mit NBC, CBS und Fox um die Spitzenposition.
Mit "Men in Shorts" hat ABC auch eine Sitcom bestellt, die auf dem Leben des schwulen Fußballers Robbie Rogers basieren soll (queer.de berichtete). Es ist aber unklar, wann diese Serie anlaufen soll. (dk)
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Aber nein, beim Thema Homo ist irgendwie immer eine "Gegenmeinung" erlaubt und muss daher scheinbar von den Medien dargestellt werden, auch wenn sie immer und immer wieder von den selben braun gefärbten Gesichtern mit irgendwelchen obskuren Nischenmeinungen kommt.