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Kritik von schwulem AfDler
Beatrix von Storch auf Wahlkampfveranstaltung der AfD in Köln

Beatrix von Storch, Kämpferin gegen alles Moderne (Bild: blu-news.org, by sa 2.0)
- 12. Mai 2015 3 Min.
Am Mittwoch hält die homophobe Europaabgeordnete bei einem Termin zur OB-Wahl einen Vortrag zu "Gender Mainstreaming".
Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch, eine der einflussreichsten Stimmen der Bewegung gegen LGBT-Rechte in Deutschland, tritt am Mittwoch ausgerechnet in der Homo-Hochburg Köln mit einem homophoben Vortrag auf.
Bei einer Wahlkampfveranstaltung ab 19 Uhr in der Jugendherberge Deutz will sie laut Veranstaltungsankündigung bei Facebook ein Referat über Gender Mainstreaming halten. Ihr Europaparlamentskollege Marcus Pretzell hat sich ebenfalls für die Veranstaltung mit dem OB-Kandidaten Hendrik Rottmann angekündigt.
Von Storch ist Organisatorin der "Demos für alle", der mit Homophobie punktenden Bewegung gegen Schulaufklärung über Homo- und Transsexualität, die sich inzwischen auch gegen Aktionspläne gegen Homophobie oder ähnliche Initiativen wendet. Mit ihrer "Initiative Familienschutz" und Portalen wie Freie Welt ist von Storch treibende Kraft einer Bündnisbewegung, die ins erzchristliche Lager sowie in rechte bis rechtsextreme Kreise reicht.
Kritik von Torsten Ilg
Selbst in der AfD ist der Auftritt von Beatrix von Storch umstritten. "Ich werde dieser Veranstaltung bewusst fernbleiben, da ich es als äußerst unglücklich erachte, dass aufgrund der momentanen Debatte um die Ausrichtung der AfD als Hauptredner dieser Veranstaltung ausgerechnet Beatrix von Storch und Marcus Pretzell eingeladen wurden", schrieb der Kölner Lokalpolitker Torsten Ilg am Dienstag in einer Pressemitteilung.
Von Storch und die "Initiative Familienschutz" setzten sich "vehement gegen die Gleichstellung von Homosexuellen ein", so Ilg, der auch stellvertretender Sprecher der "Homosexuellen in der AfD" ist. "In einer Stadt wie Köln sind solche Positionen unerwünscht und das ist auch richtig so."
Ilg wandte sich gegen "religiös motivierte, politische Aktivitäten", die "einer freien und aufgeklärten Gesellschaft entgegenstehen". Der Streit um die Ausrichtung der Partei verläuft allerdings auch durch die "Homosexuellen in der AfD" selbst: Bundessprecher Mirko Welsch wendet sich etwa ebenfalls mit teils harschen Worten gegen Schulaufklärung über Homosexualität. (nb/pm).
Update 13.5., 11.30h: CSD verlangt Auskunft
Der Cologne Pride hat sich an die Jugendherberge Deutz gewandt: "Wir als Vorstand und Beirat des KLuST e.V. sind uns einig, dass eine Jugendherberge keine geeignete Stätte für solche rechtspopulistischen Hasstiraden ist und haben bei der Herbergsleitung und beim Hauptverband des DJH daher nachgefragt, wie sie dazu stehen." Eine Antwort werde man auf der Facebook-Seite des CSD nachtragen.
Das Aktionsbündnis "Vielfalt statt Einfalt Köln" bedauerte, aufgrund des späten Bekanntwerdens der Veranstaltung keinen Gegenprotest veranstalten zu können. Auf Facebook rief das Bündnis aber dazu auf, sich telefonisch an die Jugendherberge zu wenden und zu "problematisieren, dass eine Vertreterin der AFD und christliche Fundamentalistin dort auftreten kann".
Update 13.5., 18:00h: Distanzierung vom Verband
Laut den Kolleginnen von Phenomelle wusste die Jugendherberge nach eigenen Angaben nichts von einem Auftritt von Beatrix von Storch. "Wir teilen deren Position in Bezug auf LGBTI-Personen in keinster Weise inhaltlich", so Friedhelm Kamps vom DJH-Landesverband Rheinland. "Diese sind bei uns Stammgäste, mit denen wir nur gute Erfahrungen gemacht haben." Die AfD hatte die Räume offenbar unter dem Namen der europäischen Fraktion, also als "Europäische Konservative und Reformer", angemietet.
Update 13.5., 18:30h: Jugendherberge sagt Veranstaltung ab
Auf der Facebookseite der Jugendherberge Köln-Deutz schreibt Friedhelm Kamps, Geschäftsführer des DJH Rheinland e.V.: "Nachdem uns mittlerweile bekannt ist, wer heute Abend zu welchem Zweck unsere Jugendherberge Köln-Deutz nutzen will, haben wir die Veranstaltung abgesagt."















Und da bringt es auch nichts, wenn dieser Herr Ilg dieser Veranstaltung "bewusst fernbleibt".
Man braucht Zivilcourage und offenen Widerspruch, um solche Leute zu bremsen - nicht wegbleiben und gewähren lassen.
Aber so ist das halt in der AfD... Hoffentlich zerlegen die sich bald selbst...