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Präsident Yahya Jammeh gilt inzwischen neben Robert Mugabe aus Simbabwe als homophobster Staatschef in Afrika (Bild: Amanda Lucidon)
- 13. Mai 2015 2 Min.
Mit harschen Worten heizt der autokratisch regierende Staatschef die Homosexuellenfeindlichkeit in seinem Land weiter an.
Der gambische Präsident Yahya Jammeh hat seine homophobe Rhetorik verschärft. Nach einem Bericht von "Vice News" verbreitete er vergangene Woche bei einer Rede im Norden des Landes regelrechte Mordfantasien gegen schwule Männer: "Wer so etwas [in Gambia] tut, dem werde ich die Kehle durschneiden. Wenn ein Mann einen anderen Mann in diesem Land heiraten will und wir ihn dabei erwischen, wird ihn niemand mehr zu Gesicht bekommen". Offenbar in Richtung der westlichen Staaten sagte er weiter: "Und kein Weißer kann etwas dagegen tun."
Erst vergangenes Jahr hatte Gambia seine Gesetze gegen Schwule und Lesben verschärft (queer.de berichtete), die Maximalstrafe für gleichgeschlechtliche Liebe wurde von 14 Jahren Haft auf lebenslänglich erhöht.
In den letzten Jahren hat Jammeh, der sich 1994 an die Macht geputscht hatte und sein Land seither mit eiserner Hand regiert, immer wieder gegen Schwule und Lesben polemisiert. Erst vor wenigen Monaten hatte der 49-Jährige erklärt, dass der gottlose Westen untergehen werde, weil er Homosexuelle gleichbehandelt (queer.de berichtete). Er hatte Schwule und Lesben in der Vergangenheit auch als "Ungeziefer" oder als "größte Gefahr für die Menschheit" bezeichnet.
Den Worten folgten laut Amnesty International bereits Taten: Die Menschenrechtsorganisation hat beklagt, dass Gambia mutmaßliche Homosexuelle in Haft gefoltert habe. Einige der Opfer sollen sogar minderjährig gewesen sein (queer.de berichtete).
EU hat Entwicklungshilfe bereits gekürzt
Die Europäische Union hat ihre Entwicklungshilfe für Gambia bereits wegen Menschenrechtsverletzungen teilweise eingefroren – und dabei auch die Homo-Politik als Grund genannt. Es gibt allerdings keine Anzeichen, dass dies die Regierung beeinflusst: Der gambische Außenminister erklärte ausdrücklich, dass das Homo-Verbot wichtiger sei als die Hilfszahlungen von europäischen "Rassisten" (queer.de berichtete).
Eigentlich hätte der mehrheitlich muslimische Staat Unterstützung nötig: Mit einem Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt von unter 500 US-Dollar gehört die ehemalige britische Kolonie zu den ärmsten Ländern der Welt. Sie liegt damit noch hinter Krisenstaaten wie Afghanistan, Eritrea oder Simbabwe. (dk)














