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  • 13. Mai 2015 148 2 Min.

Kiss-in in Berlin (2013) (Bild: flickr / Sebastian Hesse / by 2.0)

Streit in Berlin: Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo plant ein Kiss-In in Kreuzberg – die "Gays and Lesbians aus der Türkei" sind dagegen.

Die Gruppe Gays and Lesbians aus der Türkei (GLADT e.V.) haben ein vom schwulen Anti-Gewalt-Projekt Mano geplantes Kiss-in in den Berliner Stadtteilen Kreuzberg und Wedding scharf kritisiert, weil es nicht abgesprochen gewesen sei und sich an "Weiße" richte.

Maneo plant am Kottbusser Tor und am Sparrplatz für Sonntag zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie ein öffentliches Kiss-In. "Schöne Idee. In der Theorie. Aber zu kurz gedacht", urteilt dagegen GLADT e.V. Der Verein beklagt, dass er und andere Gruppen, die vor Ort Anti­diskriminierungsarbeit leisteten, nicht in die Planung einbezogen worden seien.

Außerdem sei es "grotesk", dass eine "weiße, cis-männlich-dominierte, schwule Organisation" diese Aktion durchführen wolle ("cis" steht für Cisgender, das Gegenteil von Transgender). Maneo missbrauche diese Orte als "Kurzzeit-Bühne für [eine] einstündige Inszenierung von farbenfroher Weltoffenheit" und gefährde "die Beziehungsarbeit zu unseren Nachbar*­innen und stellt sie auf die Probe".

Das Konzept des Coming-outs sei etwas "sehr Weißes und Westliches"

Das Kiss-in schließe insbesondere Schwule und Lesben aus anderen Kulturkreisen aus, die Diskriminierungserfahrungen gesammelt hätten: Das Konzept des Coming-outs sei etwas "sehr Weißes und Westliches", so GLADT. "Als sei es die Krönung der Emanzipation, wenn alle wissen, wen Mensch liebt und begehrt." Mitglieder des Vereins fühlten sich aufgrund von Rassismus anders als die "weiße" Bevölkerung. "Auf Grund dieser Erfahrungen sind Menschen mit Rassismuserfahrungen anders auf Familie und Community angewiesen als weiße Menschen", so GLADT e.V. Die Maneo-Aktion sei ein "Ausblenden unserer Antidiskriminierungsarbeit in unseren Lebensräumen".

Maneo plant das Kiss-in um 14 Uhr am Sparrplatz, um 15.30 Uhr am Kottbusser Platz und um 17 Uhr am Nollendorfplatz. Das Anti-Gewalt-Projekt betont, dass jeder an diesen Events teilnehmen kann. (dk)

-w-

#1 goddamn liberalAnonym
  • 13.05.2015, 15:36h
  • "Das Konzept des Outings ist ein sehr Weißes und Westliches. Als sei es die Krönung der Emanzipation, wenn alle wissen, wen Mensch liebt und begehrt"

    Das ist nun mal die Krönung der Emanzipation!

    "Weiß"?

    Meine muslimischen Freunde unterscheiden sich 'rassisch' nicht von mir. Und sie leben ihre Liebe offen.

    Ich lehne es ab, dass Rassisten Rassen konstruieren, aber auch, dass selbsternannte Anti-Rassisten solche konstruieren.

    Was immer der Westen sein soll.

    Eins steht fest:

    Der jahrhundertelange Weg nach Westen hat der Türkei (auch militärisch) das Überleben gesichert und sie vor den gierigen Klauen der Kolonialmächte bewahrt.
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#2 Markus44Anonym
  • 13.05.2015, 15:56h
  • Antwort auf #1 von goddamn liberal
  • @goddamn liberal
    "Der jahrhundertelange Weg nach Westen hat der Türkei (auch militärisch) das Überleben gesichert und sie vor den gierigen Klauen der Kolonialmächte bewahrt."

    --> Der jahrhundertelange Weg der Türkei war vorwiegend vom Osmanischen Reich mit brutaler Unterdrückung der freiheitsliebenden christlichen Völker der Griechen, der Bulgaren, der Rumänen, der Ungarn und der Serben geprägt. Diese wunderbaren christlichen Völker waren unter das Joch der barbarisch agierenden Osmanen auf dem Balkan geraten, die die dortigen Völker unterdrückte, deren Kulturen zerstören wollte und diese christlichen Länder ausbeutete.

    Nur dem Abwehrkampf Österreich-Ungarns und der Polen und dann dem Befreiungskampf der Griechen und christlichen Balkanvölker hat es dann die Türkei zu verdanken, dass das barbarische Osmanenreich zusammenbrach.

    Erst mit Attatürk kam dann endlich ein Visionär, der das lateinische Alphabet einführte, 1925 die christliche Zeitrechnung in der Türkei einführte, das metrische System einführte, das Erbrecht und Familienrecht westlich modernisierte und das deutsche Handelsrecht und das italienische Strafrecht übernahm.

    Diesen Errungenschaften des Westens wurden gottseidank von Attatürk importiert.

    Doch nun hat die Türkei mit Erdogan einen Präsidenten, der am Liebsten die westlichen Reformen von Atatürk alle wieder rückgängig machen möchte.
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#3 wiking77
  • 13.05.2015, 16:21h
  • ich verstehe diesen Artikel, insbesonderheit das dahintersteckende Anliegen nicht. Was wollen denn unserer türkischstämmigen homosexuellen Mitmenschen denn eigentlich? Die Kritik ist mir absolut nicht nachvollziehbar. Gibt man in diesem Falle nur sein Senfkorn dazu, damit man auch was gesagt hat? Und wenn schon Kritik geübt wird, wurscht ob berechnigt oder nicht .... was ist denn verbesserungswürdig, was sollte anders gemacht werden. Sorry, dieses Gequängele diskreditiert die Kritiker, die nix Konstruktives bieten und nur was sagen, damit sie in den Schlagzeilen sind.
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