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Mit "Lehre und Tradition" unvereinbar
Katholische Bischöfe: Segnung von Homo-Paaren "nicht akzeptabel"

Kardinal Marx hatte Homosexuelle einst als "gescheiterte und zerbrochene Menschen" bezeichnet. Eine Segnung ihrer Beziehungen lehnt er ab. (Bild: Erzbischöfliches Ordinariat München)
- 15. Mai 2015 3 Min.
Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, und mehrere Bischöfe rügen Forderungen des Zentralkomitees der deutschen Katholiken nach Modernisierung der Kirche.
Die Führung der römisch-katholischen Kirche in Deutschland hat am Freitag die Forderung von Gläubigen nach einer Modernisierung der Kirche in ihrem Familienrecht entschieden zurückgewiesen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hatte sich bei einer Vollversammlung am letzten Wochenende u.a. dafür ausgesprochen, dass die Kirche gleichgeschlechtliche Paare anerkennen und begleiten müsse (queer.de berichtete).
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Marx, erteilte diesem Ansinnen der Laienvertretung am Freitag eine klare Absage: Die Erklärung des ZdK erhalte "erfreuliche Aussagen", aber auch "einige Forderungen, die theologisch so nicht akzeptabel sind."
So seien Forderungen nach einer Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften oder einer zweiten kirchlichen Ehe "mit Lehre und Tradition der Kirche nicht vereinbar". In einer kurzen Stellungnahme schrieb Marx weiter: "Die Forderung nach einer 'vorbehaltlosen Akzeptanz' des Zusammenlebens in festen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften widerspricht ebenfalls der Lehre und Tradition der Kirche."
Diese Themen bedürften "einer weiteren theologischen Klärung und nicht vorschneller, plakativer Forderungen", so Marx. "Eine sicher notwendige theologische Debatte und ein innerkirchlicher Dialog werden so nicht gefördert."
Debatte schon vor Familiensynode erstickt
Allerdings hatte die Kirche diese Debatte auch selbst gesucht – im Rahmen der anstehenden Familiensynode des Vatikans waren Gläubige kürzlich in allen Bistümern aufgefordert, ihre Sicht zur Familienpolitik und Sexualmoral beizutragen.
Auch hier hatten sich viele Gläubige für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ausgesprochen und viele weitere dringende Forderungen nach Modernisierung gestellt. Die von der Bischofskonferenz an den Vatikan verschickte Zusammenfassung liest sich dabei milder als bekannt gewordene Stellungnahmen aus einzelnen Bistümern (queer.de berichtete).
Unzuchts-Kritik aus Passau

Bischof Stefan Oster konterte die ZdK-Forderungen mit Äußerungen über Unzucht und Ehebruch (Bild: Bistum Passau)
Vor Marx hatte sich bereits der Passauer Bischof Stefan Oster ablehnend gegenüber einer Segnung homosexueller Paare sowie von Partnerschaften Geschiedener geäußert. Auf Facebook schrieb der 49-Jährige, er könne nicht nachvollziehen, "warum vollzogener Sex außerhalb der Ehe nun neuerdings ein Segen sein soll, wo er 2000 Jahre lang aus der Sicht des Glaubens das Gegenteil davon war."
In der Kirche und ihrer Offenbarung habe die "ausgelebte sexuelle Praxis ihren genuinen und letztlich einzig legitimen Ort in einer Ehe zwischen genau einem Mann und einer Frau, die beide offen sind für die Weitergabe des Lebens und die bis zum Tod eines der Partner einen unauflöslichen Bund geschlossen haben". Jede andere Form "vollzogener sexueller Praxis" werde "außerhalb der Ehe entweder als Unzucht oder als Ehebruch bewertet". Man müsse das freilich zeitgemäß und im Einzelfall auffassen und "Menschen, die scheitern", seelsorgerisch begleiten.
Oster meinte weiter, er kenne keine einzige Äußerung des Papstes, die "auch nur annähernd in die Nähe der Forderungen des ZdK kommen würden". Auch viele Gläubige würden sich hier nicht vom ZdK vertreten fühlen, das "wesentliche Aspekte des biblischen Menschenbildes und des biblischen Offenbarungsverständnisses hinter sich" lasse.
In einem Interview mit der Badischen Zeitung hatte auch der Freiburger Bischof Stephan Burger am Freitag eine Segnung homosexueller Paare abgelehnt. Die "Ehe von Mann und Frau mit dem Wunsch nach Kindern" sei "Keimzelle der Gesellschaft", ein gleichgeschlechtliches Paar könne "nach unserem Verständnis keine Ehe schließen". Der 53-Jährige weiter: "Da sieht die katholische Kirche momentan keinen Spielraum." (nb)















Mir ist scheißegal, was irgendwelche Fanatiker und Sprecher einer Kinderschänder-Sekte so den ganzen Tag rumlabern.