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- 09. Februar 2005 3 Min.
Die ungewöhnlichen Stores des Mode-Labels Comme des Garcons sorgen mittlerweile weltweit für Furore.
Von Andre Schlagowski
"Mode ist so unerträglich hässlich, dass wir sie alle halbe Jahre ändern müssen", sagte schon Oscar Wilde. Die Stores des japanischen Labels Comme des Garcons ändern sich nach genau einem Jahr: Sie schließen. Egal ob die Umsätze gut sind oder schlecht. Der erste seiner Art wurde im Februar letzten Jahres in Berlin eröffnet (gemäß dem Konzept wieder geschlossen). Im Mai folgte Barcelona. Nun sollen Stores in Singapur, Ljubljana, Helsinki, Warschau und Stockholm ebenfalls mit einer Filiale beglückt werden.
Dabei ist die Wahl der Locations ebenso unkonventionell wie pragmatisch: In Berlin wurde einfach ein Buchladen leer geräumt und mit gelber Farbe gestrichen. Das Ganze hat weniger als 3000 Euro gekostet. Der neue Londoner Store auf der Dover Street arbeitet nach dem gleichen Prinzip, nur wurde hier weitaus mehr Geld investiert. Dabei ist das vierstöckige Gebäude gänzlich anders die Designer-Konkurrenz um die Ecke. Keine Marmorböden wie bei Burberry und Gucci und keine große, leere Halle wie bei Jil Sander. Man will sich von den konventionelleren Designern bewusst abheben, eben Guerilla-like.
Das Label eröffnete seine Flaggschiff-Filliale unweit von Prada und anderen Luxus-Palästen. "Wir haben nicht viel Geld und können uns keine Marmorböden leisten. Wir brauchten also eine Idee, die nicht viel kostet", sagte Rei Kawakubo, die 60-jährige Designerin und Gründerin des Labels bei der Eröffnung. Die Zahl der Designer, die sich dieser Idee angeschlossen haben, ist enorm. Junya Watanabe, japanischer Designer, ebenfalls unter den Fittichen von Comme des Garcons, zeigt seine Sportswear-Kollektion. Hedi Slimane, Designer von Dior Homme, stellt seine Möbel-Kollektion zum ersten Mal aus. Im "Sound Shop” direkt daneben wird Musik der ganzen Welt angeboten, und wem das alles zuviel ist, setzt sich ins Café und entspannt sich.
"Dies ist ein Platz, wo sich Menschen in einem wunderschönen Chaos treffen können”, erklärt Kawakubo. Als Chaos würden viele Menschen den Laden wahrscheinlich auch bezeichnen. Auf den ersten Blick nichts Schönes - alles grau, alles dunkel. Erst auf den zweiten Blick entfaltet sich die Mannigfaltigkeit der Angebote des Designer-Tempels. Es gibt keine Schilder, die einem den Weg weisen. Hat man sich jedoch erst einmal seinen Weg durch die heiligen Hallen verschafft, warten Skurrilitäten wie ausgestopfte Hühner und Katzen in Vitrinen auf den Besucher.
Das Vermögen von Comme des Garcons lässt sich vielleicht nicht mit dem von Christian Dior, Chanel oder Gucci vergleichen, aber immerhin brachten sie es bis Ende Februar 2004 auf 150 Millionen Dollar. Das Imperium besteht aus zwölf verschiedenen Modelinien und unzähligen Parfums. So wie die neuen "Anti Perfumes”, die nach Dry-Cleaning, Zigaretten oder Garage riechen. Comme-des-Garcons-Stores gibt es auf der ganzen Welt, allein 270 in Japan. Dabei ähnelt kein Store dem anderen. Jeder hat seinen ganz individuellen Stil.
Comme des Garcons Guerilla-Store
Dover Street Market
17-18 Dover Street
London W1, Telefon: 0044 (0) 2075180680
9. Februar 2005
Links zum Thema:
» Guerilla-Stores von Comme des Garcons















mann kann auch sauber recherchieren, gerade in unseren ach so modeaffinen kreisen ...
eure bilder zeigen nur bestehende shops und keinen einzigen guerilla-store. der laden in london ist ein ganz anderes projekt und gehört gar nicht zu den guerilla-stores.
hier (
www.baunetz.de/db/news/index.php?news_id=78074)
hätte mann zum beispiel schon die wichtigsten informationen finden können - tsstss
die adresse des guerilla store in berlin ist seit 31. jänner 2005 nicht mehr valide, da wurde der laden nach einem jahr nämlich wieder geschlossen, wie es zum konzept gehört.
und junya watanabe ist ein mann!
www.celebritytrendz.com/fashion/designers/junyawatanabe1.htm
l
mit modeaffinen grüssen - gebt euch doch nicht dort eine blösse, wo a l l e von uns denken, dass w i r uns s o o o gut auskennen ( und cognoscenti verzeihen solche fehler nicht ... ) - markus ;-)