Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=23954
Home > Kommentare

Kommentare zu:
De Maizière: Ehe für alle erfordert Änderung des Grundgesetzes


#61 FreeyourgenderProfil
  • 09.06.2015, 00:50hBamberg
  • Antwort auf #52 von Torsten_Ilg
  • Sehr geehrter Herr Ilg,

    ihre Antwort macht tatsächlich ein Gespräch mit Ihnen unnötig,
    da sie ja für die Öffnung der Ehe sind, wie sie schreiben - ups ! (als nicht die Meinung von H. Lucke vertreten)
    und zum Thema Gender keine "Reibungsfläche" bieten würden, oder sehr wenig, wie sie weiterhin ausführen.
    (was ich aber hier bezweifeln würde, aber lassen wir das einfach so stehen)
    Auch befürworten sie eine Art "liberalen Bildungsplan" - hier sehe ich auch die Fahrtrichtung, dass Sie eine Aufnahme von bisher tabuisierten Themen, die außerhalb der Heteronormativität liegen, sowie Themen über Transsexualität und Intersexualität befürworten?
    Ist die AfD denn für den Bildungsplan ?

    Sie scheinen daher nicht die Grundrichtung der AfD in diesen Punkten zu spiegeln.

    Für mich ist es interessant, die AfD als AfD anzusprechen, nicht auf Länderebene,
    wenn also Herr Tassis anscheinend hier für Bremen etwas eigenes entworfen haben sollte, sollte ich doch hier lieber auf Bundesebene nachsehen.

    Daher hab ich mir die politischen Leitlinien der AfD angesehen, auf der Parteiwebseite der Bundes-AfD, beschlosen am 22. März 2014, auf einem Mitgliederparteitag in Erfurt.

    www.alternativefuer.de/wp-content/uploads/2014/07/AfD_Leitli
    nien_2014_DE.pdf


    hier werden keine Geschlechter erwähnt.
    Das scheint also für die Leitlinien kein Thema zu sein. LGBT gibts hier defacto nicht bei der AfD.

    Aber:
    Im vollständigen Wahlprogramm zur Europwahl 2014 wurde ich aber fündig

    alternativefuer.de/wp-content/uploads/2014/04/Europaprogramm
    -der-AfD1.pdf


    Punkt IV.7

    Die ersten beiden Zeilen klingen sehr vielversprechend:

    "Die AfD strebt die Gleichberechtigung der Geschlechter unter Anerkennung ihrer unterschiedlichen
    Identitäten, sozialen Rollen und Lebenssituationen an. "

    Aber jetzt folgt:

    "Die AfD lehnt ein "Gender Mainstreaming, das auf eine Aufhebung der Geschlechteridentitäten
    zielt, ab."

    Das ist ein harter "Verständnisbrocken".
    Hier bedarf es wirlich eines Gespräches mit der AfD auf Bundesebene.

    1. Was versteht die AfD unter Gender Mainstreaming ?
    Darüber bin ich mir absolut im Unklaren.
    Ich vermute, dass die AfD mit Gendermainstreaming dass versteht, was ich unter Queer verstehe, Queer ist aber nicht Gendermainstreaming und Genderforschung.
    Für mich sind Geschlechteridentitäten, z.B. bei Transsexuellen, dass ich mein Geschlecht selbstbestimmt beschreiben kann (nicht das Genitalgeschlecht). (>Personenstandsänderungsgesetz und Novelle des TSG 2011)
    Ich gehe hier davon aus, dass die AfD aber dies nicht meint, wenn sie von Geschlechteridentitäten spricht, sondern evt. von Stereotypenzuordnungen Frau/Mann ?
    Also von Klischees ?
    Das müsste in einem Gespräche geklärt werden.

    Der Begriff Gendermainstream, der hier etwas umschreibt, was bekämpft werden will von der AfD, müsste doch tatsächlich einmal konkret formuliert werden ?

    Ich gehe davon aus, dass hier Diskussionsbedarf besteht.

    In Wiki finde ich keinen Eintrag unter Gendermainstream.

    Ich selbst beschäftige mich seit längerem mit dem Thema und benutze diesen Begriff nicht.
    Er ist nicht definiert.

    Darunter könnte ich jetzt einige Thesen verfassen, was darunter alles fallen könnte.
    Es ist ein Container-Begriff, der alles und nichts beschreibt.

    nochmal die wenigen Zeilen der AfD aus ihrem Programm zum Thema "Geschlechter":

    "Die AfD lehnt ein "Gender Mainstreaming, das auf eine Aufhebung der Geschlechteridentitäten
    zielt, ab. Entsprechende finanzielle Förderungen sind ebenso einzustellen wie etwaige Bestrebungen
    der EU, den Mitgliedsstaaten eine solche Politik aufzuzwingen. "

    Aus diesem Sinne würde ich erraten,
    dass die AfD mit Gendermainstreaming evt. die Genderforschung meint.
    Da bin ich mir aber nicht ganz sicher.

    Dann wars das gewesen zum Thema Geschlechter, in Bezug auf LGBT.

    Die restlichen Zeilen des Punkt IV.7 beschäftigen sich mit Frauenrechten.
    Es folgt ohne Überleitung also ein Schwenk im inhaltlichen Sinn von LGBT zu Frauenrechten !
    nur getrennt mit dem Hinweis:
    "die AfD fordert"

    ist da ein Malör passiert ?
    wurden hier Zeilen weggelassen ?

    Denn es geht weiter mit:

    "Die Offenlegung aller bislang zur Durchsetzung von angeblichen Gleichstellungsvorhaben
    geflossenen Gelder der EU."

    Gleichstellung ist das Thema Gleichheitsfeminismus -
    das ist das Thema, was Alice Schwarzer seit Jahrzehnten besetzt.

    Es geht hier also jetzt nicht mehr um Gender und LGBT; sondern um Gleichstellung Mann/Frau.

    Wir sind also im 3. Absatz von genderrelevanten Inhalten auf feministische Themen geshiftet.

    Es geht weiter mit feministischen Inhalten:

    "In der Privatwirtschaft wie im Öffentlichen Dienst muss bei Stellenbesetzungen im Grundsatz die
    Qualifikation, nicht das Geschlecht den Ausschlag geben. Chancengleichheit für Frau und Mann
    auf allen gesellschaftlichen Feldern zu unterstützen und einzufordern muss das übergeordnete
    Ziel der Politik sein, anstatt Quotenregelungen und einzelfallbezogene Vorschriften zu erlassen.
    "

    Nun gut, hier geht es um Frauenrechte,
    nachdem Manuela Schwesig nun die Quotenregelung realisiert hat, die Ursula von der Leyen auf den Weg brachte, ist dieser Punkt mittlerweile etwas überholt worden.

    Der Punkt IV.7, der übrigens die Überschrift trägt:

    "Keine Gleichstellungspolitik nach EU-Vorgaben
    "
    (> sind mit Gleichstellungspolitik auch LGBT-relevante Themen gemeint oder exclusiv Frauenrechte ? )

    schließt dann mit der Unterstützung für Behinderte:

    "Behinderte Mitbürger und ihre pflegenden Angehörigen sollen bei gleicher Qualifikation beruflich
    bevorzugt werden, denn ihnen stehen in besonderem Maße der Schutz und die Fürsorge der
    Gemeinschaft zu."

    Um es nochmal zu konkretisieren,
    die gesamte Aussage in Bezuf auf Gender wird in diesen Zeilen heruntergedampft:

    "Die AfD strebt die Gleichberechtigung der Geschlechter unter Anerkennung ihrer unterschiedlichen
    Identitäten, sozialen Rollen und Lebenssituationen an.

    Die AfD lehnt ein "Gender Mainstreaming, das auf eine Aufhebung der Geschlechteridentitäten
    zielt, ab. Entsprechende finanzielle Förderungen sind ebenso einzustellen wie etwaige Bestrebungen
    der EU, den Mitgliedsstaaten eine solche Politik aufzuzwingen."

    Das ist alles. Bemerkenswert.

    Solange nicht geklärt ist, was die AfD unter
    Gendermainstream überhaupt versteht,
    sind diese wenigen Zeilen nicht zu verstehen,
    wie auch ?

    Und wo sind die LGBT Rechte ?

    nur wenige Beispiele:
    Die Verankerung von Homophobie im Strafrecht, dass überhaupt Statistiken geführt werden können, bei kriminellen Handlungen ?
    Im Moment läuft Homophobie unter "Sonstiges."

    Wo liegt die Fürsorge der AfD in Bezug auf das Transsexuellengesetz ? Das dieses endlich angepasst wird und novelliert, wie es das BVerfG bereits angeregt hat ?

    Die Problematik der (Zwangs) Geschlechtszuweisung bei intersexuellen Babies ? Das leidige Thema des Geburtseintrages, was Kristina Schröder kurz bevor sie aus Berlin wieder "ausgeladen" wurde noch angefasst hatte ?

    Wo steht etwas über die Gleichstellung von Homosexuellen, das Thema, dass wir jetzt
    wieder in Form von Ehefueralle auf dem Tisch haben ?

    Fazit:
    Ich sehe hier keine Rechte für Lesben und Schwule vertreten (andere Themen wie TS und IS auch nicht)
    Die Aussage neulich von Herrn Lucke,
    dass die Ehe nicht "ausgehölt" werden soll,
    als Begründung, dass homosexuelle Paare außen vor bleiben sollen, bestätigt meinen Verdacht, dass hier LGBT nicht nur nicht einfach nicht berücksichtigt, oder gefördert wird, sondern unterdrückt werden soll ?
    Aber Äußerungen in den Medien sind ja kein Wahlprogramm.
    Aber wenn im Wahlprogramm nichts steht ist man auch nicht dafür würde ich sagen...

    Eine erste Annäherung für mich mit der AfD wäre, dass die Bundes-AfD erklärt, wie sie die Begrifflichkeit "Gendermainstreaming" in ihrem Wahlprogramm verstanden haben will.

    P.S. die Anrede "Frau Freeyourgender", ist eigenartig.
    Freeyourgender ist ein Eigenname,
    eine Wortbildung, keine Person.
    Sie können mich einfach mit Du ansprechen,
    wie im englischen.
    Ich bin als Person auch nicht wichtig,
    es geht um Inhalte.

    Frau AfD würde ja auch eigenartig klingen.

    Wenn die AfD also den fachlichen Austausch mit mir sucht, bin ich gerne bereit für ein Gespräch, und das würde fachlich auf Augenhöhe geführt, ohne Polemik oder irgendwelchen populistischen Ausflüchten.
    Fragen müßten aber beantwortet werden,
    sonst kann ja kein Verständnis zwischen AfD und Wähler entstehen denke ich.

    Vielleicht hat die AfD Interesse daran,
    nicht als Partei zu gelten,
    die LGBT nicht auf der Agenda hat ?

    Für mich sind Argumente wie Mathematik.
    Und in der Mathematik sind Unbekannte,
    wie undefinierte Begriffe auch Unbekannte sind,
    immer ein Problem, die Formel kann dann nicht aufgelöst werden.

    Die beiden ersten Fragen wären also:
    1. "Gendermainstreaming" ist für die AfD ?
    2. "Geschlechtsidentitäten" sind für die AfD ?

    Weitere Fragen:

    Wie steht die AfD hinter den Bestrebungen der Gleichstellung von Homosexuellen ?

    >>> im Sinne der Grünen
    eines Volker Beck ?

    >>> oder eher im Sinne
    der CDU eines Volker Kauder ?

    Im Wahlprogramm steht über LGBT-Rechte nichts.

    Wir haben ja noch 2 Jahre bis zur BTW 2017...

    Aber vielleicht wird das LGBT-Thema beim
    4. Bundesparteitag
    13. bis 14. Juni besprochen ?
    Und es findet sich eine Formulierung,
    an der jeder Wähler erkennen kann,
    wofür die Bundes-AfD in Bezug auf LGBT steht ?

    Mein Interesse ist konkret die Positionen der Parteien zu sehen, bei den Grünen z.B. sehe ich diese konkret, das würde ich mir auch bei der AfD wünschen, direkte Aussagen,
    auch wenn diese negativ sind.
    Nichtssagende Texte, können doch keine Leitlinie sein - oder doch ?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #52 springen »
#62 Patroklos
#63 FreeyourgenderProfil
  • 09.06.2015, 12:38hBamberg
  • Antwort auf #62 von Patroklos
  • Ja - das Adoptionsrecht könnte von mir auch aus ein Menschenrecht und Grundrecht sein.
    Aber das müßte erst ja erstritten werden.
    Gleichstellung ist es heute schon.
    Daher gilt:
    Menschenrechte sind über die Gleichstellung betroffen.
    Das Objekt um das es geht (EHE, Adoption) ist dann sekundär.

    Der Denkfehler bei den #ehefueralle Gegnern liegt an der Ungleichbehandlung von sexuellen Präferenzen.
    Ein ähnlicher Denkfehler lag / oder liegt vor, bei der Ungleichbehandlung von Mann und Frau
    (>Frauenrechte)
  • Antworten » | Direktlink » | zu #62 springen »
#64 TheDadProfil
#65 Homonklin44Profil
  • 09.06.2015, 13:26hTauroa Point
  • Antwort auf #60 von Freeyourgender
  • Zitat_Freeyourgender :"Es geht nicht um das RECHT auf Ehe und um das RECHT auf Adoption.

    Sondern um das RECHT, das gleiche RECHT wie andere zu bekommen."Zitat_Ende

    Genau! Und um die Selbstverständlichkeit,dass uns das wie jeder/jedem Heterosexuellen gewährt steht.

    Super Song übrigens. Danke für den Videolink.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #60 springen »
#66 LorenProfil
  • 09.06.2015, 13:43hGreifswald
  • Antwort auf #61 von Freeyourgender
  • "Nichtssagende Texte, können doch keine Leitlinie sein - oder doch ?"

    Nichtssagende Texte mit schwammigen, undefinierten Begriffen können Pawlowsche Reflexe bedienen bei denen, die mit Ressentiments vollgesogen sind wie ein alter Schwamm. Man braucht nur mit dem Glöckchen zu klingeln, auf dem "Gender Mainstreaming" oder "Homoehe" oder whatever eingraviert ist, und schon kommt die Meute hinterm Ofen hervor und fletscht die Zähne. Ich nenne das Primitiv-Politik, aber vielleicht wird der AfD-Propagandist neue Einsichten zum Thema liefern und auch zu den Strategien politischer Mobilisierung.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #61 springen »
#67 Robby69Ehemaliges Profil
#68 Patroklos
  • 09.06.2015, 21:25h
  • Antwort auf #67 von Robby69
  • Für Heteros gibts die Ehe, für Schwule/Lesben die Eingetragene Lebenspartnerschaft. Diese ist leider nicht durch Artikel 6 GG geschützt, ist jedoch für mich ein Menschenrecht, genauso wie Adoptieren von Kindern und Sex.

    Würde man die Eingetragene Lebenspartnerschaft auch für Heteros öffnen, dann wird die Ehe damit überflüssig. Die Ehe ist nur eine Institution und für die meisten ein Steuersparmodell und deshalb ist sie für mich kein Menschenrecht! Ehen werden auf freiwilliger Basis geschlossen und es bleibt jedem überlassen, ob er die Institution nutzt oder nicht.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #67 springen »
#69 TheDadProfil
  • 09.06.2015, 22:10hHannover
  • Antwort auf #68 von Patroklos
  • ""Für Heteros gibts die Ehe, für Schwule/Lesben die Eingetragene Lebenspartnerschaft. Diese ist leider nicht durch Artikel 6 GG geschützt, ist jedoch für mich ein Menschenrecht, genauso wie Adoptieren von Kindern und Sex""..

    Die Erklärung ist ebenso unlogisch, wie falsch,denn das BVG hat bereits in mehreren Entscheidungen klar gestellt, das die ELP unter dem gleichem Schutz des Artikel 6 GG steht, wie die Ehe, und die durch die ELP gebildeten Regenbogenfamilien ebenso, wie andere Familien..

    Übrigens..
    ""ist für mich"" ist keine "Begründung" die so wirklich gegen das GG oder die AEMR "anstinken" kann..

    ""Würde man die Eingetragene Lebenspartnerschaft auch für Heteros öffnen, dann wird die Ehe damit überflüssig.""..

    Das ist Unsinn, denn in anderen Ländern gibt es das..
    Das nennt sich übrigens GLEICHSTELLUNG..
    Schon mal gehört ?

    ""Die Ehe ist nur eine Institution und für die meisten ein Steuersparmodell und deshalb ist sie für mich kein Menschenrecht!""..

    Dumme "Begründung"..
    Das "Steuersparmodell Ehe" ist nur ein Nebeneffekt rechtskonservativer und verdummbibelter Politik zur Unterdrückung der Frauen..

    ""Ehen werden auf freiwilliger Basis geschlossen und es bleibt jedem überlassen, ob er die Institution nutzt oder nicht.""..

    Die ELP auch..
    Wo ist nun der Unterschied ?
    Und wieso versuchst Du hier eigentlich einen solchen Unterschied zu erklären ?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #68 springen »

» zurück zum Artikel