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Einzelkommentar zu:
Eine Mischung aus CSD und Bibelstunde


#86 KneiplingenAnonym
  • 13.06.2015, 00:31h
  • Antwort auf #83 von HonestAbe
  • Mein Großvater sagte zwar: Über drei Dinge sollte man nie diskutieren: Politik, Kunst und Religion, aber es macht doch immer wieder Spaß.

    Religionen kann man nie abschaffen, denn sie werden sich dann immer wieder neu erfinden. Aus ursprünglich ganz vernünftigen Regelungen, Sitten und Gesetzen. Nimm zum Beispiel die Speisegebote im Islam und Judentum. Für einen modernen westlichen oder christlichen Menschen scheinen sie willkürlich und absurd. Trotzdem hatten sie vor Jahrhunderten ganz relle Grundlagen. Später, in anderen Zusammenhängen, wurden sie zum Unterscheidungsmerkmal, das eine soziale Gruppe zusammenschweißte.

    Genau das Gleiche kann uns einmal mit dem Veganertum blühen: Eigentlich eine sehr vernünftige Initiative, um der industriellen Tierverwertung mit ihren zweifelhaftn gesundheitlichen und ethischen Folgen etwas entgegenzusetzen. Bis es sich, nach ein, zwei Generationen verselbständigt und, als Merkmal einer sozialen Gruppe, zur Staatsreligion wird.

    Ein anderes Beispiel: In einer Familie war man überzeugt, ein Braten würde nur dann gelingen, wenn man ihn vor dem Garen im Ofen in zwei Hälften schnitt. Auf diesen Kniff war diese Familie stolz. Bis irgendwann jemand nach dem Grund dieser Sitte fragte: Sie beruhte darauf, dass bei der Urgroßelterngeneration die Backöfen kleiner waren und der Braten als Ganzes nicht in die Röhre gepasst hätte ...

    Es muss also nicht falsch sein, bei den alten Religionen zu bleiben, aber sie zu interpretieren und auf das Bratenteilen zu verzichten, wenn der Ofen groß genug ist ...
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