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  • 9. Juni 2015, 15:51h 13 2 Min.

Stadtrat Morgan Emgardsson sieht keinen Unterschied zwischen Regenbogen und Hakenkreuz

In Schweden hat ein christdemokratischer Lokalpolitiker mit einem Nazi-Vergleich für Aufregung gesorgt: Morgan Emgardsson, der im Stadtrat der Großstadt Västerås sitzt, setzte die Regenbogen- und die Nazifahne gleich.

Anlass war der Antrag, für den in zwei Wochen stattfindenden CSD die Regenbogen­fahne am Rathaus zu hissen. Emgardsson hat sich laut schwedischen Medienberichten bei einer Sitzung des Stadtrats dagegen ausgesprochen, weil sonst auch die Hakenkreuzfahne erlaubt werden müsse. "Wenn wir die Flagge einer Organisation erlauben, dann müssen wir auch die von anderen erlauben. Die Gemeinde sollte deshalb nur die schwedische und ihre eigene Fahne hissen."

Trotz seines Widerspruchs stimmte der Stadtrat mit großer Mehrheit für die Regenbogen-Beflaggung.

Stadtrat Johan Henriksson von der liberalkonservativen Moderaten Sammlungspartei zeigte sich über die Ausführungen Emgardssons entrüstet. "Es gibt einen großen Unterschied zwischen dem Hakenkreuz und der Regenbogen­fahne", erklärte er laut dem Fernsehsender SVT. "Regenbogen­flaggen gehören zu keiner Organisation. Sie sind ein Symbol für das Recht aller Menschen, den zu lieben, den sie lieben wollen."

Emgardssons Christdemokraten sind eine relativ kleine Partei, die in der Regel rund fünf Prozent bei nationalen Wahlen erhält. Als Juniorpartner von Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt gehörte sie aber von 2006 bis letztes Jahr der Regierungskoalition an. Die Partei stimmte 2009 als einzige der acht im nationalen Parlament vertretenen Fraktionen gegen die Gleich­behandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht (queer.de berichtete).

In Schweden ist Homosexualität im Jahr 1944 legalisiert worden, seit 1978 gibt es ein einheitliches Schutzalter. Im Jahr 2003 stellte das Land gleich­geschlechtliche Paare beim Adoptionsrecht gleich. Lesbische Paare haben außerdem seit 2005 Zugang zu künstlicher Befruchtung. (dk)

-w-

#1 HeinerAnonym
  • 09.06.2015, 18:11h
  • Wer ernsthaft ein Symbol der Liebe, der Vielfalt und der Toleranz mit dem Hakenkreuz vergleicht, das für Unterdrückung, unendliches Leid und millionenfachen, grausamen Mord steht, ist ungeeignet als Politiker zu arbeiten.

    Selbst im kleinsten Stadtrat wäre der völlig deplatziert.
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#2 TimonAnonym
  • 09.06.2015, 18:31h
  • Das zeugt nicht nur von großer Dummheit und Ungebildetheit. Sondern das ist Volksverhetzung pur.

    Der gehört sofort aus dem Stadtradt entfernt. Und mit solchem Gedankengut sollte der nie mehr ein politisches Amt bekleiden.
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#3 miepmiep