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Southern Baptists
USA: Protestanten warnen vor Gottes Rache nach Ehe-Öffnung

Southern-Baptists-Chef Ronnie Floyd ruft zum Widerstand gegen eine etwaige landesweite Ehe-Öffnung auf
- 17. Juni 2015, 10:28h 3 Min.
Die größte protestantische Glaubensgemeinschaft der USA macht klar: Wenn die Ehe für alle kommt, wird Gott all diejenigen bestrafen, die nicht gegen die Gleichstellung gekämpft haben.
Der Präsident der Südstaatenkirche "Southern Baptist Convention", Ronnie Floyd, hat am Dienstag bei einem Kirchenkongress in Columbus (Ohio) bekräftigt, dass Christen die Öffnung der Ehe in den USA nicht akzeptieren dürften. "Während manche Evangelikale vor dem Schwindel der gleichgeschlechtlichen Ehe niederknien, werden wir das niemals tun. Wir werden nicht leise sein", so Floyd, der im letzten Jahr zum Präsidenten der Glaubensgemeinschaft gewählt worden ist.
"Wir dürfen nicht neu definieren, was Gott persönlich definiert hat. Amerika, wir bleiben dabei, dass die Ehe eine lebenslange Verbindung von einem Mann und einer Frau ist", sagte der 59-Jährige unter dem donnernden Applaus der baptistischen Teilnehmer. Dies sei biblisch begründet. Floyd warnte seine Schäfchen: "Es ist im Angesicht des Bösen auch eine böse Tat, wenn man nichts sagt. Gott wird uns dann nicht für unschuldig ansehen".
Anlass für die Aussage ist das innerhalb der nächsten zwei Wochen erwartete Urteil des Supreme Court, der wahrscheinlich die Ehe für Schwule und Lesben im gesamten Land öffnen wird. Bereits im April hatte der Oberste Gerichtshof der USA Anhörungen zum Thema abgehalten. Bislang haben 36 der 50 US-Bundesstaaten gleichgeschlechtliche Paare im Eherecht gleichgestellt.
Floyd: Glaube steht über weltlichem Recht
Floyd erklärte, dass Christen ein positives Urteil zur Ehe-Öffnung niemals akzeptieren dürften: "Der Supreme Court ist nicht die höchste Instanz", so Floyd. "Die Bibel ist Gottes höchste Instanz über die Ehe". Er bezeichnete das als "Bonhoeffer-Moment" für die Kirche – und bezog sich dabei auf den deutschen Pfarrer und Nazi-Gegner Dietrich Bonhoeffer, der 1945 im KZ gestorben ist.
Freilich ist es nur ein paar Jahrzehnte her, als die Südstaatenbaptisten das letzte Mal gegen eine Erweiterung des Ehe-Rechts kämpften. So setzte sich die Glaubensgemeinschaft, die 1845 als Kirche der weißen Sklavenhalter gegründet worden war, über Jahre für das Verbot von gemischtrassischen, heterosexuelle Ehen ein. Das Verbot wurde schließlich 1967 vom Supreme Court für verfassungswidrig erklärt – und die meisten Südstaaten-Baptisten haben diese Gleichstellung inzwischen mehrheitlich akzeptiert.
Floyd gilt selbst unter den streng konservativen Südstaaten-Baptisten als Scharfmacher bei Homo-Rechten. So hatte er 2004 das 160-seitige Buch "The Gay Agenda" veröffentlicht, in dem er vor einer Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben warnte. Darin schrieb er, dass auch viele gute Christen Freunde und Verwandte an den "homosexuellen Lebensstil" verloren hätten. Schuld daran sei der Teufel höchstpersönlich: "Homosexualität, eine abscheuliche und böse Sünde, ist das Werkzeug von Satan. Er hat sich damit in die amerikanische Kultur hineingeschwindelt."
Die Südstaatenbaptisten zählen derzeit rund 16 Millionen Mitglieder in allen 50 US-Bundesstaaten und sind nach wie vor im Süden besonders stark. Die meisten Mitglieder kommen aus Texas, Georgia, North Carolina, Florida und Tennessee. Die Southern Baptists sind die größte protestantische Glaubensgemeinschaft in den Vereinigten Staaten, nur die katholische Kirche hat mehr Mitglieder. (dk)















den Menschen Angst machen um sie so auf Linie zu bringen...