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Pressekonfenz des Berliner CSD e.V.
Queen-Besuch verteuert Berliner CSD

Kommt ebenfalls zum Brandenburger Tor, allerdings einen Tag zu früh: Elizabeth II., Königin von Großbritannien (Bild: Joel Rouse/ Ministry of Defence)
- 23. Juni 2015, 12:10h 3 Min.
Beim Christopher Street Day am Samstag präsentiert sich die Hauptstadt-Community geeint – nur Elizabeth II. sorgt für etwas Stress.
Ausgerechnet die Queen fährt den Queens in die Parade: Weil die britische Königin Elizabeth II. am Freitag durchs Brandenburger Tor marschiert, muss zum Bühnenaufbau für die CSD-Abschlusskundgebung am Samstag eine Sonder- und Nachtschicht eingelegt werden. Dies wirke sich auch auf die Kosten aus, erklärte Vorstandsmitglied David Staeglich am Dienstagmittag auf einer Pressekonferenz des Berliner CSD e.V. im Lebensort Vielfalt.
Insgesamt rechnet der hochverschuldete Verein dennoch mit einem "leichten Plus" bei der diesjährigen Veranstaltung. Die in den Vorjahren angehäuften Verbindlichkeiten in Höhe von 180.000 Euro konnten auf 160.000 Euro gesenkt werden, allein 5.000 Euro kamen an Spenden zusammen. Auf dem CSD selbst werden 30 Freiwillige mit Sammeldosen unterwegs sein. "Wenn nur jeder der 500.000 Teilnehmer einen Euro gibt, wären wir alle Sorgen los und für die nächsten Jahre vorfinanziert", meinte Staeglich.
Das Aktionsbündnis ist Geschichte
Die Spaltung des letzten Jahres ist komplett überwunden: Sowohl die Berliner Aids-Hilfe als auch die Parteien von LSU bis Linke, die sich letztes Jahr am alternativen Aktionsbündnis-CSD beteiligt hatten, sind wieder bei der großen Demo dabei. Darüber hinaus beteiligen sich mit Großbritannien, Kanada, den Niederlanden, Slowenien und den USA gleich fünf Botschaften an der diesjährigen Parade aus 42 Wagen und 15 Fußgruppen, darunter die "Rammstein fans against homo- & transphobia".
Im Rahmen des Berliner CSDs wird der ehemalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) mit dem "Soul of Stonewall Award" in der nationalen Kategorie ausgezeichnet. "Sein Satz 'Ich bin schwul, und das ist auch gut so' ist das wohl nachhaltigste Coming-out des neuen Jahrtausends und hat die politische Landschaft der Republik entscheidend geprägt", heißt es dazu in der Begründung des Berliner CSD e.V. Darüber hinaus werden der Hospizdienst Tauwerk, die türkische Trans-Aktivistin Ebru Kuranci und die lesbische Sexpertin Laura Mérritt mit dem CSD-Preis geehrt. Der Publikumspreis wird noch über ein Facebook-Voting ermittelt.
"Wir sind alle anders. Wir sind alle gleich"
Die 37. Berliner CSD-Demo steht in diesem Jahr unter dem Motto "Wir sind alle anders. Wir sind alle gleich". Sie wird am Samstag, den 27. Juni um 12 Uhr am Kurfürstendamm, Ecke Joachimsthaler Straße vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) eröffnet. Die Route führt über Wittenbergplatz, Nollendorfplatz, Lützowplatz und Siegessäule zum Brandenburger Tor, wo ab 16.30 Uhr das Programm auf der Hauptbühne startet.
Eine besondere Aktion haben sich in diesem Jahr die Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg und Mitte ausgedacht, die den Demonstrationszug auf dem ersten Wagen anführen: Gegen 13.30 Uhr wollen Reinhard Naumann (SPD), Angelika Schöttler (SPD) und Christian Hanke (SPD) an der Urania 1.000 bunte Luftballons steigen lassen.
Bereits am Freitag findet in Berlin der dritte Dyke* March statt, der vom Magazin "L-Mag" organisiert wird. Er startet um 19 Uhr am Deutschen Historischen Museum und führt zum Kottbusser Tor. Parallel zum großen CSD findet am Samstag auch der alternative Kreuzberger CSD unter dem Motto "Keine pinke Camouflage – queer bleibt radikal!" statt. Die Demo beginnt um 16 Uhr am Oranienplatz und führt zum Heinrichplatz. (mize)
Links zum Thema:
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Die Briten lieben ihre Monarchie und die Klatschgeschichten, aber ich finde Tradition darf nicht allein auf Grund ihres Alters aufrecht erhalten werden.
Für mich hat Monarchie den ekligen Beigeschmack von Menschen erster und zweiter Klasse.
Es ist dumm, wenn Menschen die Mitglieder aus "Königshäusern" wie bessere Menschen behandeln und zu ihnen aufschauen als seien sie Supermenschen und Helden. Allein auf Grund der Tatsache, dass man in ein "Königshaus" hineingeboren wurde, ist man aber kein Held.
Ich finde Königshäuser und Monarchien jeglicher Art sollten abgeschafft werden. Insbesondere die ganzen Adelsbezeichnungen sollten abgeschafft werden.