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Bei der Abschlusskundgebung
Homophober Angriff auf CSD-Teilnehmer in Berlin

Fußgruppe "Merkel Air" beim Berliner CSD 2015: "Ob lesbisch, schwul oder bi, ein Upgrade gibt's hier nie" (Bild: mize)
- 28. Juni 2015, 12:56h 2 Min.
Wegen Beleidigung und Körperverletzungen wurde ein Mann am Rande des Straßenfests am Brandenburger Tor festgenommen.
Ernster Zwischenfall beim Christopher Street Day in Berlin: Am Rande der Abschlusskundgebung nahmen Polizeibeamte am Samstagabend einen aus Berlin-Lichtenberg stammenden Mann wegen Beleidigung und Körperverletzungen vorübergehend fest.
Nach Angaben von Zeugen ging gegen 21 Uhr ein 28-Jähriger auf der Straße des 17. Juni mit einem aggressiven Ausruf des Erschreckens auf eine Gruppe von Teilnehmern des Demonstrationszuges zu und schlug unvermittelt mit der flachen Hand einem 25-Jährigen ins Gesicht. Die Betroffenen berichteten weiter, dass der Angreifer einem 19-jährigen Begleiter ins Gesicht gespuckt hatte, als dieser zu schlichten versuchte. Schließlich beleidigte der Angreifer die Gruppe homophob und entfernte sich. Unter anderem soll er gerufen haben: "Was willst du Schwuchtel? Willst du auf die Fresse?"
Polizisten gelang es wenig später, den Tatverdächten auf dem Platz des 18. März in der Nähe der CSD-Hauptbühne am Brandenburger Tor festzunehmen. Bei seiner Festnahme leistete er Widerstand, konnte jedoch von den Beamten überwältigt werden. Presseberichten zufolge soll er unter Drogen gestanden haben. Die Ermittlungen dauern an.
Hundertausende Menschen feierten den CSD

Der Berliner CSD war in jeder Hinsicht po-litisch. Die Nackedeis stellten unter den Teilnehmern allerdings nur eine kleine Minderheit dar- mehr repräsentative Bilder gibt es in der unten verlinkten Galerie (Bild: mize)
Am Christopher Street Day in Berlin nahmen Hunderttausende Menschen teil. Die Polizei sprach von rund 200.000 Teilnehmern in der Demo, bei der rund 50 Wagen und Fußgruppen mitfuhren bzw. -liefen. Am Straßenrand sammelten sich entlang der Route vom Kurfürstendamm zum Brandenburger Tor gut 550.000 Schaulustige.
Der CSD stand unter dem Motto "Wir sind alle anders. Wir sind alle gleich", zentrale Forderungen waren die Ehe für alle und sichere Unterkünfte für schwul-lesbische Flüchtlinge.
Traditionell fand bereits am Vormittag am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen eine Gedenkveranstaltung statt. Ulrich Keßler vom LSVD und die Berliner Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) mahnten dort eine Rehabilitierung auch der Nachkriegs-Opfer des Paragrafen 175 an.
Parallel zum großen CSD fand in Kreuzberg eine alternative Demonstration unter dem Motto "Keine pinke Camouflage – Queer bleibt radikal. Unanständig, unintegriert, unbequem gegen Krieg, Rassismus, Ausbeutung" mit rund 2.000 Teilnehmern statt. (cw)














